Final Fantasy XV: Die PC-Version hinterlässt einen guten Ersteindruck 2/2

Wolfgang Andermahr 136 Kommentare

Die GameWorks-Effekte

Zum Erscheinen des Benchmarks der Final Fantasy XV Windows Edition gab es diverse Diskussionen um die zahlreichen GameWorks-Effekte von Nvidia. Auch wenn ComputerBase die Gemüter nicht völlig beruhigen kann – ein Testlauf einer AMD-Grafikkarte war nicht möglich –, sehen die Vorzeichen zumindest gut aus. Laut Square Enix sollen die Effekte auch gut auf einem Radeon-Beschleuniger laufen.

So bietet die PC-Version ein umfangreiches Grafikmenü, das neben mehreren Presets auch diverse Einzeloptionen bietet. Dazu gehören alle vier GameWorks-Effekte, die sich einzeln an- oder abschalten lassen. Sowohl für HairWorks als auch Turf, VXAO und ShadowLibs gibt es einzelne Optionen.

HairWorks soll im Spiel besser als im Benchmark laufen

Große Aufregung beim Benchmark hat es um HairWorks gegeben. Denn dieses kostete auf einer Radeon-Grafikkarte massiv Performance. Selbst wenn weit und breit kein HairWorks-Effekt zu sehen gewesen ist. Dabei handelte es sich laut Square Enix um einen Bug, der bereits in der Testversion behoben worden sein soll. Auch wenn der Gegentest auf einer Radeon-Grafikkarte noch fehlt, auf einem GeForce-Beschleuniger kostete HairWorks keine Performance, wenn der Effekt nicht im Bild zu sehen war.

Apropos HairWorks: Die Haartechnik wird bei keinem menschlichen Charaktermodell genutzt. Stattdessen kommt diese ausschließlich bei einigen Monstern zum Einsatz, wobei es „mehrere“ von denen geben soll. Beim zweistündigen Anspielen traten mehrere „GameWorks-Monster“ auf, jedoch gab es auch immer mal Sequenzen, wo kein GPU-beschleunigtes Haar zu sehen war. Der Effekt selber ist hübsch. Da jedoch HairWorks meistens nicht sichtbar ist, vermisst man auch nicht viel, wenn auf die detaillierteren Haare verzichtet wird.

Turf verbessert die Darstellung von Gras deutlich

Ganz anders sieht dies beim GameWorks-Effekt Turf auf, denn damit legt die Qualität der Grasdarstellung deutlich zu. Und zumindest zu Beginn von Final Fantasy XV gibt es viel Gras zu sehen. Bei Turf wird jeder einzelne Grashalm von mehreren Polygonen dargestellt. Bei manchen Bildern sollen ganze 10.000.000 Polygone zu sehen sein. Wird Turf abgeschaltet, wird stattdessen eine große Textur zur Grasdarstellung genutzt. Diese sieht deutlich schlechter aus, wobei nicht nur die Grasdichte deutlich abnimmt, sondern das Grün auch nicht mehr auf den Spieler reagiert und die Umgebungsverdeckung nicht mehr funktioniert. Die Performance-Kosten sind zumindest auf einer GeForce-Grafikkarte gering.

Als dritte GameWorks-Option gibt es in dem Spiel das bis jetzt unbekannte „ShadowLibs“ (Shadow Library). Das ist ein Überbegriff für ShadowWorks und nutzt laut Square Enix für einige Schatten Raytracing, um die Genauigkeit zu erhöhen – vermutlich handelt es sich um „Hybrid Frustum Traced Shadows“ (HFTS). Der Effekt soll primär auf Charaktermodellen zu sehen sein. In der aktuellen Build gibt es aber noch Probleme mit dem Effekt, sodass dieser ausgeschaltet geblieben ist.

VXAO funktioniert nur auf GeForce-Grafikkarten

Während diese drei Effekte auf GeForce- und auch auf Radeon-GPUs laufen, ist der letzte exklusiv für Nvidia-Hardware seit der Maxwell-Generation gedacht. Es handelt sich um VXAO, Nvidias Nachfolger von HBAO+. Die Umgebungsverdeckung sieht bei einem schnellen Vergleich wie auch in Rise of the Tomb Raider sehr gut aus. Allerdings sind in Final Fantasy XV die Kosten für VXAO ebenfalls sehr hoch. Entsprechend ist das hochwertige Ambient Occlusion in Ultra HD beim Testspielen abgeschaltet geblieben.

Die Performance

Final Fantasy XV Windows Edition lief auf dem Anspiel-Event auf einem Core i7-6700K mit einem 32 Gigabyte großen Arbeitsspeicher und einer Nvidia GeForce GTX 1080 Ti Founders Edition. Die Detailstufe war maximiert und sowohl HairWorks als auch Turf waren als GameWorks-Effekte aktiviert. Die Auflösung betrug 3.840 × 2.160.

