Xiaomi Mi Note 2 im Test: Das Galaxy Note 7 aus China 4/5

Mahir Kulalic 72 Kommentare

Kamera überzeugt vor allem bei Tag

Mit 22,5 Megapixel und einer Pixelgröße von genau 1 µm hat der 1/2,6"-Sensor des neuen Xiaomi Mi Note 2 eine sehr hohe Auflösung zu bieten. Ein lichtstarkes Objektiv mit einer Blende von f/2.0 ermöglicht auch bei Dunkelheit dank kürzerer Belichtungszeiten scharfe Aufnahmen aus der Hand, wobei ein elektronischer Bildstabilisator Verwackler noch weiter reduzieren soll.

Weiterhin steht ein Dual-LED-Blitz an der Rückseite zur Verfügung. Videos werden mit einer Auflösung von 2160p@30fps aufgezeichnet. Die zum Kleinbildformat äquivalente Brennweite des Mi Note 2 beträgt 23 mm.

22,5-Megapixel-Kamera
22,5-Megapixel-Kamera

Tagsüber hinterlässt das neue Xiaomi Mi Note 2 einen guten Eindruck hinsichtlich Dynamikumfang und Farbgenauigkeit. Bei der richtigen Wahl des Weißabgleichs zeigt sich das Mi Note 2 sowohl unter freiem Himmel als auch in Kunstlicht als überwiegend zuverlässig, die Bildschärfe ist hoch.

Rauschmuster sichtbar

In der 100-Prozent-Ansicht sind die Folgen eines sehr kleinen Sensors kombiniert mit einer sehr hohen Pixeldichte dann aber gut zu erkennen: Selbst bei niedrigen Empfindlichkeiten ist ein Rauschmuster sichtbar, welches durch den internen Bildbearbeitungsalgorithmus nicht glatt gebügelt werden kann. Im Normalfall stört dies zwar nicht unbedingt, aber es handelt sich um ein wichtiges Detail.

Mit dem Xiaomi Mi Note 2 können auch HDRs aufgezeichnet werden, also Fotos die einen höheren Dynamikumfang als eine einzelne Aufnahme aufweisen. Dem Mi Note 2 gelingt dadurch noch einmal eine Steigerung des Dynamikumfangs um circa eine Blende, wie die Vergleiche 10 und 11 sowie 14 und 15 in der Bilderstrecke zeigen.

Xiaomi Mi Note 2 im Test – Kamera

Details auch bei schwachem Licht

Sobald die Dämmerung einsetzt oder bei schwachem Kunstlicht fotografiert wird, müssen Verschlusszeit und Empfindlichkeit bei Smartphones verlängert beziehungsweise erhöht werden. Die Erhöhung des ISO-Wertes bringt wie bei jedem Kamerasensor ein stärkeres Rauschsignal mit sich, das in Abhängigkeit der gewählten Empfindlichkeit unterschiedlich stark ausfällt. Das Xiaomi Mi Note 2 schafft es aber dieses Rauschen auf einem moderaten Level zu halten, sodass die meisten Details weiterhin gut erkennbar bleiben (Bild 28 in der Bilderstrecke).

Trotz der äußerst kleinen Pixelgröße von gerade einmal 1 µm schafft es Xiaomi mit dem Mi Note 2 tagsüber gute und in der Nacht immerhin noch akzeptable Bildergebnisse zu liefern. Große Schwächen, die gegen das Smartphone sprechen, gibt es nicht. In Summe ist Xiaomi also eine durchaus vorbildliche Alltagskamera im Mi Note 2 gelungen.

Globale Version mit Band 20

Ein Kritikpunkt an vielen aus China importierten Smartphones ist der Wegfall des LTE-Bands 20, da dieses in Deutschland zum Großteil zur LTE-Abdeckung genutzt wird. Auch Xiaomi bietet nur wenige Modelle mit Unterstützung der 800-Megahertz-Frequenz. Das Mi Note 2 bietet der Hersteller aber auch in einer globalen Version an, die alle in Deutschland genutzten Bänder unterstützt und diesen potentiellen Nachteil ausgleicht. Das Testmodell ist hingegen nicht die globale Version, womit das in Deutschland wichtige LTE-Band fehlt. Der Preisunterschied beträgt derzeit aber nur wenige Euro.

Aufpreis zur globalen Version lohnt sich

Auch darüber hinaus fällt die Anschlussausstattung umfangreich aus. Das Smartphone beherrscht NFC, Bluetooth, A-GPS, GLONASS und Galileo sowie Dual-SIM und Infrarot. Eine Speichererweiterung ist nicht möglich. Mit Strom versorgt wird das Smartphone via USB Typ C, allerdings nur nach USB 2.0 – große Datenmengen können somit nicht schnell übertragen werden.

Der Empfang überzeugte abseits vom fehlenden Band 20 im Test durch stabile Telefonate und Internetverbindungen. Außerplanmäßig kam es zu keinen Abbrüchen und Gesprächspartner klingen laut und deutlich. Auch die Standortbestimmung erfolgt im Modus für höchste Genauigkeit zügig. Getestet wurde im Netz von O2 im Ruhrgebiet und in Düsseldorf.

Zwei SIM-Schächte
Zwei SIM-Schächte
USB Typ C, aber nur nach 2.0
USB Typ C, aber nur nach 2.0

4.000 mAh trifft auf Full HD

Mit 4.070 mAh fällt der Akku groß aus, das Display bietet mit Full HD eine mutmaßlich stromsparende Auflösung im Vergleich zu den QHD-Bildschirmen anderer Topmodelle. Diese Kombination lässt wie beim Mi 5s Plus auf eine lange Laufzeit hoffen.

Der Akku hält lange durch

Sowohl im Alltag als auch in den Messungen bestätigt das Mi Note 2 die Annahmen. Bei der täglichen Nutzung mit mehreren Messengern und E-Mail-Konten sowie Browsen, dauerhaft aktivem WLAN und GPS sowie automatischer Helligkeit kommt das Smartphone problemlos über den Tag, oft ist auch ein zweiter Tag möglich. Mit fast 12,5 Stunden im YouTube-Dauertest erreicht das Smartphone die Werte vom Galaxy Note 7 oder OnePlus 3T. Im PCMark steht mit knapp unter neun Stunden ein niedrigerer Wert auf der Uhr, der aber trotzdem für das obere Drittel reicht.

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