Surface Laptop (2017) im Test: Schönes Notebook mit hoher Laufzeit ist verschlossen 2/2

Jan-Frederik Timm 145 Kommentare

Lautstärke Kühlsystem und Spulenfiepen

Die Lautstärke beträgt im Abstand von 40 cm vor dem Display und 50 cm über dem Tisch nach einer halben Stunde Counter-Strike: Global Offensive 36 Dezibel. Das sind zwei Dezibel mehr als beim Surface Pro 5. Generation (Test), ist aber immer noch vertretbar und für die Geräteklasse typisch. Wird nur die CPU gefordert, bleibt das Gerät deutlich leiser.

Der Lüfter ist allerdings nicht die einzige Geräuschquelle im System: Ohne Eingaben über Tastatur oder Maus ist auf dem Windows-Desktop in ruhiger Umgebung ein leises Spulenfiepen wahrzunehmen, das unter Last verschwindet. Nutzer berichten im Internet allerdings nur vereinzelt ebenfalls über dieses Problem.

Display mit reduzierter Helligkeit und Kontrast

Eine verlässliche Aussage darüber zu treffen, wie hell und kontrastreich Displays der aktuellen Surface-Modelle leuchten, bleibt unmöglich. Denn nicht nur im Test des Surface Pro 2017 haben sich deutliche Unterschiede innerhalb der Produktkategorie gezeigt, auch beim Surface Laptop mit 13,5 Zoll schwanken die Ergebnisse stark.

ComputerBase hat maximal 380 cd/m² gemessen, was deutlich hinter den hellsten bisher gemessenen Surface Pro mit annähernd 500 cd/m² zurückliegt. Bei Golem.de lag das Testmuster mit maximal 334 cd/m² aber noch niedriger. Auch beim durchschnittlichen gemessenen Kontrast von 1.280:1 reicht der getestete Surface Laptop nicht an die Werte des Surface Pro heran. Probleme mit Backlight-Bleeding gab es beim Surface Laptop im Vergleich zum aktuellen Surface Pro wiederum nicht zu beobachten.

Akkulaufzeit mit Power Throttle

Einsame Spitze ist der Surface Laptop bei den Akkulaufzeiten, die wie beim Surface Pro 2017 mit „Windows 10 Power Throttle“ auf „Empfohlen“ durchgeführt wurden. Fast 13 Stunden lässt sich in diesem Betriebsmodus bei normierter Helligkeit von 200 cd/m² ein 720p-Video über WLAN im Browser Edge betrachten, der PCMark meldet fast fünfeinhalb Stunden Laufzeit in Office-Anwendungen. Das aktuelle MacBook Pro von Apple sieht dagegen kein Land.

Pflege, Wartung, Haltbarkeit

Mit einer Handballenauflage aus mit Polyurethan überzogenem Alcantara stellt sich die Frage, wie es um die Pflege des Surface Laptop bestellt ist. Microsoft erklärt: „Damit das Alcantara-Material immer gut aussieht, wischen Sie es mit einem fusselfreien weißen Tuch ab, das mit einer milden Seifenlösung angefeuchtet wurde. Oder verwenden Sie ein Bildschirmreinigungstuch.“ Tropft Flüssigkeit auf das Material, sollte sie innerhalb von 30 Minuten abgewischt werden, „um zu verhindern, dass sich dauerhafte Flecken bilden“. Werden diese Hinweise bedacht, soll es zu keinen vorzeitigen Alterungs- oder Abnutzungserscheinungen kommen. Getestet werden konnte das nicht.

Reparieren: Keine Chance

Der Surface Laptop ist kein Notebook, sondern ein mit Kleber gefülltes Monstrum“, lautete im Juni 2017 das Fazit von iFixit zum ersten Notebook von Microsoft. Es sei quasi unmöglich, das Gehäuse zu öffnen, ohne irreparable Schäden zu verursachen. Resultat: 0 von 10 Punkten wurden vergeben, ein seltenes Urteil.

Keine einschlägige Relevanz hat aus Sicht der Redaktion hingegen die vom US-amerikanischen Consumer Report entzogene Empfehlung für den Surface Laptop in Folge der hohen Ausfallrate von Produkten der Serie nach zwei Jahren Nutzungsdauer. Sie basiert auf empirischen Daten und damit keinen spezifischen Erfahrungen mit dem Surface Laptop. Probleme mit der Firmware, die sich seit Anbeginn durch die Surface-Serie ziehen, gab es bei diesem Modell nicht zu beobachten. Beim Surface Pro 5. Generation war das hingegen ein großes Thema.

Fazit

Kein Notebook wurde die letzten Jahre so sehnsüchtig erwartet wie das erste aus der Feder von Microsoft. Und in weiten Teilen wird das Gerät diesen hohen Erwartungen gerecht. Mit dem Design fügt es sich nahtlos in die Surface-Serie ein, die Akkulaufzeiten sind rekordverdächtig und die Leistung aufgrund der effizienten Kühlung vergleichsweise hoch. Auch die Tastatur und das verhältnismäßig kleine Trackpad überzeugen im Test. Das Display und die SSD kommen hingegen nicht an das aktuelle Surface Pro 5. Generation (Test) heran.

Solange Microsoft darüber hinaus das Upgrade von Windows 10 S auf Windows 10 Pro kostenlos anbietet, ist das kein Argument gegen den Surface Laptop – offiziell ist das noch bis Ende des Jahres der Fall. Danach fällt ein „angemessener Preis“ an. Die Rede war von 49 US-Dollar, Schwarz auf Weiß steht das bei Microsoft aktuell aber nirgendwo. Der Wechsel ist eine Einbahnstraße: Wer einmal auf Pro umsteigt, kann nicht zurück zu S.

Der Surface Laptop will gepflegt werden

Glauben schenken muss man Microsofts Aussagen zur Langlebigkeit des beschichteten Alcantarabezugs; sie gelten aber nur dann, wenn der Anwender regelmäßig zum Putztuch greift. Wer das nicht macht, wird auf lange Sicht die Konsequenzen tragen.

Abwägen müssen Anwender auch das Angebot an Anschlüssen und die im Vergleich zum Surface Pro zumindest von ComputerBase ermittelten schlechteren Messwerte beim Display und der SSD. Beide Komponenten präsentieren solide Ergebnisse, stechen aber nicht aus der Masse hervor. Spulenfiepen scheint wiederum nur in Einzelfällen wahrnehmbar aufzutreten, Beschwerden halten sich zumindest online bisher in Grenzen. Reparieren oder aufrüsten fällt beim Surface Laptop flach.

In Summe ist der Surface Laptop ein solider Laptop mit den von der Surface-Serie bekannten Vorzügen bei der Verarbeitung, den Eingabegeräten und dem Display im 3:2-Format. Die Akkulaufzeit ist sehr hoch. Trotz der Materialsymbiose legt das Gerät am Ende aber einen überraschend nüchternen Auftritt hin: Notebooks wie das neue Acer Swift 5 2017 kommen mit dem Gewicht von unter einem Kilogramm spektakulärer daher. Dem Surface Laptop steht der Status quo aber gut.

Testkonfiguration für 1.449 Euro UVP

Die im Test verwendete Konfiguration mit Core i5-7200U, 8 GB RAM und 256 GB großer SSD kostet bei Microsoft 1.449 Euro. Im freien Handel lassen sich etwas über 100 Euro sparen. Mehr Speicher gibt es mit dieser CPU nicht. Seit Ende August gibt es den Laptop neben der Farbe Platingrau auch in Bordeauxrot, Kobaltblau und Graphitgold.

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