Da sich im Optionsmenü ein FPS-Counter versteckt, lassen sich verlässliche Aussagen zur Performance treffen. Die noch nicht finale Version lief in den meisten Szenen mit 40 bis 50 FPS. Ab und zu gab es anspruchsvollere Sequenzen, wo die Framerate auf bis zu 30 FPS abfiel, und zeitweise auch weniger forderndere, in denen die 60 FPS erreicht wurden. Auf dem genutzten G-Sync-Monitor ließ sich Final Fantasy XV damit zwar nicht perfekt, aber durchaus gut spielen. Die Steuerung reagiert auch bei niedrigen Frameraten noch direkt und wenig schwammig. 35 FPS sollten aber dennoch die Ausnahme bleiben. Probleme beim Streaming gab es, anders als beim Benchmark, nicht.

Aktuell sind 120 FPS das maximal Mögliche

Im Optionsmenü von Final Fantasy XV Windows Edition findet sich ein FPS-Limiter, der auf 30 FPS, 60 FPS oder 120 FPS eingestellt werden kann. Ein noch höherer Wert lässt sich nicht einstellen – derzeit zumindest. Laut Square Enix lässt die hauseigene Luminous-1.5-Engine 120 FPS ohne jegliche Fehler zu. Bei einer noch höheren Framerate kommt es jedoch zu Grafikfehlern. Der Entwickler versichert, dass daran gearbeitet wird und es das Ziel sei, das Framelimit weiter anzuheben. Allerdings ist noch nicht gesichert, ob dies auch tatsächlich fehlerfrei funktionieren wird.

Final Fantasy XV Windows Edition
Final Fantasy XV Windows Edition (Bild: Square Enix)

Die Steuerung ist sehr direkt

Ein ursprünglich Gamepad-optimiertes Spiel für Maus und Tastatur umzusetzen, ist immer eine Herausforderung. In Final Fantasy XV ist die Steuerung selbst gut gelungen. Bewegungen an der Maus werden ohne Verzögerung am Bildschirm umgesetzt. Auch bei niedrigen Frameraten kommt kein schwammiges Gefühl auf. Daran scheitern nicht wenige Spiele.

Sowohl die Maus als auch die Tastatur lassen sich in einem umfangreichen Menü konfigurieren. Einige Tastenbelegungen sind dabei sehr ungewohnt, lassen sich jedoch problemlos ändern. Für die Basisbefehle sind in Final Fantasy XV nur wenige Tasten notwendig, dort kommt es zu keinen Problemen.

Im Menü gibt es nur „eine halbe Maus“

Ärgerlich ist, dass es in sämtlichen Menüs keine frei bewegliche Maussteuerung gibt. Zwar kann die Maus zur Ansteuerung der einzelnen Punkte genutzt werden, jedoch springt der Zeiger wie bei einem Klick auf der Tastatur oder Gamepad einfach nur einen Menüpunkt nach oben oder unten. Außerdem hat sich auch nach längerer Suche keine Einstellmöglichkeit der Mausgeschwindigkeit in Final Fantasy XV gefunden. Diese muss also zum Beispiel über die DPI-Einstellung der Maus selbst geändert werden.

Der Ersteindruck

Nachdem der Benchmark zu Final Fantasy XV Windows Edition mehr Fragen als Antworten zur PC-Umsetzung aufgeworfen hat, gab es beim ersten Anspielen einer noch nicht ganz finalen Version deutlich mehr Erkenntnisse. Und auch wenn noch einiges offen bleibt – zum Beispiel, wie AMD-Grafikkarten mit den GameWorks-Features zurechtkommen –, sehen die Vorzeichen positiv aus.

Denn die Grafik macht gerade in hohen Auflösungen einen deutlich besseren Eindruck als noch im Benchmark. Die Optik ist zwar nicht makellos, aber zumindest das bisher Gesehene ist sehr schick. Die Performance ist dafür ordentlich. Das Optionsmenü ist umfangreich und lässt diverse Anpassungen für den PC zu. Auch bei der Maus-Tastatur-Steuerung sind keine grundlegenden Probleme zu erkennen.

Vielleicht das Wichtigste ist, dass Square Enix wirklich etwas an der PC-Umsetzung von Final Fantasy XV liegt. Den Eindruck hat der Entwickler zumindest beim Anspieltermin vermittelt. Und auch das Spiel selbst tut es. Ob die PC-Version aber wirklich gelungen ist und es nicht doch noch zu Problemen kommen wird, testet ComputerBase beim Erscheinen am 6. März.

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