Surface Pro 2017 im Test: Mal wieder die Firmware 2/3

Jan-Frederik Timm 88 Kommentare

Leistung

Die nachfolgenden Benchmarks und Messwerte wurden in der Einstellung „Beste Leistung“ vorgenommen. Nach dreimaligem Durchlauf des Cinebench R15 im Multikern-Szenario liegt der Takt des Core i7-7660U hier bei tendenziell 2,7 GHz, Prime95 – sofern so lange lauffähig – ließ im besten Fall noch 2,1 GHz anliegen. Das ist weniger als mit den Skylake-CPUs aus Surface Pro 4 (Core i5) und Surface Book (Core i7) und deutet darauf hin, dass die Kühlung dem höheren Spitzenlastverbrauch von Kaby Lake gegenüber Skylake nicht mehr gewachsen ist.

Tatsächlicher CPU-Takt unter Last mit 1 und x Threads
Modell CPU Turbotakt (max.) 1 Thread x Threads
Cinebench R15, Takt nach drei sequenziellen Durchläufen
Microsoft Surface Pro Core i7-7660U 4,0 GHz 3,8 GHz 2,7 GHz
Microsoft Surface Book Core i7-6600U 3,4 GHz 3,2 GHz 2,8 GHz
Microsoft Surface Pro 4 Core i5-6300U 3,0 GHz 2,9 GHz 2,9 GHz
Huawei MateBook X Core i5-7200U 3,5 GHz 3,1 GHz 2,2 GHz
Lenovo Miix 720 Core i7-7500U 3,5 GHz 3,5 GHz 3,2 GHz
Tuxedo Book BU1506 Core i7-7500U 3,5 GHz 3,5 GHz 2,7 GHz
Dell Latitude 7370 Core m5-6Y57 2,8 GHz 2,1 GHz 1,5 – 1,6 GHz
Acer Switch Alpha 12 Core i5-6200U 2,8 GHz 2,7 GHz 2,7 GHz
Prime95, Takt nach 15 Minuten
Microsoft Surface Pro Core i7-7660U 4,0 GHz 2,1 GHz
Microsoft Surface Book Core i7-6600U 3,4 GHz 2,5 GHz
Microsoft Surface Pro 4 Core i5-6300U 3,0 GHz 2,3 GHz
Huawei MateBook X Core i5-7200U 3,5 GHz 1,8 – 1,9 GHz
Lenovo Miix 720 Core i7-7500U 3,5 GHz 2,5 – 2,6 GHz
Tuxedo Book BU1506 Core i7-7500U 3,5 GHz 2,2 GHz
Dell Latitude 7370 Core m5-6Y57 2,8 GHz 1,3 – 1,4 GHz
Acer Switch Alpha 12 Core i5-6200U 2,8 GHz 2,3 GHz

Anwendungen

Stellt die CPU ihre maximale Leistung zur Verfügung, ist das Surface Pro mit Core i7-7660U in Benchmarks von kurzer Dauer sehr schnell: 500 MHz oder 14 Prozent mehr Turbotakt als der Core i7-7500U finden sich teilweise sowohl in Cinebench R15 als auch Adobe Photoshop wieder. Beim langwierigen Encoding in Handbrake fällt der Vorsprung hingegen kaum noch ins Gewicht, weil beide Prozessoren hier nur noch mit um die 3 GHz operieren. Den kleinen Vorsprung sichert sich das Surface Pro durch den Vorteil zum Start, auf lange Sicht würde es gegen den Core i5 im Vorgänger verlieren.

Neben wiederholten Abstürzen trat in Cinebench ein weiteres Problem/Phänomen auf: Obwohl der „Power-Throttle“ auf „Beste Leistung“ stand, kam es einmalig zu einem deutlichen Taktabfall auf 1,3 GHz bei nur noch 4 Watt Leistungsaufnahme der CPU. Der Wechsel der Energieprofile brachte augenblicklich Besserung. Hier scheint noch Optimierung vonnöten zu sein.

