Intel Kaby Lake im Test: Elf Core i7, i5, i3, Pentium und Celeron im Vergleich 4/5

Volker Rißka 221 Kommentare

Undervolting

Intels Zweikern-Prozessoren sind gute Partner, wenn es an das „Undervolting“ geht, also das Absenken der Eingangsspannung. Bei den Quad-Core-Modellen ist dies nicht ganz so einfach. Doch auch da lässt sich das eine oder andere Watt Energie einsparen.

Moderne Mainboards bieten dafür seit einigen Jahren mit dem Offset-Modus ein einfaches Werkzeug: Darüber wird von der Standardspannung, die Intel bei der CPU in verschiedenen Lastszenarien verlangt, einfach ein Wert X abgezogen. In der Regel sind dies mindestens 0,1 Volt, wenn es gut funktioniert auch 0,15 Volt oder sogar noch ein klein wenig mehr. Die Auswirkungen sind insbesondere bei kleineren CPUs prozentual gesehen riesig, absolut betrachtet dann aber doch gering.

Leistungsaufnahme (P) und Temperatur (T) default/undervoltet & Differenz
Modell max. P (default) max. T (default) max. P (UV) max. T (UV) ΔP ΔT
Core i7-7700K 145 W 84 °C 131 W 78 °C –14 W –6 K
Core i7-7700T 108 W 64 °C 94 W 56 °C –14 W –8 K
Core i7-7700 143 W 83 °C 118 W 74 °C –25 W –7 K
Core i5-7600K 102 W 70 °C 89 W 62 °C –13 W –8 K
Core i5-7600 107 W 70 °C 90 W 62 °C –17 W –8 K
Core i5-7500 93 W 62 °C 76 W 52 °C –17 W –10 K
Core i5-7400 82 W 54 °C 67 W 50 °C –15 W –4 K
Core i3-7350K 78 W 59 °C 69 W 53 °C –9 W –6 K
Core i3-7100 68 W 51 °C 62 W 48 °C –6 W –3 K
Pentium G4560 57 W 48 °C 49 W 44 ° C –8 W –4 K
Celeron G3930 46 W 42 °C 42 W 38 °C –4 W –4 K

Da alle CPUs im Leerlauf unter Windows 10 mit 33/34 Watt gemessen wurden, können insbesondere die kleinsten Vertreter beeindrucken. Ein Celeron kann auf einen einstelligen Differenzbetrag zwischen Leerlauf und Last gedrückt werden, lediglich 9 Watt Unterschied liegen an. Insbesondere die kleinen CPUs der Mittelklasse haben prozentual am meisten Potenzial: Core i5-7400/7500 und Core i7-7700 können bei Leistungsaufnahme und Temperatur am deutlichsten profitieren.

Overclocking

Der Nachteil bei Intel-Prozessoren aus der Standardserie seit der Generation Sandy Bridge ist die fehlende Möglichkeit zum Übertakten (Overclocking). Was früher noch teilweise über den „FSB-Nachfolger“ BCLK ging, wurde später mit Skylake komplett eingestellt, sodass heute ganz klar gesagt werden muss: Wer Overclocking will, muss ein K-Modell mit offenem Multiplikator kaufen.

Core i7 und Core i5 werden schnell sehr heiß

Beim Übertakten des Intel Core i7-7700K gibt es schnell Probleme: Die hohe Temperatur macht kurzerhand einen Strich durch die Rechnung, da eine um nur 0,05 Volt angehobene Spannung die CPU bei 4,8 GHz sehr nahe an das Temperaturlimit von 100 Grad treibt. In der Standardkonfiguration (ohne Köpfen der CPU und Austausch der Wärmeleitpaste) ist deshalb ein sehr starker Prozessorkühler Pflicht, wenn übertaktet werden soll.

Intel Core i7-7700K übertaktet
Intel Core i7-7700K übertaktet

Dasselbe gilt für den Core i5-7600K: Eine geringe Spannungserhöhung bei gleichzeitig gesteigertem Takt führt auch dort direkt zu Temperaturproblemen. 4,8 GHz oder noch mehr sind möglich, doch die Kühlung muss auch hier besonders gut sein – oder der Prozessor geköpft werden.

