Corsair One Pro im Test: Gaming-PC mit zwei Waküs im Alu-Turm 3/3

Jan-Frederik Timm 58 Kommentare

Wartung

Obwohl sein Gehäuse ursprünglich als DIY-Gehäuse konzipiert wurde, sieht Corsair beim Komplettsystem keine Wartung durch den Kunden vor. Dabei ist der Zugang zur Hardware weiterhin vorhanden: Über einen Knopf an der Rückseite können der Deckel inklusive Lüfter entriegelt und daraufhin entnommen werden. Über einen klassischen Molex-Stecker lässt sich der 140-mm-Lüfter leicht vom Strom trennen.

Jeweils zwei Kreuzschlitzschrauben halten die beiden Seitenteile des Corsair One, auch sie sind schnell entfernt und die Seitenteile, die am Boden nur eingeklemmt werden, vorsichtig nach außen abgesenkt. Der Blick auf die Hardware ist jetzt frei. Der Tausch gestaltet sich aber in der Tat als schwierig: Die Grafikkarte ist über die nur mit einer Schraube gesicherte Slotblende und den Schiebemechanismus am PCIe-Steckplatz zwar mechanisch schnell entriegelt, Kabelbinder an den Kabeln für die Wakü und das an der Grafikkarte entlang geführte Kabel für den Lüfter im Deckel erschweren den Prozess allerdings deutlich.

Für Europa wird Corsair die Wartung des One von einem Standort in der Tschechischen Republik anbieten. Geplant ist es, eingesendete Geräte innerhalb von fünf Tagen wieder beim Kunden zustellen zu können.

Software

Corsair liefert den Corsair One mit Windows 10 Home 64 Bit aus. Ab Werk installiert sind die Anwendungen Corsair Link, Corsair One Diagnosis, Corsair Utility, Corsair One Update Center sowie Corsair SSD Toolbox.

Corsair Link verwirrt noch

Corsair Link wurde im Testzeitraum aktualisiert, die Darstellung der Temperaturen und Lüfter- beziehungsweise Pumpen-Drehzahlen bleibt zurzeit aber noch verwirrend: Dass im Segment „Corsair One GPU Cooler“ trotz Kennzeichnung „liquid cooler“ die Lüfterdrehzahl des Lüfters im Deckel zu finden ist, erschließt sich ohne Hilfestellung ebenso wenig wie Tatsache, dass hinter dem Lüfter im Segment für das Mainboard die Pumpe für den CPU-Kreislauf liegt; die angegeben Drehzahl für den korrekten Wert aber halbiert werden muss.

Die Drehzahl der zweiten Pumpe im GPU-Kreislauf wird nicht angegeben. Weil es sich um dieselben Pumpen handelt, die identisch angesteuert werden, liegt die Drehzahl allerdings auf gleichem Niveau. Eine Anpassung der Drehzahl der Pumpe an verschiedene Szenarien findet nicht statt.

Problemlos funktioniert hingegen das von MSI übernommene aber an Corsair One angepasste Live Update 6, die Corsair SSD Toolbox und Corsair One Diagnosis auf Basis von PC Doctor. Neben den eigenen Programmen hat Corsair im Ordner Game Launchers die Installationsdateien für die bekannten Game-Launcher wie Steam, GoG und Origin abgelegt.

Fazit

Der Corsair One Pro besticht mit seinem außergewöhnlichen, trotz vieler Details noch schlichten und hochwertig verarbeiteten Gehäuse. Wo bei der Konkurrenz Kunststoff vorherrscht, findet sich bei Corsair dickes Aluminiumblech. Die türkis leuchtenden LED-Streifen unterstreichen das Erscheinungsbild, hätten das für viele Anwender aber auch mit zusätzlicher RGB-Funktionalität getan.

Der Corsair One Pro mit zwei Wasserkühlungen im Test
Der Corsair One Pro mit zwei Wasserkühlungen im Test

Kompakt trotz Desktop-Komponenten

Corsair One ist kompakt, aber nicht winzig, dafür kommen im System ausschließlich Desktop-PC-Komponenten zum Einsatz, die ausgetauscht oder aufgerüstet werden können. Alleine vornehmen darf das der Anwender allerdings nicht, ansonsten erlischt die Garantie. Und dennoch: Auf in Zukunft verfügbare kompatible MXM-Module müssen Käufer des One also nicht hoffen.

