Logitech Spotlight im Test: Presenter müssen nicht mehr langweilig sein 2/2

Nicolas La Rocco 65 Kommentare

Timer, Akku, Kompatibilität

Praktisch sind die Sekundärfunktionen für die Tasten vorwärts und zurück, von denen Logitech pro Taste aus einer Auswahl von insgesamt vier Stück eine Zuweisung erlaubt. Während einfaches Drücken der Tasten die jeweils aufgedruckte Funktion auslöst, lässt sich für langes Drücken einer der Tasten zum Beispiel ein schneller Vorlauf oder Rücklauf, leerer Bildschirm, scrollen oder die Lautstärkeregulierung zuweisen.

Lautstärke durch simple Handbewegungen regulieren

Die von Logitech getätigte Vorauswahl von Sekundärfunktionen ist sinnvoll gewählt worden. Insbesondere das Einstellen der Lautstärke sowie das Anzeigen eines leeren Bildschirms sind sinnvoll. Um die Lautstärke eines eingebetteten Videos einzustellen, muss nur die entsprechend belegte Taste lange gehalten und anschließend das in der Hand gehaltene Spotlight nach oben oder unten bewegt werden – ganz so, als würde man einen riesigen Lautstärkeregler im Raum bewegen. Das Einblenden eines leeren Bildschirms ist vor allem bei Präsentationen sinnvoll, die nur für den anwesenden Personenkreis bestimmtes Material zeigen. Wird eine Person zugeschaltet, die davon nichts sehen soll, kann schnell zu einem schwarzen Bild gewechselt werden.

Sekundärfunktionen für die Tasten vorwärts und zurück
Sekundärfunktionen für die Tasten vorwärts und zurück

Spotlight vibriert, wenn langsam Schluss sein sollte

Während einer Präsentation kann das Spotlight auch das Zeitmanagement für den Anwender übernehmen, damit dieser nicht zu schnell präsentiert oder überzieht. Es gibt von Logitech vordefinierte Timer von 30 oder 60 Minuten, alternativ lässt sich eine eigene Zeit einstellen. Interessant ist der Stille Alarm, der mittels Vibration ausgelöst wird. Fünf Minuten vor dem Ende einer vorher eingestellten Präsentationszeit vibriert das Spotlight kurz, das gleiche passiert dann noch einmal zum geplanten Ende der Präsentation. Zuschauer bekommen davon im Regelfall nichts mit. Nur wer sich in unmittelbare Nähe zum Spotlight befindet, kann den Vibrationsmotor hören.

Sammeln von Daten in erweiterten Optionen deaktivieren

Über das kleine Zahnrad auf der Startseite der Spotlight-Software sind die erweiterten Optionen erreichbar. Über das Menü lässt sich unter anderem Einfluss auf die Zeigergeschwindigkeit und Vibrationsintensität nehmen. Im letzten Menüreiter „Info“ finden Anwender außerdem den Punkt „Sammeln anonymer Daten durch Logitech zulassen“. Bis zur Veröffentlichung des Tests konnte nicht geklärt werden, warum und welche Daten Logitech sammelt. Es könnte zudem sein, dass nur die getestete Beta und nicht auch die finale Version für Endkunden diesen Menüpunkt besitzt. Anfragen hierzu laufen derzeit bei Logitech und werden bei Verfügbarkeit nachgereicht.

Reichweite, Akku und Kompatibilität

Spotlight funktioniert aus einer Entfernung von bis zu 30 Metern zum Bluetooth-Empfänger. Damit liegt das Spotlight auf dem Niveau des Professional Presenter R700. Der Wireless Presenter R400 ist für eine Entfernung von bis zu 15 Metern ausgelegt.

Das vollständig geladene Spotlight ist für eine Nutzungsdauer von drei Monaten ausgelegt. Der integrierte, fest verbaute Akku wird mittels USB Typ C geladen, ein kurzes Ladekabel auf USB Typ A ist im Lieferumfang enthalten. Sollte das Spotlight kurz vor einer Präsentation mal leer sein, hilft die Schnellladefunktion, die innerhalb von nur einer Minute eine Präsentationszeit von drei Stunden ermöglicht. Der Bluetooth-Dongle versorgt sich selbst über die USB-Buchse und findet bei Nichtgebrauch Platz in einem kleinen Fach an der Unterseite des Spotlight.

Das Logitech Spotlight ist offiziell zu Microsoft PowerPoint, Apple Keynote, Google Slides und Prezi sowie einfachen PDFs kompatibel. Das Spotlight kann aber auch als einfache Rechner-Fernbedienung zweckentfremdet werden. Vollständig bedienen lässt sich damit ein Computer zwar nicht, für die bei einem Mediacenter anfallenden Aufgaben sind die zur Verfügung stehenden Funktionen aber völlig ausreichend. Eine Maus wird mit dem Spotlight gut emuliert.

Logitech Spotlight kommt im Februar für 130 Euro

Das Spotlight hat eine unverbindliche Preisempfehlung von 129,99 Euro und ist ab heute direkt über Logitech und den Apple Store erhältlich, ab Mitte März folgt der reguläre Handel. Die Farben Schwarz und Gold sind für den regulären Handel vorgesehen, Silber wird es hingegen nur in den Apple Stores geben. Für Geschäftskunden gibt es zudem eine Plus-Version zum selben Preis, die drei statt zwei Jahre Garantie bietet und mit einem Probehalbjahr der Präsentationssoftware Prezi Business ausgeliefert wird.

Das neue Präsentationsgerät kostet damit deutlich mehr als das R400 oder R700, die Logitech derzeit für 44,99 Euro und 79,99 Euro im eigenen Store anbietet. Beide älteren Präsentationsgeräte sollen jedoch vorerst als günstigere Alternativen im Sortiment bleiben und dieses nach unten hin abdecken.

Fazit

Der vergleichsweise hohe Preis könnte sich zur einzigen Hürde des Logitech Spotlight entwickeln. Denn am Funktionsumfang, der Umsetzung von Tastenbelegungen und Gestensteuerung sowie dem Design gibt es nichts zu meckern. Logitech sorgt mit dem Spotlight tatsächlich für frischen Wind in einem angestaubten Segment.

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