Enermax GraceFun im Test: Echtglas, LED-Lüfter und 5,25-Zoll-Schacht für 44 Euro 3/3

Carsten Lissack 32 Kommentare

Messergebnisse

Wie ComputerBase Gehäuse testet und dabei Messwerte ermittelt, kann im Detail im Artikel „So testet ComputerBase Gehäuse“ nachvollzogen werden.

Lautstärke

Werden die Lüfter des Enermax GraceFun mit einer Spannung von nur 5 Volt betrieben, erreicht der Midi-Tower eine durchschnittliche Geräuschkulisse von 32,1 Dezibel und ist damit auch in einem stillen Raum kaum wahrnehmbar.

Das ändert sich, wenn die beiden Ventilatoren mit ihrer vollen Umdrehungszahl betrieben werden. Hier werden 35,5 Dezibel im Durchschnitt erreicht, was zwar immer noch nicht störend, jedoch deutlich wahrnehmbar ist. Hinzu kommt, das der Hecklüfter nicht ganz sauber läuft und rattert.

Da das Enermax GraceFun über keinerlei Entkopplungsmaßnahmen verfügt, werden Resonanzen stark an das Gehäuse übertragen. Das führt dazu, das die im Test verwendete 3,5"-Festplatte im Lüfterbetrieb mit 5 Volt deutlich aus dem System herauszuhören ist.

Temperatur

Kombiniert mit der Nvidia GTX 650 Ti Boost und ihrem Radiallüfter, der die durch die GPU erzeugte Wärme direkt aus dem Gehäuse abführt, erreicht der Prozessor bei voller Umdrehungszahl des Gehäuselüfters eine Temperatur von 50 °C. Die Asus GTX 760 DirectCU II OC, die auf zwei Axiallüfter setzt, wärmt die CPU bis auf 55 °C auf. Beide Grafikkarten bleiben mit 62 beziehungsweise 63 °C verhältnismäßig kühl. Selbiges gilt für die Temperatur der Hauptplatine mit maximal 34 °C. Auch die Festplatte bleibt mit 25 °C angenehm kühl und wird dank der Trennwand nicht durch die Abwärme der Grafikkarten mitbelastet.

Wird die Lüfterdrehzahl auf 5 Volt reduziert, steigt die Prozessortemperatur zusammen mit der Nvidia GTX 650 Ti Boost auf 54 °C an. Deutlich kritischer sieht dasselbe Szenario mit der Asus GTX 760 DirectCU II OC aus. Hier werden 72 °C erreicht.

Zwischen den Grafikkarten selbst ist in diesem Messabschnitt lediglich ein Temperaturunterschied von 7 °C zugunsten der Nvidia GTX 650 Ti Boost mit 74 °C auszumachen. Dasselbe gilt für die Temperatur des Mainboards, die in Kombination mit der Nvidia GTX 650 Ti Boost und einer erreichten Temperatur von 42 °C um 5 °C besser ausfällt als mit der Asus GTX 760 DirectCU II OC.

Die beiden 120-mm-Lüfter im Enermax GraceFun schaffen es zwar die verbaute Test-Hardware im akzeptablen bis guten Maßstab zu kühlen, eine durch einen Radiallüfter gekühlte Grafikkarte ist laut den Messungen dennoch zu bevorzugen, da sie die Prozessortemperatur wesentlich weniger in Mitleidenschaft zieht, als eine Grafikkarte mit Axiallüftern.

Leistungsaufnahme

Die beiden Lüfter verbrauchen bei einer anliegenden Spannung von 5 Volt lediglich 1,6 Watt. Werden sie mit ihrer maximalen Umdrehungszahl betrieben, erhöht dies den Verbrauch auf 4,0 Watt. Damit fällt der Verbrauch niedrig aus und muss bei der Dimensionierung des Netzteils nicht weiter beachtet werden.

