Age of Empires Definitive im Test: 20 Jahre sind optisch wie weggeblasen 2/5

Wolfgang Andermahr et al. 182 Kommentare

Das Problem mit dem Zoom

Age of Empires bot wie auch der Nachfolger keinen Zoom. Die Engine, die einfache 2D-Sprites rendert, kann das schlichtweg nicht. Heute erwarten Spieler aber einen Zoom – weil sie Details sehen, oder die Darstellung an die native Auflösung oder die Diagonale des Monitors anpassen wollen. Dass die Engine das nicht kann, ist heute also ein Problem. Die Entwickler Forgotten Empires haben sich aber eine „Bastelllösung“ einfallen lassen. Ein richtiger Zoom im Spiel steckt allerdings nicht dahinter und das bringt verschiedene gravierende Probleme mit sich.

1. Ein Zoom ohne Qualitätsverlust in den Optionen

Im Optionsmenü findet sich ein Punkt mit der Bezeichnung „Zoom (Detail)“ und den Einstellungen „X1“, „X2“ und „X4“. Über diese Option hat der Spieler in der Tat die Wahl den auf dem Bildschirm dargestellten Inhalt zu wählen. Und um bei diesen festen Zoomstufen nicht im Pixelbrei zu enden, sind sämtliche 2D-Sprites drei Mal (für die drei Stufen) gerendert. Dass es diese Option gibt, ist gut. Denn wer in Full HD mit derselben Zoomstufe wie in Ultra HD spielt, hat mit viel Glück vielleicht noch zwei Gebäude auf dem Bildschirm. Entsprechend muss weiter raus gezoomt, also eine andere Zoomstufe gewählt werden.

Für die Auflösung 1.920 × 1.080 empfiehlt sich die Zoomstufe „X1“. Die beiden anderen Einstellungen kommen dem Spielgeschehen hingegen viel zu nahe. Bei 3.840 × 2.160 sollte es die Stufe „X2“ sein, die den identischen Bildschirmausschnittt wie X1 in Full HD zufolge hat. Wer X1 in Ultra HD nutzt, sieht zwar extrem viel vom Spiel, braucht dann aber schon einen extrem großen Monitor, um Details noch erkennen zu können. Bei X4 ist die Kamera dann wieder zu nah am Geschehen, sodass die Einstellung ausschließlich für Screenshots geeignet ist.

Umstellen lässt sich diese Art des Zooms jederzeit über die Einstellungen, die aus dem aktuellen Spielgeschehen zugänglich sind. Anpassungen werden sofort übernommen.

Full HD und Ultra HD passen gut in das vorgegebene Zoomstufen-Korsett, 2.560 × 1.440 hingegen nicht. Denn während X1 etwas zu weit weg vom Geschehen ist, ist X2 schon etwas zu nah dran. Mit der mittleren Stufe ist Age of Empires Definitive Edition zwar spielbar, doch die Übersicht ist nicht optimal – der Bildumfang ist geringer als bei den beiden anderen Empfehlungen.

2. Ein Zoom am Mausrad macht Probleme

Auf den ersten Blick hilfreich kann dann der Zoomen per Mausrad sein. Wird näher heran gezoomt, wird das Bild aber schnell sichtbar unscharf, weil die aktuell gerenderte Darstellung lediglich näher heran geholt wird. Das fällt weniger bei der Karte an sich als bei den darauf dargestellten Objekten wie Gebäuden, Personen oder der Vegetation auf. Wer sich daran stört, sollte das unbedingt vermeiden.

Ohne sichtbaren Qualitätsverlust gelingt das Hinauszoomen. Allerdings leidet dadurch die Performance. Und zwar extrem.

Mit dem Mausrad Hinauszoomen senkt die FPS deutlich

In dem Spiel lässt es sich um acht Stufen hinaus zoomen, das vergrößert den sichtbaren Bildbereich potentiell deutlich. Wer zum Beispiel in 2.560 × 1.440 und dem Zoom-Detail X2 sieben Stufen hinaus zoomt, hat fast denselben Bildumfang wie in Ultra HD mit Zoom-Detail X2. Problem: Die Leistung ist niedriger.

Das lässt sich gut anhand der Performance der GeForce GTX 1050 zeigen. In 1.920 × 1.080 und dem Zoom-Detail X1 kommt die Grafikkarte auf rund 86 FPS, in Ultra HD mit dem Zoom-Detail X2 und damit demselben Bildumfang sind es 49 FPS, 2.560 × 1.440 läuft mit dem Zoom-Detail X2 mit 97 FPS etwas schneller als Full HD, der Bildschirminhalt ist aber auch kleiner. Das passt ins Bild.

Wird aber auch nur um eine Stufe per Mausrad hinaus gezoomt, sinkt die Framerate auf 90 FPS. Bei einer weiteren Stufe sind es 82 FPS und bei der nächsten Stufe noch 75 FPS. Wenn sieben Mal hinaus gezoomt wurde, ist der Bildschirminhalt vergleichbar mit dem von Ultra HD und dem Zoom-Detail X2. Die FPS liegen hingegen darunter.

Als empfehlenswert hat sich in 2.560 × 1.440 der Zoom-Detail X2 und das fünffache Herauszoomen herauskristallisiert. Dann ist der Bildumfang ordentlich und eine gute Übersicht gegeben. Die Framerate liegt in dem Fall bei 59 FPS und ist dann angemessen zur Übersicht. Wer mehr Leistung benötigt, kann auch nur vier Mal hinaus zoomen. Noch weniger engt die Übersicht aber zu sehr ein.

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