Spiele

Wie schnell der Core i7-7660U mit Iris 640 und 64 MB eDRAM sein kann, zeigt er in Counter-Strike: Hier erreicht der Prozessor von Intel die Kombination aus CPU und kleiner GeForce aus dem Surface Book. Und wenn alles gut läuft, dann bleibt dieses Leistungsniveau in der Einstellung „Beste Leistung“ nach einer halben Stunde Last mit nur zwölf Prozent Verlust auch annähernd bestehen. In der Einstellung „Akkulaufzeit“ sind es hingegen schon fast 30 Prozent Verlust nach 30 Minuten. Die Lautstärke beträgt im Abstand von 40 cm vor dem Display und 50 cm über dem Tisch niedrige 34 Dezibel.

2 Einträge
Counter-Strike: Global Offensive
  • Full HD, minimale Details (1. Durchlauf):
    • Surface Book Core i7 (GeForce)
      160,0
    • Surface Pro 2017
      154,0
    • Tuxedo Book, i7-7500U
      95,0
    • Surface Book Core i7 (Intel)
      78,0
    • Surface Pro 4, i5-6300U
      76,0
    • Huawei MateBook X, i5-7200U
      76,0
    • Acer Switch Alpha 12, i5-6200U
      75,0
    • Surface Pro 4, m3-6Y30
      64,0
    • Huawei MateBook, m5-6Y54
      59,0
    • Samsung TabPro S, m3-6Y30
      55,0
    • Dell Latitude 7370, m5-6Y57
      41,0
  • Full HD, maximale Details (2. Durchlauf):
    • Surface Book Core i7 (GeForce)
      61,0
    • Surface Pro 2017
      58,0
    • Tuxedo Book, i7-7500U
      45,0
    • Huawei MateBook X, i5-7200U
      35,0
    • Surface Book Core i7 (Intel)
      34,0
    • Surface Pro 4, i5-6300U
      32,0
    • Acer Switch Alpha 12, i5-6200U
      32,0
    • Huawei MateBook, m5-6Y54
      29,6
    • Surface Pro 4, m3-6Y30
      28,0
    • Samsung TabPro S, m3-6Y30
      22,0
    • Dell Latitude 7370, m5-6Y57
      18,0

Darauf verlassen können sich Anwender aber offensichtlich auch in diesem Fall nicht: Bei einem weiteren Versuch, den Leistungsverlust nach einer halben Stunde nachzustellen, lief das Surface Pro offensichtlich in dieselbe Fall wie schon in Cinebench: Statt vormals deutlich über 100 FPS lagen augenblicklich nur noch 30 bis 60 FPS an – die FPS stiegen auf und ab. Nach dem Beenden des Spiels und einem kurzen Wechsel der Profile zeigte der Titel dann wieder die vorher erzielte hohe Leistung. Das nachfolgende Video verdeutlicht das.

SSD

Die SSD ist ab sofort verlötet. In Anbetracht der Hürden, die dem privaten Wechsel durch das verklebte Display/Gehäuse schon bisher im Wege standen, ist das allerdings nur ein kleiner weiterer Rückschritt. Der freigewordene Platz wird durch den größeren Akku genutzt.

Mit der Samsung PM971 setzt Microsoft auch weiterhin auf eine NVMe-SSD mit Anbindung über zwei statt vier PCIe-3.0-Lanes. Beim sequenziellen Lesen wird die angegebene maximale Transferrate im Test sogar übertroffen. Das ist allerdings erst sichtbar, nachdem in den Windows-Einstellungen das von Windows veranlasste Leeren des SSD-Schreibcaches deaktiviert wurde.

Ohne diesen Eingriff liefert der Benchmark auch mit dieser NVMe-SSD erheblich niedrigere Schreibraten, die Ursache liegt im NVMe-Treiber von Microsoft. Weil es sich um ein OEM-Produkt handelt, lässt sich der NVMe-Treiber von Samsung nicht installieren.

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