Erste Lieblingsspiele: Der Weg der Redakteure zum PC-Spieler 3/3

ComputerBase 241 Kommentare

Robert McHardy

Im Gegensatz zu den „etwas älteren Kalibern“ in der Redaktion, habe ich mit meinen 20 Jahren meine ersten Gaming-Erfahrungen tatsächlich auf einem Windows-PC gesammelt. Die Spiele habe ich mir damals natürlich nicht selbst ausgesucht. Als kleines Kind haben mir meine älteren Geschwister ab und zu erlaubt, mit ihnen zusammen auf ihren Computern zu spielen. Dementsprechend habe ich nur Titel gespielt, die über einen LAN- oder Hot-Seat-Modus verfügten.

Bis zum heutigen Tage ist Heroes of Might and Magic III mein absolutes Lieblingsspiel. Die Vielzahl an Kreaturen und Monstern und die Möglichkeit, seine Festungen auszubauen und so seine Armee nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ zu verstärken, haben es mir einfach angetan. Entsprechend sah auch meine Reaktion aus, als ich mitbekommen habe, dass der Klassiker von 1999 eine HD-Neuauflage für PC und iPad bekommt. Gerade auf dem iPad ist HoMM III auch eine super Unterhaltung für lange Bahnfahrten oder Flüge, die ich jedem nur ans Herz legen kann.

Volker Rißka

Strategiespiele waren schon immer mein Ding – denn exakt damit sind insbesondere auch PC-Spiele groß geworden. Nach Moon Patrol auf dem C64 waren es rundenbasierte Titel wie Civilization, Colonisation & Co, die von Beginn an zum PC-Spielebestand auf dem heimischen Schrank gehörten. Doch ein Titel ragte gleich zu Beginn des „modernen PCs“ im Jahr 1994 heraus: UFO: Enemy Unkown.

Bereits auf dem Amiga als Fünf-Disketten-Version mit nicht enden wollenden Ladezeiten zuvor getestet, musste für den PC mit neuem Double-Speed-CDROM-Laufwerk auch das passende Spiel probiert werden. Folglich wurde unendlich viel Zeit in diesen Titel investiert, immer wieder neu von vorn begonnen, denn die Möglichkeiten waren schier riesig und immer wieder abwechselnd, da mit Liebe zum Detail gearbeitet wurde und alles auch entsprechende Auswirkungen hatte. Keiner der modernen Nachfolger bot auch nur ansatzweise einen ähnlichen Umfang. Die Spielepackung des Originals, erworben seinerzeit für schlappe 139,95 DM auf CD-ROM, ist aus Nostalgie-Gründen noch immer im Besitz.

XCOM – Das Original aus dem Jahr 1994
XCOM – Das Original aus dem Jahr 1994

Michael Schäfer

Im Gegensatz zu meinen geschätzten Kollegen verlief mein Weg zum PC-Spieler aufgrund meines gehobenerem Alters – ja, ich habe das Atari VCS 2600, ja selbst die ersten bezahlbaren Pong-Klone noch aktiv miterlebt – nicht so geradlinig. Daher fallen mir in dem Zusammenhang immer zwei Spiele ein.

Wir schreiben den April im Jahr 1986: Während Bronskie Beat eindeutig zweideutig den Hörer auffordern, den richtigen Rhythmus zu schlagen („Hit That Perfekt Beat“) und Marietta von zwei Gegensätzen („Fire & Ice“) singt, harre ich bei meiner Konfirmationsgesellschaft aus. Laut Girlande samt Schild an der Tür der „schönste Tag in meinem Leben“, was mein Gesicht auf dem dazugehörigen Bild an diesem Tag jedoch anscheinend nicht mitbekommen hat. Das einzige, was mich diese Tage hat überstehen lassen, war der Ausblick auf den Besuch des damals noch vorhandenen Horten-Kaufhauses in unserer Nachbarstadt, um die erworbenen Geldgeschenke in einen Commodore 64 samt dazugehörigem Diskettenlaufwerk 1541 einzutauschen.

Eines meiner ersten Spiele war „The Way Of The Exploding Fist“. Zwar weist dieses nicht die weichen Bewegungen wie Summer Games oder Impossible Mission („Another Visitor...Stay A While – Stay Forever!“) auf, dennoch machte es vor allem in Verbindung mit den Sound-Effekten damals einen Heidenspaß – auch wenn es für mich als Zocker in Ausbildung wie auch für den Joystick in den höheren Levels recht fordernd war.

„Shadow Of The Beast“ ist das zweite Spiel, welches mich ein paar Jahre später auf dem Amiga 500 nicht minder fesselte. Das lag neben der ausgezeichneten Grafik samt dem flüssigen Paralaxx-Scrolling sowie der für dieses Genre guten Story jedoch vor allem am von David Whittaker erschaffenen Soundtrack, der auf dem Amiga zum Release 1989 seinesgleichen suchte. Nächtelang saß ich vor dem TV, spielte Level für Level durch, nur um die Musik aufzuzeichnen - eine Action-Replay-Erweiterungskarte zum direkten Extrahieren der Musik im Soundtracker-Format war für mich zum damaligen Zeitpunkt mit einem Preis von 189 D-Mark unerreichbar.

