Age of Empires Definitive im Test: 20 Jahre sind optisch wie weggeblasen 3/5

Wolfgang Andermahr et al. 182 Kommentare

Testreihen, Testsystem und Grafik-Einstellungen

Die Grafikkarten-Benchmarks sind mit einem auf 4,7 GHz übertakteten Intel Core i7-8700K durchgeführt worden, der mit insgesamt 32 Gigabyte Arbeitsspeicher und einer Geschwindigkeit von DDR4-3200 (16-16-16-38, Dual Rank) im Dual-Channel-Modus bestückt war. Windows 10 Fall Creators Update und allen verfügbaren Updates war installiert. Als Treiber waren der Adrenalin 18.2.2, der erste Raven-Ridge-Treiber, der GeForce 390.77 oder der Intel 23.20.16.4944 installiert.

Die Detailstufe war durchweg auf das Maximum gedreht. In der Auflösung wurde die Zoomstufe „X1“ genutzt, in 3.840 × 2.160 „X2“. Die Auflösung 2.560 × 1.440 wurde in der Zoomstufe X2 getestet, zusätzlich wurde per Mausrad fünf Mal heraus gezoomt, um den Überblick zu erhöhen.

Auflösung Grafikdetails
1.920 × 1.080 Maximale Details, Zoom-Detail 1X
2.560 × 1.440 Maximale Details, Zoom-Detail 2X + 5× heraus zoomen per Mausrad
3.840 × 2.160 Maximale Details, Zoom-Detail 2X

Die Benchmark-Szene im Detail

Bei der Testsequenz handelt es sich um ein selbst erstelltes Spiel mit insgesamt vier KI-Kontrahenten im fortgeschrittenen Spielstadium. Die Testsequenz zeigt einen Kampf mehrere Einheiten in einer grünen Umgebung, auch Wasser ist zu sehen. Es handelt sich um ein Szenario, das immer wieder im Spiel auftaucht.

Um die VSync-Problematik so weit wie möglich zu umgehen, wurden sämtliche Benchmarks in 1.920 × 1.080 sowie in 2.560 × 1.440 auf einem 144-Hz-Monitor durchgeführt worden. Erst ab 3.840 × 2.160 lagen maximal 60 Hz an.

Benchmarks mit Grafikkarten und iGPUs

Die Age of Empires: Definitive Edition belastet die Grafikkarte nur wenig, Unterschiede zwischen den verwendeten Modellen sind ab einer gewissen Leistungsklasse deshalb gering. Ab einer GeForce GTX 1050 oder einer Radeon R7 360 spielt es keine Rolle, ob in Full HD oder gleich in 3.840 × 2.160 gespielt wird, der Strategietitel läuft dann genauso schnell wie auf einer deutlich potenteren GeForce GTX 1080 Ti.

Das Bild ändert sich jedoch, falls die im Prozessor integrierte Grafikeinheit genutzt wird. Dann sinkt die Performance spürbar. Im Vergleich zu anderen Spielen ist der Unterschied aber ebenfalls deutlich geringer. So ist zum Beispiel ein Ryzen 5 2400G (Test) schnell genug für ein flüssiges Spielen in 2.560 × 1.440 bei vollen Details, was normalerweise nicht im Ansatz möglich ist.

Die in Intel-CPUs integrierte Grafikeinheiten sind wie gewohnt spürbar langsamer als die AMD-Pendants, können aufgrund der hohen CPU-Belastung aber deutlich besser als in anderen Spielen mithalten. So ist der Core i3-8100 in Full HD nur elf Prozent langsamer als der Ryzen 3 2400G. In Full HD ist der CPU-Teil sogar so entscheidend, dass der Core i7-7700K quasi so schnell wie der Ryzen 5 2400G rendert. Der Core i7-8700K kann dagegen nicht mehr zulegen.

In höheren Auflösungen brechen die Intel-GPUs dann ein. In 3.840 × 2.160 liegt der Rückstand des Core i7-7700K bei 38 Prozent im Vergleich zur schnellsten AMD-APU. Für die höhere Auflösung reicht die Rechenleistung der Intel-GPUs nicht mehr, während sie bei AMD nur zu einem deutlich kleineren Teil die Bremse darstellt.

Ein Sonderling ist die GeForce GT 1030, die aus unerklärlichen Gründen sehr von der Auflösung abhängig ist. In 1.920 × 1.080 kann der 3D-Beschleuniger noch gut mit den großen Modellen mithalten, in kleineren Auflösungen ist dann der Ryzen 5 2400G plötzlich gleich schnell unterwegs.

Benchmarks mit verschiedenen Prozessoren

Größere Unterschiede als bei den Grafikkarten gibt es beim Prozessor, gravierend sind auch die aber nicht. Der Core i7-8700K (Test) ist die schnellste CPU für Age of Empires: Definitive Edition, er bringt je nach Auflösung bis zu 35 Prozent mehr FPS und bis zu 38 Prozent bessere Frametimes. Mit steigender Auflösung steigt dabei die Anforderung an die CPU, auch bei dem gleichen Bildinhalt. Vermutlich hängt das mit dem speziellen neuen Zoom zusammen, der in Ultra HD anders als in Full HD genutzt wird.

Mehr als vier Kerne mit SMT bringen im Spiel wiederum keinerlei Vorteile. Unter anderem deshalb sind zum Beispiel der Ryzen 5 1600X und der Ryzen 7 1800X fast so schnell wie der Ryzen 5 2400G und der Core i7-7700K ist auch fast so schnell Intels Coffee-Lake-Topmodell, obwohl das zwei zusätzliche Kerne hat. Die Taktraten sind jedoch ähnlich.

Und Takt favorisiert der Titel ohne Frage vor mehr Kernen: Core i7-8700K und Core i7-7700K liegen somit ein gutes Stück vor AMDs versammelter Ryzen-Mannschaft. Diese schneidet im Vergleich zum Core i3-8100 ordentlich ab, kann gegenüber den größeren Modellen aber nicht mithalten und fällt vor allem bei den Frametimes um bis zu 16 Prozent zurück.

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