2/2 Nintendo Classic Mini im Test : Zurück in die Vergangenheit

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Drei Anzeigenmodi

Über das Hauptmenü lassen sich drei verschiedene Anzeigenmodi für die Darstellung von Spielen auswählen: 4:3 (Standard), Pixel Perfect und CRT-Filter. Auf das Menü selbst haben sie keine Auswirkung.

Nintendo Classic Mini: Die Anzeigenmodi

Spiele hingegen werden bei Auswahl des CRT-Filters im Format 4:3 mit einem Filter überdeckt, der die Darstellungen auf aktuellen Flachbildfernsehern der auf Röhrenfernsehern der 80er-Jahre angleichen soll. Die Auswahl 4:3 präsentiert wiederum denselben Ausschnitt ohne Farbverfälschungen und horizontale Streifen, aber im von Fernsehern der damaligen Zeit bekannten Format.

Ein Modus für das perfekte Pixel

Pixel Perfect wiederum stellt jedem gerenderten Pixel ein Bildschirmpixel gegenüber. Der angezeigte Bildschirmausschnitt wird hier horizontal gestaucht, denn der NES renderte nicht im 4:3-Format sondern mit 256 × 240. Dafür wird die Darstellung gestochen scharf. Das Video zeigt die drei Modi im Vergleich.

Im Spielealltag erweist sich die Standardeinstellung 4:3 trotz der Unschärfe durch den gezerrten Bildschirmausschnitt als die eingängigste weil auch bekannteste. Pixel Perfect ist gefühlt zu eng bemessen, wenn auch scharf, der CRT-Filter hingegen schnell eine optische Zumutung.

Grafikfehler wie vor zwei Jahrzehnten

Konsole an und losgespielt. Aber dann: Grafikfehler! Gab es die immer schon? Besonders auffällig sind sie in Super Mario Brothers 3. Es kommt zu Fehlfarben am rechten Bildschirmrand, an dem sich die Welt aufbaut. Doch der Mitschnitt des Bildsignals von der Originalkonsole (ab 0:20) zeigt: die gab es schon immer.

Antike Fehler gehören dazu

Möglich, dass das in Vergessenheit geraten ist. Möglich, dass man in den 80ern noch nicht so darauf geachtet hat. Möglich, dass es auf flimmernden Röhrenfernsehern einfach nicht aufgefallen ist. Egal: Die Erkenntnis, dass es nicht die Schuld der Emulation auf dem Nintendo Classic Mini sondern eine antike Eigenschaft der Spiele ist, nimmt den Fehlern ihre Brisanz.

In Kirby's Adventure zeigte sich allerdings immer wieder ein anderes Problem: Das Spiel ruckelte leicht. In Ermangelung einer Cartridge des Originals konnte hier kein Abgleich erfolgen und das Problem nicht abschließend der Neuauflage zugeschoben werden.

2016 ist nicht 198x

Die Musik im Menü, die Musik der Spiele, die Charaktere, die Grafik, der Controller mit seinen nur zwei Knöpfen – der Umgang mit dem Nintendo Classic Mini weckt Erinnerungen. Und jedem, der in seiner Jugend mit den Klassikern von Nintendo in Kontakt gekommen war, zeichnet sich deshalb augenblicklich ein Lächeln ins Gesicht.

Der Aspekt Erinnerung ist aber wichtig, denn 2016 sind nicht die 80er. Die (fehlerbehaftete) Grafik der Spiele ist natürlich altbacken, der Sound in heutigen Maßstäben schwach, die Spielmechanik oft Level für Level für Level dieselbe. Selbst über Spiele hinweg. Klassiker der Spielegeschichte bleiben Klassiker der Spielegeschichte, die Faszination wie vor 35 Jahren – damals alternativlos gut – versprühen die 30 Spiele aber nicht mehr. Wer keine Erinnerungen an den NES hat, sollte auch die Investition von 70 Euro gut überdenken.

Fazit

Das Nintendo Entertainment System von 1983 ist zurück. Mit 30 vorinstallierten Spielen ohne Aussicht auf Nachschub auf demselben Gerät zwar nur eingeschränkt, dafür dank HDMI-Anschluss ohne Adapter und in 720p an modernen Fernsehern einsetzbar.

Zaubert ein Lächeln ins Gesicht

Anschließen. Anschalten. Und da ist es wieder: Diese Musik, die Charaktere, die Farben. Wer Erinnerungen an die Zeit des NES hegt, dem zeichnet die kleine Neuauflage ein Lächeln ins Gesicht. Die Anlehnungen an die Moderne stehen dem Nintendo Classic Mini dabei gut.

Das neue, bildschirmfüllende Menü in 720p sieht auf Full-HD- und Ultra-HD-Fernsehern gestochen scharf aus. Dieselbe Schärfe, wenn auch im engen Bildausschnitt, erhalten Spieler im Anzeigenmodus Pixel Perfect. Besser spielen lässt es sich trotzdem im klassischen 4:3.

Mit Vier-Wege-Cursor und zwei Knöpfen in die Vergangenheit
Mit Vier-Wege-Cursor und zwei Knöpfen in die Vergangenheit

Der eine wird die Möglichkeit, überall speichern zu können, verteufeln, für das kurze Spiel zwischendurch ist sie ein Segen. Und genau das dürfte der Einsatzzweck für die bis zu 36 Jahre alten Titel in vielen Haushalten heutzutage sein: Der kurze Ausflug in die Vergangenheit, nicht die abendfüllende Reise in Super Mario.

Warum so kurze Kabel?

Absolut unverständlich bleibt Nintendos Entscheidung, die Kabel derart kurz zu bemessen. So müssen Spieler bei Bedarf über alternative Controller-Kabel oder längere HDMI- und Stromkabel nachhelfen.

Der Nintendo Classic Mini ist insgesamt trotzdem ein rundes Produkt. Wer am lebenden Objekt in Erinnerungen an Nintendos Anfangsjahre schwelgen möchte und keine andere Konsole mit Nintendo Virtual Console besitzt, kann zum Preis von 70 Euro bedenkenlos zugreifen. Ein weiterer Controller kostet 10 Euro.

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