Die Herausforderung lag zudem im Anspruch: Nur mit einem Leben musste sich durch die verschiedenen Ebenen gekämpft werden – starb man, musste komplett von vorne begonnen werden. Damit setzte das Spiel eine hohe Frustrationsgrenze voraus – was die Nächte länger werden ließ. Auch heute noch macht das Spiel an Retro-Abenden sehr viel Spaß und versprüht eine eigene, besondere Atmosphäre.

Es bleibt noch anzumerken, dass Heavy Spectrum im März dieses Jahres ein Remake des Titels exklusiv für die Playstation 4 veröffentlicht hat – doch trotz schönerer Grafikwelten kann dieses in Sachen Atmosphäre meiner Meinung nach dem Original nicht annähernd das Wasser reichen.

Maximilian Schlafer

Nach langen Jahren der Unterversorgung mit für Computerspiele auch nur halbwegs geeigneter Hardware erwarb ich kurz vor Schulabschluss einen Eee-PC der ersten Generation. In etwa zeitgleich dazu fiel mir zufällig das Spiel Gothic 2 auf einem 9,99€-Tisch auf. Ohne jedwede Erfahrung mit Rollenspielen zu haben, ließ ich mich vom auf der Hülle aufgedruckten Text, Screenshots und den Systemanforderungen überzeugen und kaufte es. Schon davor war ich auf der Suche nach ähnlichen Spielen, doch lagen deren Systemanforderungen zu oft weit jenseits der Leistungsfähigkeit meines kleinen Rechners.

Gothic II
Gothic II (Bild: Piranha Bytes)

Ohne den Schimmer einer Ahnung, was mich erwarten würde startete ich das Spiel und wurde vom ersten Moment an wie von einem Strudel der Faszination in die Spielwelt hineingezogen. Mit dem Gesicht nahe vor einem 7-Zoll-Bildschirm klebend sammelte ich meine ersten Erfahrungen – zu Beginn vor allem mit Niederlagen und Neustarts – im Gameplay und begriff Stück für Stück die für mich dereinst sehr beeindruckend in das Spielgeschehen eingewobene Handlung. Die wechselnden Tageszeiten, der manchmal einsetzende Regen, die unterschiedliche Atmosphärik waren für jemanden wie mich, der zuvor nur mit Spielen des Systems „Spaceinvader“ vertraut war, eine knapp an einer Erleuchtung vorbeischrammende Erfahrung. Tagelang saß ich bei schönstem Sommerwetter vor meinem kleinen Rechnerchen und schickte meinen Helden mal hier- und mal dorthin, getrieben von Entdeckerfreude und dem Bannstrahl des Spieles. Stets auf der Suche nach neuen Quests und besserer Ausrüstung, stets aufs Neue von bislang unbekannten Monstern oder Gegnern bis ins Mark erschrocken.

In meiner Begeisterung beschaffte ich mir nicht nur einen größeren Arbeitsspeicherriegel, sondern auch ein Tool zur Übertaktung der etwas schwachbrüstigen Celeron-CPU, um auch noch das kleinste Bisschen Leistung aus dem Gerät herauszukitzeln. Ein omnipräsentes Lüftergeräusch störte mich da gar nicht mehr. Selbst heute, Jahre später, denke ich noch mit Freude an diese intensiv durchlebten Momente zurück, die mich in Hinsicht auf Computerspiele prägten wie es kein anderes Spiel seit damals vermochte.

Jan-Frederik Timm

Ich selbst hatte noch keinen PC, als ein guter Freund von mir seinen Pentium 90 mit flachem 15-Zoll-Röhrenmonitor bekam. Und ein Kindertraum wurde wahr: Star Wars spielen – und zwar auf der dunklen Seite der Macht. Der Reiz am im Jahr 1994 erschienenen TIE Fighter von LucasArts lag neben der Atmosphäre an den aufeinander aufbauenden Missionen und der Konfiguration der Raumschiffe im Kampf. Ständig galt es die Energie bestmöglich auf Laser oder Schilde (sofern verfügbar) zu verteilen. Bei den Schilden mussten sich Piloten sogar zwischen der Front und dem Heck entscheiden.

Im Jahr 1995 gab es eine Neuauflage auf CD-ROM, die dann sogar 640 × 480 Pixel bot. Mich hat die niedrigere Auflösung der Diskettenversion ein Jahr zuvor aber auch nie gestört. Wie heute, fühlte sich auch dieses Spiel damals „fast wie echt“ an.

Eure Lieblingsspiele?

Und was waren die ersten Lieblingsspiele unserer Leser? Wir freuen uns über übereinstimmende und ganz andere Titel in den Kommentaren zu diesem Artikel.

Dieser Artikel war interessant, hilfreich oder beides? Die Redaktion freut sich über jede Unterstützung in Form deaktivierter Werbeblocker oder eines Abonnements von ComputerBase Pro. Mehr zum Thema Anzeigen auf ComputerBase.