5/6 Custom-Wasserkühlung : Ein Überblick mit Tipps für Wakü-Einsteiger

, 142 Kommentare

Optimierung ist fast immer möglich

Die bisherigen Abschnitte haben sich auf die Hardware der Wasserkühlung beschränkt. Doch rein mit dem Kauf dieser Komponenten ist noch keine perfekte Kühlung gewährleistet: Nur mit einer sinnvollen Regelung von Pumpe und Lüftern ist die Wasserkühlung leise und bei Bedarf leistungsstark.

Eine gute Steuerung macht das System im Leerlauf leise
Eine gute Steuerung macht das System im Leerlauf leise

Die Regelung der Pumpe ist dabei einfach: Sie muss lediglich nach dem Befüllen und Entlüften des Kühlkreises auf eine Einstellung fixiert werden – fertig. Eine mit Wasser- oder CPU-Temperatur variierende Pumpendrehzahl bringt kaum Vorteile, da die Kühlleistung nur geringfügig durch steigende Durchflusswerte verbessert wird. Die Pumpe kann also getrost angenehm leise gedrosselt arbeiten – selbst mit nur 30 l/h wird die Kühlleistung nicht wesentlich negativ beeinflusst.

Durchfluss und Kreislauf-Reihenfolge

Auch wenn die Verschlauchung nach Belieben erfolgen kann und kein hoher Durchfluss für eine ordentliche Kühlleistung notwendig ist, sollte bei niedrigem Durchfluss ein bestimmtes Schema verfolgt werden. So wie in jedem Kühlkörper das Wasser leicht erwärmt wird, wird es in jedem Radiator wieder abgekühlt. Je niedriger der Durchfluss ist, desto höher fallen diese Differenzen aus. Die übertaktete CPU im ComputerBase-Testsystem sorgt etwa bei 25 l/h bereits für eine Aufwärmung um 4 Kelvin beim Durchfließen des CPU-Kühlkörpers – bei hohen 150 l/h ist es nur noch etwa 1 Kelvin.

Zwischen GPU und VRMs/CPU ist nur ein 120er – die CPU erhält leicht vorgewärmtes Wasser
Zwischen GPU und VRMs/CPU ist nur ein 120er – die CPU erhält leicht vorgewärmtes Wasser

Daher ist es bei niedrigem Durchfluss sinnvoll, abwechselnd nach einem Kühlkörper einen Radiator folgen zu lassen, um die maximalen Temperaturdifferenzen im Kreislauf zu reduzieren – vor allem in Systemen mit mehreren Grafikkarten und Prozessoren mit hoher Abwärme. Diese Methode sollte dem parallelen Verschlauchen mehrerer Kühlkörper vorgezogen werden: Das Wasser nimmt immer den Weg des geringsten Widerstands – für den Parallelbetrieb werden also baugleiche Kühlkörper vorausgesetzt. Doch selbst dann kann es durch Ablagerungen in einem der Kühler dazu kommen, dass hauptsächlich nur noch ein Kühlblock durchströmt wird. Im zweiten Kühlkörper kann der Durchfluss nahezu zum Erliegen kommen, so dass die Kühlleistung einbricht.

Lüftersteuerung am besten anhand der Wassertemperatur

Lüfterdrehzahlen sollten variabel ausfallen: Im Leerlauf angenehm leise, unter Last gerade so schnell, um die angestrebte Wassertemperatur halten zu können. Manche Mainboards können für diese Regelung genutzt werden, da sie über einen Temperatursensor-Eingang verfügen – ein Sensor, der die Wassertemperatur ausliest, kann hier angeschlossen und eine passende Lüfterkurve im Bios definiert werden.

Bei einer Wasserkühlung mit externem Radiator sollte nicht vergessen werden, im PC-Gehäuse noch Lüfter einzusetzen: Die Wasserkühlung kühlt nur Bauteile, die mit Kühlblöcken ausgestattet sind – passive Kühler auf dem Mainboard oder auf Erweiterungskarten sollten aber durch einen steten Luftstrom durchs Gehäuse unterstützt werden.

Sensorik und separate Steuerung sind kein Muss, aber hilfreich

Sofern das Mainboard nur die Regelung nach der CPU-Temperatur erlaubt, kann damit gearbeitet werden – oder aber auf eine separate Lüftersteuerung mit eleganterer Lüfterkurve zurückgegriffen werden. Das Aquaero von Aqua Computer stellt in diesem Bereich die Referenz dar: Eine 4-Kanal-Lüftersteuerung mit USB-Anschluss und ausgereifter Software, die diverse zusätzliche Sensoren verwalten kann. So kann ein Aquaero mit bis zu acht Temperatursensoren bestückt werden und einen Durchflusssensor verwalten. Es erlaubt die freie Einstellung von Lüfterkurven sowie On-Screen-Displays zur Überwachung und kann dank Alarmfunktionen zur Notabschaltung des Systems genutzt werden, falls etwa die Pumpe ausfallen sollte.

Der günstigste Einstieg in diese Steuerung stellt das Aquaero 5 LT dar, welches für knapp 60 Euro erhältlich ist. Für 100 Euro gibt es das modernere Aquaero 6 LT, das alle vier Lüfterkanäle mit PWM ansteuern kann – das Aquaero 5 beherrscht dies nur auf einem Kanal, die anderen werden über Spannungsreduzierung gedrosselt, was bei mehreren Lüftern je Kanal einen Kühler voraussetzt. Um das volle Potenzial der Steuerung auszuschöpfen, können Temperatursensoren für G1/4"-Anschlüsse zur Messung der Wassertemperatur sowie ein passender Durchflusssensor angeschlossen werden.

Auf der nächsten Seite: Abschließende Worte