4/5 Xiaomi Mi 5s Plus im Test : Viel Leistung, Speicher und Dual-Kamera im Alugewand

, 80 Kommentare

Zwei Kameras für Schwarz und Weiß

Xiaomi stattet das Mi 5s Plus ähnlich wie Huawei das P9 mit einer Dual-Kamera aus, wobei einer der kleinen IMX258-Sensoren im Format 1/3" mit einer Auflösung von 13 Megapixel von Sony auf die Bayer-Matrix verzichtet und somit echte Monochrom-Aufnahmen bietet. Beide Objektive sind mit einer Lichtstärke von f/2.0 gut für den Alltag gerüstet. Als Besonderheit nennt Xiaomi die Möglichkeit, Tilt-Shift per Software zu aktivieren.

Xiaomi Mi 5s Plus
Xiaomi Mi 5s Plus

Tagsüber kann das neue Xiaomi Mi 5s Plus durch Fotos mit einer guten Bildschärfe überzeugen, auch wenn diese zum Rand hin leicht und kaum sichtbar abfällt und einfarbige Flächen wie beispielsweise der Himmel selbst bei niedrigen Empfindlichkeiten eine krisselige Pixelstruktur aufweisen, die zum Beispiel auf eine zu starke Komprimierung oder einen schlecht programmierten Algorithmus im internen Bildnachbearbeitungsprozess zurückfallen kann.

Die Wiedergabe der Farben und unterschiedlichen Tonwerte ist realistisch, der Bildkontrast angemessen. Am automatischen Weißabgleich gibt es nichts auszusetzen, er verrichtet gute Dienste und erweist sich schnell als zuverlässig. Die Aussage trifft auch auf die automatische Belichtungsmessung zu, die, es sei denn, es wird vom Benutzer anders eingestellt, lichterbetont misst. Dadurch eventuell zu dunkel ausfallende Bildelemente werden vom Mi 5s Plus leicht aufgehellt, sodass immer noch ein wenig Zeichnung auf Bildern mit höherem Dynamikumfang erkennbar bleibt.

Je nach Einfallswinkel des Gegenlichts hat das Mi 5s Plus mit leichten Kontrastverlusten auf den Fotos zu kämpfen. Dies ist aber bei allen Smartphones so und das neue Xiaomi sticht hier weder positiv noch negativ hervor. Eine Disziplin, in der das Smartphone ebenfalls gut abschneidet, sind HDR-Aufnahmen. Sie führen, wie auf den Vergleichsaufnahmen zu erkennen ist, zu einer deutlichen Steigerung des Dynamikumfangs.

Xiaomi Mi 5s Plus im Test – Kamera

Im Vergleich zum RGB-Sensor liefert der Monochrom-Sensor – auf Pixelebene verglichen – sichtbar schärfere und rauschärmere Fotos, was auf die fehlende Bayer-Matrix zurückzuführen und somit nur logisch ist. Je nach Motiv bietet die eigens für Schwarz-Weiß-Aufnahmen vorgesehene Kamera also sowohl qualitativ als auch stilistisch einen echten Mehrwert.

Die Möglichkeit, Tilt-Shift per Software hinzuzufügen, funktioniert in der Praxis verhältnismäßig gut, kann aber mit echten Tilt-Shift-Objektiven nicht mithalten. Dennoch ist diese Option eine nette Spielerei, mit der beispielsweise der Miniatureffekt nachgeahmt werden kann.

Geringes Rauschverhalten trotz hoher ISO

Sowohl bei schwacher Innenraumbeleuchtung als auch in der Dunkelheit weist das Xiaomi Mi 5s Plus trotz hoher Empfindlichkeiten bis ISO 6.400 ein verhältnismäßig moderates Rauschverhalten auf. Natürlich fallen einige Details der Signalverstärkung zum Opfer, die Ergebnisse sind aber noch immer ansehnlich.

Alles in allem ist dem chinesischem Hersteller beim Mi 5s Plus eine solide Dual-Kamera gelungen, die vieles gut und nur wenig schlecht beherrscht. Gemessen am Preis und an der Konkurrenz kann das Xiaomi Mi 5s Plus hinsichtlich der Bildqualität ohne Probleme mithalten und bietet mit der Monochromkamera sogar einen echten Mehrwert. Die Kamera-App wirkte allerdings etwas unfertig, teilweise starten plötzlich Serienaufnahmen, und auch die Übersetzung erwies sich nicht immer als richtig.

Viele Anschlüsse, wenig LTE

Das Xiaomi Mi 5s Plus bietet erwartungsgemäß eine umfangreiche Anschlussausstattung mit allen aktuellen Übertragungsstandards. Dazu gehören Bluetooth, NFC, USB Typ C – wenn auch nur nach USB 2.0 – sowie Dual-SIM und ein Infrarotsender zur Nutzung als Fernbedienung.

Was dem Smartphone aber fehlt, ist das in Deutschland wichtige LTE-Band 20. Dieses bieten nur wenige Xiaomi-Modelle, darunter das kürzlich vorgestellte Topmodell Mi Note 2 in der globalen Edition. Mit dem Mi 5s Plus ist LTE außerhalb von Großstädten vor allem bei Vodafone und o2 nur eingeschränkt nutzbar, aber auch in Ballungszentren setzen die Anbieter auf die 800-MHz-Frequenz.

Xiaomi Mi 5s Plus
Xiaomi Mi 5s Plus

Die Empfangsqualität erwies sich im Test als zuverlässig, Gleiches gilt für die Standortbestimmung mit dem Mobilfunknetz. Getestet wurde im Netz von o2 im Ruhrgebiet und in Düsseldorf.

Großer Akku für gute Laufzeiten

Wie von vielen Xiaomi-Smartphones gewohnt, bekommt auch das Mi 5s Plus einen großen Akku spendiert. 3.830 mAh misst der Energiespeicher dieses Modells. Im Zusammenspiel mit dem effizienteren Snapdragon 821 und einem Display, das „nur“ Full HD auflöst, lässt das Smartphone gute Laufzeiten vermuten.

Und im Alltag erweist sich das Gerät in der Tat als zuverlässiger Langläufer, auch durch den geringen Standby-Verbrauch. Im Alltag mit der Nutzung von Messengern, dem Browser, automatischer Display-Helligkeit, dauerhaft aktivem WLAN und GPS sowie mehreren E-Mail-Konten kommt das Smartphone problemlos über den Tag. Auch ein zweiter Tag der Nutzung ist möglich.

In den Laufzeitmessungen kann das Mi 5s Plus auch gute, aber keine Spitzenwerte abliefern. Im PCMark stehen 8:40 Stunden auf der Uhr. Im YouTube-Dauertest knackt das Smartphone elf Stunden und unterstreicht die guten Eindrücke aus dem Alltag.

Auf der nächsten Seite: Fazit