XPS 13 (9370) im Test: Dells fast perfektes Notebook 4/5

Nicolas La Rocco 156 Kommentare

Dell Power Manager

Dell liefert das XPS 13 mit einer neuen App namens Power Manager aus. Diese von Dell entwickelte App soll es für den Anwender einfacher machen, zwischen verschiedenen Leistungsprofilen zu wählen, um sich zwischen hoher Performance, leisem Betrieb und guter Kühlung entscheiden zu können. Der Dell Power Manager nennt diese Einstellungen „Temperaturverwaltung“. Darüber hinaus lassen sich über das Tool auch Akkuinformationen einsehen, etwa der Akkuzustand. In diesem Menü lässt sich auch definieren, wie das Gerät genutzt wird, also ob es häufig am Netzstrom hängt, häufig zwischen Akkubetrieb und Steckdose gewechselt wird oder ob das System dies selbst erkennen und entsprechend einstellen soll. Bei vorwiegender Netzstromnutzung wird zum Beispiel die Lebensdauer des Akkus verlängert, indem der Schwellenwert der Ladung vermindert wird. Standardmäßig ist der adaptive Automatikmodus eingestellt.

Im Menü „Spitzenverschiebung“ lässt sich einstellen, ob der Akku trotz angeschlossenem Kabel zu gewissen Uhrzeiten nicht geladen werden soll. Um den Energieverbrauch an der Steckdose zu reduzieren, kann hier auch festgelegt werden, dass das Notebook auch bei angeschlossenem Netzadapter ausschließlich über den Akku betrieben wird. Das Menü „Akku-Extender“ ist ein spezieller Stromsparmodus ausschließlich für den Akkubetrieb, bei dem der Nutzer Einfluss auf die CPU-Leistung, Bildschirmhelligkeit, Tastaturbeleuchtung und Stummschaltung der Lautsprecher nehmen kann.

Lautstärke

ComputerBase hat vor allem interessiert, welchen Einfluss das Menü „Temperaturverwaltung“ auf Temperatur, Leistung, Verbrauch und Lautstärke hat. Dell liefert das XPS 13 ab Werk mit der Einstellung „Optimiert“ aus, die auch für alle Benchmarks verwendet wurde. In der Beschreibung dieser Einstellung heißt es: „Dies ist die Standardeinstellung für die Steuerung von Kühlungslüfter und Prozessortemperatur. Bei dieser Einstellung stehen Leistung, Geräuschentwicklung und Temperatur in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander.“ In den drei optionalen Einstellungen „Kühlen“, „Ruhig“ und „Ultra-Leistung“ stehen Temperatur, Lautstärke oder Leistung im Fokus.

Dell Power Manager – XPS 13 (9370)

Für die Tests mit dem Power Manager wurde das XPS 13 jeweils eine Viertelstunde mit Prime95 belastet und danach die Daten mit HWiNFO ausgelesen. Unter Prime95 liegt der Maximaltakt des Core i7-8550U leicht schwankend bei 2,40 – 2,50 GHz und somit unter den bei Dauerbelastung in Cinebench R15 anliegenden 2,80 GHz. Im Modus „Optimiert“ liegt der CPU-Verbrauch bei 23 Watt, während die Lautstärke auf deutlich hörbare 39 dBA steigt. Gemessen wurde die Lautstärke vor dem Notebook positioniert aus 40 (x-Achse) sowie 50 Zentimetern (y-Achse) Entfernung zum Display mit Ausrichtung des Messgeräts im 45-Grad-Winkel in Richtung des Display-Scharniers.

