Core i7-7700HQ & i7-7820HK im Test: Kaby Lake-H für Notebooks mit und ohne offenem Multi 3/3

Jan-Frederik Timm 24 Kommentare

HEVC-Beschleunigung

Kaby Lake ist die erste Architektur von Intel, die HEVC (H.265) mit 10 Bit Farbtiefe und höheren Bitraten (Profil Main 10) in Hardware de- und encodieren kann. Das Format wird unter anderem auf Ultra-HD-Blu-ray mit HDR genutzt. Skylake kann das ebenso wenig wie die Beschleunigung von HEVC (H.265) mit 8 Bit Farbtiefe (Profil Main) in Ultra HD. Auch Googles Codec VP9 für Web-Videos decodiert nur Kaby Lake bei 10 Bit Farbtiefe, das Encodieren ist immerhin mit 8 Bit möglich.

Aktualisierte Media-Features
Aktualisierte Media-Features

Die Unterstützung eines Codecs „in Hardware“ resultiert in einer deutlich niedrigeren Last bei gleichzeitig gesenktem Verbrauch. Der bereits im letzten Jahr getestete Core i7-7500U mit zwei Kernen und 15 Watt TDP konnte ein entsprechendes Video bei einstelliger Prozessorlast deshalb flüssig wiedergeben, der Core i7-6700K mit 95 Watt TDP und vier Kernen hingegen nicht.

Intel Video-Codec-Support Kaby Lake Skylake Broadwell
H.264 Decode Hardware Hardware Hardware
HEVC Main Decode Hardware Hardware Hybrid
HEVC Main 10 Decode Hardware Hybrid
VP9 8-Bit Decode Hardware Hybrid Hybrid
VP9 10-Bit Decode Hardware
H.264 Encode Hardware Hardware Hardware
HEVC Main Encode Hardware Hardware
HEVC Main 10 Encode Hardware
VP9 8-Bit Encode Hardware
VP9 10-Bit Encode
Hardware = dediziert unterstützt, Hybrid = in Teilen GPU-beschleunigt

Core i7-7700HQ und Core i7-7820HK stehen dem damals gezeigten Ergebnis im Testvideo Jellyfish (HEVC Main 10, Ultra HD, 400 Mbit/s) in nichts nach: Beide Prozessoren zeigen im Taskmanager von Windows eine Auslastung von zwei bis drei Prozent, die Wiedergabe des Testvideos ist jederzeit flüssig. Die Leistungsaufnahme legt gegenüber dem Leerlaufverbrauch von 18,5 Watt aber zu: Die Anzeige wechselt zwischen 24 und 28 Watt hin und her.

Kaby Lake kann HEVC Main10 (H.265 mit 10 Bit Farbtiefe)
Kaby Lake kann HEVC Main10 (H.265 mit 10 Bit Farbtiefe)

Fazit

Der Core i7-7500U konnte mit einer deutlich gestiegenen Grafikleistung im Test überraschen, drei TDP-Klassen höher gelingt das Core i7-7700HQ und i7-7820HK nicht. Etwas schneller als erwartet sind beide mit zehn respektive fünfzehn Prozent Vorsprung vor dem Core i7-6700HQ im Acer Predator 15 trotzdem. Weil der Core i7-7700K für Desktop-PCs in den gleichen Anwendungen im Schnitt nur neun Prozent schneller agiert als sein Vorgänger, holen die beiden Notebook-Prozessoren gegenüber dem stationären Rechner erneut leicht auf, ohne die Lücke signifikant schließen zu können. Auch der im Test problemlos um drei bis vier Multiplikatoren übertaktete Core i7-7820HK ändert daran mit weiteren sechs Prozent Leistung nichts.

Unspektakulär fällt die Leistungsentwicklung der integrierten Grafik aus, deren Ausgängeschild nicht die 50 MHz mehr Takt, sondern die Unterstützung von HEVC (H.265) mit Profil Main 10 ist. Weil AMD Polaris und Nvidia Pascal den Codec allerdings ebenfalls in Hardware unterstützen, bleibt dieser Fortschritt für die meisten Anwender aber irrelevant. Und auch die Leistung der iGPU schlagen die dedizierten Grafikkarten dieser Generation spielend.

Auch Kaby Lake-H ist damit nur eine konsequente Weiterentwicklung der mit Skylake gelegten Basis, echte Alleinstellungsmerkmale bleiben aus. Ob Intel Optane als schneller Zwischenspeicher eine solche Eigenschaft sein wird, bleibt abzuwarten. Mit ersten Tests dieser Technologie ist erst in einigen Wochen zu rechnen.

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