Amazon Echo Spot im Test: Ein Wecker wie aus dem letzten Jahrtausend 4/4

Frank Hüber 49 Kommentare

Leistungsaufnahme

Der Amazon Echo Spot ist mit einem 15 Watt Netzteil ausgestattet. Im „normalen Standby“, das heißt bei eingeschaltetem Display und automatischer Helligkeit am Tag, liegt die Leistungsaufnahme bei 2,0 Watt. Bei manueller, minimaler Helligkeit des Displays beträgt sie 1,5 Watt. Bei maximaler Helligkeit des runden 2,5-Zoll-Displays steigt sie dann wieder auf 2,0 Watt. Alle Werte beziehen sich auf den Einsatz der analogen, orange-farbenen Uhr als Zifferblatt.

Bei der Videowiedergabe der „Tagesschau in 100 Sekunden“ bei mittlerer Lautstärke liegt die Leistungsaufnahme zwischen 2,2 und 3,2 Watt. Zum Start liegt sie kurzfristig bei den genannten 3,2 Watt, bis der Inhalt heruntergeladen ist. Während der Wiedergabe liegt sie dann regelmäßig bei 2,4 Watt.

An diesem Wert ändert die Musikwiedergabe über Spotify kaum etwas. Die Leistungsaufnahme schwankt zwischen 2,3 und 2,4 Watt. Bei maximaler Lautstärke bewegt sie sich zwischen 2,6 und 2,7 Watt.

Fazit

In einigen Punkten ist der Echo Spot zu sehr von einem klassischen Radio-Wecker aus gedacht und bleibt noch weit hinter seinen Möglichkeiten zurück. Insbesondere die individuellen Anpassungs- und Einstellungsmöglichkeiten eines smarten Weckers werden nicht ansatzweise ausgenutzt. Die Zifferblätter sind beispielsweise bis auf ein Hintergrundbild nicht individualisierbar, die Zeitspanne für den Schlummermodus kann nicht eingestellt werden und die Weckfunktionen und Anpassungsmöglichkeiten bleiben deutlich hinter den Vorstellungen zurück, die an einen smarten Wecker mit Alexa im Jahr 2018 gestellt werden.

Darüber hinaus sollten die Einstellungen des Weckers auch über das Menü des Echo Spot zugänglich sein, insbesondere, um die Uhrzeit eines bereits eingestellten Weckers anzupassen, ohne ihn löschen zu müssen, solange dies nicht auch per Sprache möglich ist.

Auch in anderen Bereichen wie etwa der Video-Überwachung mit verbundenen Geräten oder bei der Nutzung als Überwachungskamera selbst verschenkt der Echo Spot wie im Test beschrieben noch enorm viel Potenzial, wobei zumindest theoretisch die Möglichkeit besteht, dass Amazon all diese Funktionen mit einem Update nachliefert.

Dennoch macht der Echo Spot auf dem Nachttisch eine gute Figur und ist einem alten Wecker vorzuziehen. Ein Einsatz als smarte Uhr auf dem Schreibtisch erscheint weniger sinnvoll, da Videos dann ohnehin auf dem Notebook oder PC betrachtet werden können und für die Musikwiedergabe nicht unbedingt ein Display erforderlich ist, sondern dafür lieber zu einem größeren und billigeren Echo* gegriffen werden sollte, der den besseren Klang bietet. Wer ein zusätzliches Display auf dem Schreibtisch im Stile des Echo Spot nutzen möchte, sollte den Echo Show nutzen, der mit 220 Euro* zwar noch teurer ist, dafür aber auch beim Sound überzeugt.

Als Wecker noch zu teuer

Der Echo Spot ist in Schwarz und Weiß für 129,99 Euro verfügbar*. Anfänglich erhalten Käufer von zwei Echo Spot einen Nachlass von 40 Euro. Ein stolzer Preis für einen etwas besseren Musik-Wecker, bei dem viele Käufer die zusätzlichen Möglichkeiten gar nicht nutzen werden. Zudem wiegen angesichts dieses Preises die beschriebenen Einschränkungen bei der Konfiguration und Individualisierung schwerer.

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