Der Core i3-7350K ist eine Besonderheit

Der Standardtest zum Übertakten des Core i3-7350K als ersten Zweikerner mit vier Threads und freiem Multiplikator der jüngeren Zeit erfolgte über die Anhebung der Offset-Spannung um 0,2 Volt und den Multiplikator von 50. Diese Kombination war problemlos möglich, auch der AVX-Test von Prime95 lief stabil. Mit 83 Grad werden zwar hohe, aber nicht problematische Temperaturen erreicht. Allgemein betrachtet bleiben die Dual-Core-Varianten deutlich kühler als das Quad-Core-Design, selbst bei hohen Taktraten.

Intel Core i3-7350K auf 5,1 GHz
Intel Core i3-7350K auf 5,1 GHz

Mit einer All-in-One-Wasserkühlung konnte im Test die Spannung noch ein wenig weiter angehoben werden, mit 1,44 Volt waren stabil 5,1 GHz drin. Die Leistungsaufnahme stieg im AVX-Test auf 136 Watt für das Gesamtsystem an und lag damit rund 100 Watt über dem Leerlauf. Das ist im Vergleich zu übertakteten Vierkern-Prozessoren nach wie vor nicht so viel, angesichts der lediglich 78 Watt Verbrauch bei einem Delta von nur 44 Watt im Referenzzustand aber doch ein gewaltiger Sprung.

Preis-Leistungs-Verhältnis

Im Preis-Leistungs-Verhältnis wird das Performance-Rating auf Basis aller Anwendungen und Spiele in Full-HD-Auflösung herangezogen. Bei den Preisen gilt, dass die Produkte zum Zeitpunkt der Ermittlung auch verfügbar sein sollten, mit der Randbedingung, dass es sich um einen renommierten Shop handelt (Stand 13.02.2017).

5 Einträge
Preis
Angaben in Euro
    • Intel Celeron G3900
      35
    • Intel Celeron G1840
      35
    • Intel Celeron G3930
      45
    • Intel Pentium G4400
      55
    • Intel Pentium G4560
      60
    • Intel Pentium G3440
      90
    • AMD FX-6300
      90
    • AMD Athlon X4 880K
      90
    • AMD A10-7860K
      110
    • Intel Core i3-6100
      115
    • Intel Core i3-7100
      120
    • AMD A10-7870K
      125
    • AMD FX-8370e
      130
    • Intel Core i3-4330
      150
    • AMD FX-8350
      150
    • AMD A10-7890K
      160
    • AMD FX-8370
      170
    • Intel Core i5-7400
      185
    • Intel Core i3-7350K
      190
    • Intel Core i5-7500
      205
    • Intel Core i5-6500
      205
    • Intel Core i5-7600
      235
    • Intel Core i5-6600K
      240
    • Intel Core i5-7600K
      250
    • Intel Core i5-4690K
      250
    • Intel Core i5-2500K
      255
      Hinweis: nicht mehr verfügbar
    • Intel Xeon E3-1231 v3
      265
    • Intel Xeon E3-1230 v5
      280
    • Intel Core i5-5675C
      290
    • Intel Core i7-2600K
      300
      Hinweis: nicht mehr verfügbar
    • Intel Core i7-7700
      320
    • Intel Core i7-6700T
      320
    • Intel Core i7-7700T
      345
    • Intel Core i7-6700K
      345
    • Intel Core i7-3770K
      350
      Hinweis: nicht mehr verfügbar
    • Intel Core i7-4790K
      360
    • Intel Core i7-7700K
      365
    • Intel Core i7-5820K
      410
    • Intel Core i7-6800K
      435
    • Intel Core i7-5930K
      620
    • Intel Core i7-5960X
      1.080
    • Intel Core i7-6950X
      1.750

Ein schwacher Euro im Vergleich zum US-Dollar macht den Prozessorkauf nach wie vor zu einer teuren Angelegenheit – in den letzten beiden Wochen haben die Preise erneut ein wenig mehr angezogen. Zudem sollen die neuen Intel-Prozessoren auf dem Papier zwar gleich viel kosten wie die direkten Vorgänger, viele der neuen CPUs kosten aktuell aber noch etwas mehr.

Das Fazit ist dennoch eindeutig: Skylake ist in allen Bereichen abgelöst. Es gibt für jedes Modell einen schnelleren Nachfolger, dessen Aufpreis in der Regel gerechtfertigt ist. AMDs alte Prozessoren haben nun nicht einmal mehr am unteren Leistungsende eine Chance, die Zeit für Ryzen ist reif. Diese spielen zwar nicht in der Region des Preis-Leistungs-Champions Pentium G4560 mit, aber sie sollen insbesondere in der Mittelklasse sowie der angehenden Oberliga den Core i3, Core i5 und Core i7 das Leben schwer machen.

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