Intel SSD 600p im Test: Die günstigste NVMe-SSD schlägt SATA nur knapp 4/6

Michael Günsch 132 Kommentare

Praxistests

Programmstart & Installation

Die Intel SSD 750 ist nach wie vor der Primus bei Anwendungsstart und Installation. Große Leistungsunterschiede gibt es hier nicht. Die Intel 600p ist einen Tick schneller als die SATA-SSD.

Entpacken & Kopieren

Diese Praxistests mit paralleler Lese- und Schreiblast skalieren sehr gut mit der Leistung von PCIe-SSDs. DIe Intel SSD 600p ist zwar auch hier die langsamste der PCIe-Modelle mit NVMe, doch deutlich schneller als die 850 Evo mit SATA-Schnittstelle: Beim Kopieren beträgt der Vorsprung hohe 35 Prozent.

Ratings

Die zusammenfassenden Leistungsratings überraschen nicht. Die Intel SSD 600p ist im Durchschnitt sechs Prozent schneller als die Samsung 850 Evo, die eine der schnellsten SATA-SSDs darstellt. Doch zugleich ist Intels NVMe-Einstiegsmodell der mit Abstand langsamste Vertreter der neuen PCIe-Generation.

Temperaturen

Der Vergleich der Leserate mit und ohne Lüfter weist auf eine temperaturbedingte Drosselung hin. Ohne Lüfter pendelt sich die Leistung nach anfangs bis zu 1.400 MB/s im späteren Verlauf bei rund 1.200 MB/s ein. In der Spitze werden 74 °C erreicht. Am Ende fällt die Leistung kurzzeitig rapide ab.

Was ohne Lüfter nur für knapp anderthalb Minuten möglich ist, herrscht mit Lüfter über den gesamten Testzeitraum von fünf Minuten. Die Leistung schwankt bei maximal 56 °C zwischen 1.200 und 1.400 MB/s, Ausreißer nach unten gibt es keine mehr.

Dauertest: 5 Minuten seq. Lesen (ohne Lüfter)
Dauertest: 5 Minuten seq. Lesen (ohne Lüfter)
Dauertest: 5 Minuten seq. Lesen (mit Lüfter)
Dauertest: 5 Minuten seq. Lesen (mit Lüfter)
max. Temperatur ohne/mit Lüfter Drosselung ohne/mit Lüfter
Seq. Lesen 74 °C / 56 °C ja / nein
Seq. Schreiben 70 °C / 52 °C nein* / nein*
*Leistungseinbruch nicht temperaturbedingt

Beim sequenziellen Schreiben geht die Leistung schon kurz nach Beginn rapide in den Keller. Im Extremfall fällt die Schreibrate auf 5 MB/s zurück. Die Temperaturen sind hier nicht das Problem, denn zu diesem Zeitpunkt waren nicht einmal 40 °C erreicht. Die Ursache ist der zuvor beschriebene Pseudo-SLC-Cache, der sehr schnell erschöpft ist, wonach die Schreibleistung drastisch sinkt.

Dauertest: 5 Minuten seq. Schreiben (ohne Lüfter)
Dauertest: 5 Minuten seq. Schreiben (ohne Lüfter)
Dauertest: 5 Minuten seq. Schreiben (mit Lüfter)
Dauertest: 5 Minuten seq. Schreiben (mit Lüfter)

Da die Daten immer über den SLC-Cache geschrieben werden, wird im Wechsel ausgelagert und neu beschrieben. Dies verursacht die charakteristischen Schwankungen wie im Abschnitt zum SLC-Cache näher erläutert wird.

Bedingt durch die geringe Leistung fallen auch die Temperaturen niedriger als beim Lesen aus, sodass die Maximaltemperatur nur 70 °C betrug – gegen Ende lag die Temperatur sogar nur bei 66 °C.

Eine Gegenprobe mit Lüfter zeigt trotz deutlich niedrigerer Temperatur den nahezu gleichen Verlauf. „Gedrosselt“ wird hier nur durch den Cache.

Hinweis: Aus ungeklärter Ursache funktionierte die automatische Aufzeichnung der Temperaturen der Intel 600p nicht, weshalb die gewohnten Temperatur-Diagramme an dieser Stelle entfallen.

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