70 Einträge
Leistungsaufnahme
Angaben in Watt (W)
  • 5 Volt:
    • BitFenix Neos
      0,6
    • Deepcool Tristellar
      0,7
    • CoolerMaster MasterBox Lite 5
      0,8
    • be quiet! Dark Base Pro 900
      0,9
    • Cooltek UMX1 Plus
      1,0
    • Silverstone Mammoth MM01
      1,0
    • Aerocool DS 230
      1,0
    • Raijintek Metis
      1,2
    • BitFenix Pandora
      1,2
    • Aerocool DS 200
      1,3
    • In Win 805
      1,3
    • Cooler Master Cosmos C700P
      1,3
    • Thermaltake Core X2
      1,4
    • Lian Li PC-Q17
      1,4
    • Thermaltake View 27 Gull-Wing
      1,4
    • Phanteks Enthoo Evolv
      1,5
    • Jonsbo UMX4
      1,5
    • BitFenix Shogun
      1,5
    • Fractal Design Meshify C
      1,5
    • Cooltek Antiphon Airflow
      1,6
    • Fractal Design Define R5
      1,6
    • Cooler Master MasterCase 5
      1,6
    • Enermax GraceFun
      1,6
    • Lian Li PC-O6S
      1,7
    • Fractal Design Define S
      1,7
    • Chieftec GP-01B
      1,7
    • Fractal Design Define Mini C
      1,7
    • be quiet! Silent Base 800
      1,8
    • Nanoxia CoolForce 2
      1,8
    • Phanteks Eclipse P400S
      1,9
    • Antec P380
      2,1
    • Lian Li PC-O9
      2,1
    • Silverstone Raven RV05
      2,3
    • NZXT Manta
      2,5
    • LEPA Lenyx
      2,7
    • Corsair Crystal 460X RGB
      2,8
    • NZXT Noctis 450
      2,9
    • Aerocool XPredator II
      3,2
    • Antec Signature S10
      3,5
    • anidées AI-Crystal
      3,8
  • 12 Volt:
    • BitFenix Neos
      1,3
    • Deepcool Tristellar
      1,4
    • CoolerMaster MasterBox Lite 5
      1,9
    • be quiet! Dark Base Pro 900
      2,0
    • Cooler Master Cosmos C700P
      2,4
    • BitFenix Pandora
      2,5
    • Cooltek UMX1 Plus
      2,6
    • Aerocool DS 230
      2,7
    • Lian Li PC-Q17
      2,8
    • Thermaltake View 27 Gull-Wing
      2,8
    • Fractal Design Define Mini C
      2,8
    • Raijintek Metis
      2,9
    • In Win 805
      3,2
    • Aerocool DS 200
      3,4
    • Lian Li PC-O6S
      3,4
    • Cooler Master MasterCase 5
      3,6
    • Fractal Design Meshify C
      3,6
    • Thermaltake Core X2
      4,0
    • Enermax GraceFun
      4,0
    • Phanteks Enthoo Evolv
      4,1
    • Fractal Design Define R5
      4,1
    • Fractal Design Define S
      4,1
    • Cooltek Antiphon Airflow
      4,5
    • Chieftec GP-01B
      4,7
    • BitFenix Shogun
      4,7
    • be quiet! Silent Base 800
      4,8
    • Phanteks Eclipse P400S
      4,8
    • Jonsbo UMX4
      5,1
    • Nanoxia CoolForce 2
      5,9
    • Lian Li PC-O9
      6,2
    • Silverstone Raven RV05
      6,8
    • Antec P380
      7,3
    • Antec Signature S10
      7,3
    • NZXT Manta
      7,8
    • Corsair Crystal 460X RGB
      8,4
    • NZXT Noctis 450
      10,4
    • LEPA Lenyx
      10,5
    • Aerocool XPredator II
      10,9
    • anidées AI-Crystal
      14,8
    • Silverstone Mammoth MM01
      29,7

Fazit

Ist es Enermax mit dem GraceFun gelungen, einen Midi-Tower zu bauen, der die Eigenschaften gut und günstig gleichermaßen bedient? Günstig ist das GraceFun gemessen an seiner Ausstattung auf dem Papier mit seinem Preis von derzeit 44 Euro definitiv. Und mit dem heute fast schon unüblichen 5,25-Zoll-Einschub bietet es sogar eine von vielen Anwendern noch immer benötigte Besonderheit.

Enermax GraceFun
Enermax GraceFun

Gut gefallen im Test der konventionelle Innenraumaufbau, das große Seitenfenster aus Glas und die Gummistecker als Staubschutz der Panelanschlüsse. Auch die Testergebnisse sind für ein so günstiges Gehäuse im Allgemeinen vollkommen akzeptabel.

Und sicherlich muss und kann dem GraceFun bei dem Preis der ein oder andere Abstrich gegenüber teureren Gehäuse verziehen werden, wenn sie sich die Waage halten. Herausbrechbare Slotblenden sind aber einfach nicht mehr zeitgemäß, auch nicht in der Preisklasse. Und auch dass zwei veraltete USB-2.0-Schnittstellen statt zwei modernere USB-3.0-Anschlüsse am Panel zum Einsatz kommen ist eine verpasste Chance, um bei dem niedrigen Preis positiv hervorzustechen. Hinzu kommt der Verzicht auf jegliche Entkoppelung, die zu hörbaren Resonanzen am Korpus führt.

Das Enermax GraceFun setzt zum niedrigen Preis von 44 Euro damit insgesamt gezielt Akzente, ohne sich einen gravierenden Ausrutscher zu leisten. Gegenüber geringfügig teureren Gehäusen ist die Liste der Abstriche allerdings lang, so dass eine besondere Kombination der Eigenschaften gut und günstig nicht attestiert werden kann.

Enermax GraceFun
Produktgruppe Gehäuse, 06.11.2017
  • Verarbeitungsqualität
    +
  • Funktionalität
    O
  • Raumaufteilung
    +
  • Temperaturen 5V/12V
    O / +
  • Lautstärke 5V/12V
    + /
  • Seitenteil aus Echtglas
  • Gutes Kabelmanagement
  • Grundsätzlich gut verarbeitet
  • Raumteiler wertet Innenraumdesign auf
  • LED-Lüfter rattert
  • Nur ein USB-3.0-Anschluss
  • Herausbrechbare Slotblenden
  • Keine Festplattenentkopplung
  • Frontlüfter nur mit Molex-Anschluss
  • Keine Staubfilter im eigentlichen Sinne

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