Günstige Tablets im Test: Fire HD 8, 80 Oxygen und Galaxy Tab A im Vergleich 5/6

Michael Schäfer 39 Kommentare

Musikwiedergabe

Alle drei Testaspiranten eignen sich generell zur Wiedergabe von Musikdateien, wobei dieses auf dem Galaxy Tab A und dem 80 Oxygen aufgrund des Mono-Lautsprechers nur wenig Freude bereitet – aber auch das Fire HD 8 schwächelt bei der Wiedergabe von Audiomaterial trotz seines Stereo-Lautsprechers. Bei allen dreien ist der Klang zu dünn und deutlich zu leise, nach einer guten Wiedergabe des Bassbereiches sollte der Nutzer erst gar nicht fragen. Abhilfe kann durch die Verwendung von externen Bluetooth-Lautsprechern geschaffen werden, die benötigte drahtlose Funktion unterstützt jeder Testteilnehmer. Beim Fire HD sind die erforderlichen Einstellungen jedoch nicht wie üblich über einen eigenen Menüpunkt in den Einstellungen zu finden, sondern wurden missverständlich in den Bereich WLAN eingepflegt.

Während sowohl Archos als auch Samsung aufgrund der Verwendung des Play Stores dem Nutzer alle Möglichkeiten zur musikalischen Verwendung offen lassen, sind diese in Amazons App-Shop erneut deutlich eingeschränkter: So fehlen nicht nur viele Audioplayer, wobei mit PowerAmp einer der prominentesten Vertreter genannt sein dürfte. Auch viele Streaming-Dienste wie unter anderem Napster, Apple Music und Google Play Music tauchen nicht in der Suche auf.

Darüber hinaus schränkt die fehlende Unterstützung von Apps auf dem Lockscreen die bequeme Nutzung deutlich ein, vor allem wenn man es als Nutzer vorher gewohnt war, Änderungen in der Lautstärke oder Titelwahl ohne Entsperrung des Gerätes vornehmen zu können.

E-Books und E-Paper

Auch wenn sich für das Lesen von E-Books ein eigener Reader deutlich besser eignet, nutzen viele Leser Tablets für das Schmökern in digitalen Büchern. Die Textdarstellung ist auf dem Galaxy Tab A 2016 und dem Fire HD 8 noch gut, wobei letzteres aufgrund des größeren Bildschirms mehr Text anzeigen kann und daher weniger geblättert werden muss. Trotzdem ist deutlich zu erkennen, dass die Kantenglättung bei der Auflösung von 1.280 × 800 Punkten stark arbeiten muss, um ein glattes Schriftbild zu ermöglichen. Dadurch kann der Text an einigen Stellen blass und unscharf wirken. In diesem Bereich könnte das 80 Oxygen punkten – wenn nicht wieder das Problem des schlecht kalibrierten Displays wäre.

Samsung und Amazon warten bei ihren Tablets mit einem Lesemodus auf, bei welchem die Helligkeit gedimmt und der Blauanteil im Licht der verringert wird. Dies soll die Augen schonen und vor allem einen besseren Schlaf ermöglichen. Bei Samsung muss dieser extra aktiviert werden und lässt nur eine Einstellung zu, beim Fire HD 8 lässt sich hingegen die Intensität der auf den Namen „Blue Shade“ getauften Blaulichtreduktion einstellen sowie die Aktivierung automatisch zu einer bestimmten Uhrzeit festlegen.

Display-Größe für E-Paper zu gering

Das Lesen von E-Papers macht dagegen nur wenig Spaß. Wenn es nur darum geht, Informationen schnell nachschlagen zu wollen, sind die beiden Acht-Zoll-Tablets noch zu gebrauchen, aber für das ständige Lesen wäre ein Tablet in der Größe um die 10 Zoll und höherer Auflösung geeigneter – denn auch hier kommt die Kantenglättung schnell an ihre Grenzen. Zudem werden digitale Zeitschriften nicht wie E-Books an die jeweilige Bildschirmgröße angepasst gerendert, sondern in festgelegten Abmessungen ausgeliefert. So geht das Vergrößern der Darstellung mit einem ständigen Hin-und-her-Wischen des Inhaltes einher.

Sonstige Möglichkeiten

Darüber hinaus gibt es noch viele Verwendungsmöglichkeiten für kleinere Tablets, bei denen vor allem Handlichkeit gefragt ist und keine größeren Ressourcen erforderlich sind – auch wenn diese in diesem Test nicht berücksichtigt werden konnten. Zu nennen wäre unter anderem die bereits angesprochene Steuerung eines Audiosystems, denn fast alle Hersteller bieten entsprechende Applikationen zu ihren Produkten an. Ist eine Infrarotschnittstelle vorhanden, lassen sich zudem auch noch zahlreiche Unterhaltungsgeräte über das Tablet bedienen, auch hierfür sind einige Apps erhältlich. Aber auch für das tägliche TV-Programm gibt es genügend Programme, und für ein schnelles Nachschlagen nach Informationen reicht ebenfalls ein günstiges und kleines Tablet aus. Eine weitere Möglichkeit besteht in der Nutzung als sogenannter „Second Screen“ zur Ergänzung des gerade laufenden TV-Programms oder als Kochbuch – wobei beachtet werden sollte, dass günstige Tablets in den meisten Fällen keinen Wasserschutz bieten. Durch die hohe Display-Helligkeit eignen sich zumindest das Galaxy Tab A 2016 und das Fire HD 8 zudem als digitaler Bilderrahmen.

Auf der nächsten Seite: Fazit