Bei den Schnittstellen bietet der Corsair One ein breites Spektrum an aktuellen Anschlüssen inklusive einmal USB 3.1 Gen2 über USB Typ C aber ohne Thunderbolt 3. Einmal USB und einmal HDMI 2.0 finden sich leicht zugänglich an der Front.

Ohne direkten Vergleich mit der Konkurrenz fällt die Einordnung der Kühlung basierend auf den zwei Waküs und zwei Lüftern schwer. Zumindest für die Kühlleistung steht aber fest: CPU und GPU halten die erwarteten Taktraten auch unter Dauerlast bei, in Spielen werden so FPS oberhalb des Niveaus einer GeForce GTX 1080 Founders Edition erreicht.

Nicht so leise wie erwartet

Die Lautstärke der Kühlung fällt hingegen höher als erwartet aus: Brüllend laut wird das System zwar auch unter Last nicht. Mit den an der linken Seite gemessenen 46 Dezibel aus 40 Zentimetern Sitzabstand ist der Corsair One Pro allerdings auch mit Kopfhörer wahrnehmbar. Und der Übeltäter sind weder die Pumpen noch der 140-mm-Lüfter im Deckel, der VRM-Lüfter ist es, der mit 1.600 U/min auf sich aufmerksam macht. Auch im Leerlauf unter Windows sorgt er mit 1.000 U/min neben dem dann hörbaren Pumpengeräusch für eine weitere Geräuschquelle.

ComputerBase hätte den Corsair One Pro gerne mit einer anderen Grafikkarte betrieben, um das System in diesem Punkt weiter zu untersuchen; zumal der Corsair One mit luftgekühlter GeForce GTX 1070 geliefert wird. Den nicht trivialen Umbau der Konfiguration hat Corsair aber nicht erlaubt.

Ab 1.999 Euro im Handel verfügbar

Corsair ist mit dem One (Pro) ein außergewöhnliches Komplettsystem gelungen, das im optisch ansprechenden 12-Liter-Gehäuse sehr viel Leistung für Spieler bereitstellt. Relativ leise ist das System aber nur in Anbetracht der Größe, klassische Desktop-PCs lassen sich sowohl im Leerlauf als auch unter Last noch leiser aufsetzen. Diesen Makel kann auch Corsair mit dem One nicht abstellen.

2.499 Euro verlangt Corsair für den One Pro mit wassergekühlter GeForce GTX 1080, 480 GB großer SSD und 2 TB großer HDD, 500 Euro weniger kostet die Variante mit luftgekühlter GeForce GTX 1070 und jeweils halbiertem Speicherplatz. Mifcom ist der erste Anbieter in Deutschland, der Corsair One ab heute vertreibt.

In Kürze soll es den Corsair One Pro auch mit GeForce GTX 1080 Ti geben. Der Aufpreis in US-Dollar beträgt zum Corsair Pro 400 USD-Dollar.

Corsair One Corsair One Pro Corsair One Pro*
CPU Intel Core i7-7700K
CPU-Kühlung AiO-Wakü
GPU Nvidia GeForce GTX 1070 Nvidia GeForce GTX 1080
GPU-Kühlung Luft AiO-Wakü + Luft (VRM)
Mainboard Z270, Mini-ITX
RAM 16 GB DDR4-2.400 (2 × 8 GB)
SSD/HDD 240 GB / 1 TB 480 GB / 2 TB 960 GB / –
Netzteil Corsair SF400, 400 Watt, SFX
Betriebssystem Windows 10 Home (64 Bit)
Garantie Zwei Jahre Pick-up and Return
Preis 1.999,90 Euro 2.499,90 Euro ?
* Nur in ausgewählten Online-Stores erhältlich, entspricht dem Testmuster.

Wer sich lieber selbst einen Gaming-PC zusammenstellen möchte, findet in der Commuity in der FAQ Der Ideale Gaming-PC: Spiele PC selbst zusammenstellen ständig aktualisierte Zusammenstellungen im Preisbereich von 450 bis 1.300 Euro. Ausführliche Informationen zu Wasserkühlungen für PCs lassen sich außerdem im entsprechenden ComputerBase-Artikel nachlesen.

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