HTC U Ultra und U Play: Ein Neuanfang mit viel Glas, zwei Displays und etwas KI 3/4

Nicolas La Rocco 148 Kommentare

Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz oder kurz KI (auch AI) scheint sich zum großen Trend der zweiten Jahreshälfte 2016 und des neuen Jahres zu entwickeln. Google hat den Assistant mit dem Pixel eingeführt, Amazon nutzt Alexa und Apple hat Siri seit dem iPhone 4s. Bei HTC ist im Bereich der Software der Sense Companion die größte Neuerung. Das Unternehmen betont, damit Google Now oder den Google Assistant nicht ersetzen, sondern eine Ergänzung für spezielle Funktionen des Smartphones anbieten zu wollen.

Der Sense Companion nutzt häufig das Zweitdisplay
Der Sense Companion nutzt häufig das Zweitdisplay

Der Sense Companion nutzt primär das Zweitdisplay des U Ultra, er kann seine Informationen aber auch in einem Android-Widget darstellen. Der Sense Companion soll für den Anwender auf Basis des Nutzerverhaltens relevante Informationen selektieren und unnötige Pop-ups und klassische Benachrichtigungen reduzieren. Er kann zum Beispiel Empfehlungen für das Aufladen des Akkus geben, wenn in nächster Zeit ein Termin im Kalender ansteht. Außerdem spricht der Sense Companion Empfehlungen zum Anziehen bei schlechtem Wetter oder für Restaurants in neuen Städten aus. Das System zieht dafür Empfehlungen von Yelp, Foursquare und Uber zurate. Die Fähigkeiten des Sense Companion sollen mit laufender Nutzung stetig besser ausfallen.

Ein neues und ein altes Android-Betriebssystem

Den Sense Companion installiert HTC auf beiden Geräten der U-Serie, einen Unterschied gibt es aber bei dem zugrundeliegenden Betriebssystem. Während das U Ultra bereits mit Android 7.0 Nougat ausgestattet ist, kommt auf dem U Play noch Android 6.0 Marshmallow zum Einsatz. HTC begründet dies damit, dass die von MediaTek für Android 7.0 Nougat benötigten Treiber noch nicht vorliegen würden.

High-End-Kamera

Die neue Kamera des U Ultra baut auf den Fähigkeiten des HTC 10 auf. Im Prinzip handelt es sich um die Kamera des Google Pixel, ergänzt um einen optischen Bildstabilisator und eine offenere f/1.8-Blende. Verbaut ist mit Sonys IMX378-Sensor der Nachfolger des IMX377 aus dem HTC 10, Nexus 5X oder auch Nexus 6P. Der mit 1/2,3 Zoll für Smartphone-Verhältnisse wieder sehr große Sensor löst unverändert mit 12,3 Megapixel im 4:3-Format auf. Die Pixelgröße liegt bei großen 1,55 Mikrometer.

Der neue Sensor zählt zur Exmor-RS-Serie von Sony und bietet als große Neuerung gegenüber dem IMX377 einen Autofokus per Phasenvergleich (PDAF). Den PDAF kombiniert HTC mit einem Laserautofokus neben dem Objektiv, mit dem gemessen werden kann, wie weit ein Objekt vom Smartphone entfernt ist, und als dritte Variante einem klassischen Kontrast-Autofokus.

Beim ersten Ausprobieren mit einem Vorseriengerät startet die Kamera des U Ultra sehr schnell über doppeltes Drücken des An/Aus-Schalters und benötigt auch nur kurze Zeit, bis fokussiert wird und das erste Foto geschossen ist. Zur Bildqualität lässt sich zum aktuellen Zeitpunkt noch nichts handfestes sagen, hier muss auf ein Testgerät aus der Serienproduktion gewartet werden, das die Redaktion zeitnah zum Marktstart im Februar erwartet.

Ultra HD mit 360-Grad-Klangkulisse

Im Videomodus arbeitet das U Ultra mit bis zu 3.840 × 2.160 Bildpunkten (UHD) bei 30 FPS. Eine Besonderheit ist das sogenannte 3D-Audio für Videoaufnahmen, bei dem mit den insgesamt vier Mikrofonen eine 360-Grad-Klangkulisse geschaffen werden soll.

Das U Play kommt auf 16 Megapixel für die Hauptkamera und eine f/2.0-Blende. Den Autofokus per Phasenvergleich und auch den optischen Bildstabilisator behält HTC für die günstigere Variante bei. Im Videomodus ist hingegen maximal nur noch Full HD mit 30 FPS möglich, und auch 3D-Audio ist dem Flaggschiff U Ultra vorbehalten.

Vier Mikrofone sind im HTC U Ultra verbaut
Vier Mikrofone sind im HTC U Ultra verbaut

Gleichstand herrscht wieder bei der Frontkamera, die jeweils 16 Megapixel und eine f/2.0-Blende bietet. Die Besonderheit ist hier ein UltraPixel-Modus, der bei schlechten Lichtbedingungen zu besseren Selfies führen soll. Dazu werden vier Pixel zu einem großen zusammengeführt, sodass ein helleres Fotos mit 4 Megapixel das Resultat ist.

Auf der nächsten Seite: USB-Typ-C-Kopfhörer