Den richtigen Modus finden

Im „Optimiert“-Modus wird auch abseits der Prime95-Messung im Alltag deutlich, dass das XPS 13 möglichst viel Leistung abruft und Aufgaben schnell erledigen möchte. Das geht mit einer entsprechenden Geräuschkulisse einher, die teilweise unangenehm ist, aber sich nach Abschluss der Aufgabe im Regelfall wieder schnell reduziert. Manchmal aber scheint das XPS 13 in einem Modus mit höherem Takt festzuhängen und reduziert dann auch nicht die Lautstärke. Dies ist während des Tests immer mal wieder aufgetreten, nachdem zum Beispiel Spiele in Steam oder die Adobe Creative Cloud installiert wurden. Während der normalen Office-Nutzung im Rahmen einer Konferenz ist es indes nicht dazu gekommen. Hier sollte Dell mit einem Software-Update nachbessern. Im Idle-Modus auf dem Windows-Desktop ist das XPS 13 lautlos.

Dell Power Manager Temperatureinstellungen (XPS 13 9370)
Temperatur Maximaler Multi-Core-Takt Verbrauch CPU Lautstärke
Optimiert 80 °C 2,40 – 2,50 GHz 23 W 39 dBA
Kühlen 53 °C 1,60 – 1,70 GHz 11 W 39 dBA
Ruhig 60 °C 1,60 – 1,70 GHz 11 W 31 dBA
Ultra-Leistung 80 °C 2,40 – 2,50 GHz 23 W 39 dBA

Wer es besonders ruhig haben möchte und mit Leistungseinbußen zurechtkommt, kann in den Modus „Ruhig“ wechseln, der am leisesten von allen vier Modi arbeitet. Unter Prime95 wird die Temperatur bei 60 °C gehalten, während die Lautstärke nur noch bei flüsterleisen 31 dBA liegt. Das ist aber nur dadurch zu erreichen, indem der Takt auf leicht schwankend 1,60 bis 1,70 GHz reduziert wird. Selbiges gilt auch für den Modus „Kühlen“, wobei hier einfach noch weiter die Temperatur reduziert wird, was zur Folge hat, dass die Lautstärke wieder auf 39 dBA klettert. Dem Modus „Ultra-Leistung“ lässt sich im Test nichts abgewinnen, weil er die gleichen Werte wie die Standardeinstellung liefert. Was dem XPS 13 stattdessen fehlt, ist ein Modus, der zwischen „Optimiert“ und „Ruhig“ liegt. Etwas weniger Lautstärke bei etwas weniger Takt würde sich im Alltag sehr gut schlagen. Auch in diesem Fall könnte und sollte Dell per Update nachbessern.

Profile-Chaos unter Windows

An dieser Stelle sei zudem einmal auf die Situation hingewiesen, dass das Windows-Wirrwarr an verfügbaren Energie- und Leistungsprofilen zwischenzeitlich vollständig ausgeufert ist. Neben den seit jeher in Windows verfügbaren Energiesparplänen – beim XPS 13 sind es „Ausbalanciert“ und „Dell“ (Standard) – gibt es seit dem Creators Update von Windows 10 für Notebooks noch zusätzliche Profile, die sich über das Akkusymbol in der Taskleiste abrufen lassen. Auf dem XPS 13 sind das „Empfohlen“, „Bessere Leistung“ und „Beste Leistung“ im Netzbetrieb sowie „Stromsparmodus“, „Empfohlen“, „Bessere Leistung“ und „Beste Leistung“ im Akkubetrieb. Dazu kommen im konkreten Fall jetzt auch noch Dells eigene vier Profile „Optimiert“, „Kühlen“, „Ruhig“ und „Ultra-Leistung“ aus dem Power Manager. Als normaler Endverbraucher verliert man bei diesem Kombinationschaos den Überblick dafür, was am besten wie und wo eingestellt werden sollte. Als Notebook-Tester wiederum muss stunden- und tagelang recherchiert werden, welche Auswirkungen welche Kombinationen von welchen Profilen haben.

Der Dell Power Manager scheint hier letzten Endes zumindest in puncto CPU immer das letzte Wort zu haben, denn die Windows-Profile hatten im Cinebench keinen Einfluss auf Temperatur, Leistung oder Verbrauch. Über die Windows-Profile wird aber nach wie vor geregelt, inwiefern sich die Display-Helligkeit beim Ziehen des Netzsteckers reduzieren soll oder wann sich das Display ausschaltet und der Ruhemodus eingeleitet wird.

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