Phanteks Enthoo Evolv Shift im Test: Kleines Gaming-Gehäuse mit viel Durchblick 2/4

Carsten Lissack 42 Kommentare

Der Innenraum wirkt größer als er ist

Ein Blick in den Innenraum zeigt zwei physisch voneinander getrennte Kammern. Die Trennung erfolgt durch einen breiten Kabelkanal, der zum Verlegen sämtlicher Kabel, unter anderem vom Netzteil ausgehend, dient. Während in der oberen Kammer das Mainboard seinen Platz einnimmt, wird unten das Netzteil eingebaut.

Der Kabelkanal verfügt über zwei Gummimanschetten und einige Ösen zum Befestigen der Kabel mit Kabelbindern. Außerdem kann die magnetisch befestigte Vorderseite zur besseren Erreichbarkeit der Kabelstränge umgeklappt werden.

Links an der Innenseite befinden sich zwei Brackets, in denen jeweils eine 2,5"-SSD hinein passt. Der Boden ermöglicht die Aufnahme eines SFX- oder auch ATX-Netzteils. Für die meisten Netzteile letzterer Art wird der Platz jedoch nicht ausreichen, außerdem lässt sich nur bei der Verwendung eines SFX-Netzteils ein weiterer Lüfter im Boden einsetzen.

Etwas Besonderes hat sich Phanteks bei der Installation der Grafikkarte einfallen lassen. Diese wird mittels Riser-Karte auf die Rückseite des Mainboardtrays ausgelagert und findet dort in einem verstellbaren Bracket Halt. Allerdings ist nicht ganz klar welchen Vorteil die Verstellbarkeit bieten soll, denn weder Luftstrom noch Optik lassen sich hierdurch verbessern.

Auch im Innenraum gibt es keinen Anlass zur Kritik. Alles ist sauber verarbeitet und hinterlässt einen hochwertigen und weitestgehend durchdachten Eindruck.

Praktische Erfahrungen

Der Einbau des Testsystems in das Phanteks Enthoo Evolv Shift gestaltet sich für die Größe verhältnismäßig einfach, das Bundle aus Hauptplatine, Prozessor, CPU-Kühler und Arbeitsspeicher ist schnell verbaut, ebenso die Festplatten. Auch das Verlegen diverser Kabel geht dank des zentralen Kabelkanals leicht von der Hand. Soweit so gut, oder nicht?

Leider nicht ganz, denn die ersten Probleme treten auf, sobald der Computer in Betrieb genommen werden soll. Im Test sorgt eine Sterbe am Boden dafür, das sich der Kippschalter des verwendeten SFX-Netzteils nicht umlegen lässt. Der Fehler ist nicht unbedingt bei Phanteks zu suchen, da die Position des Kippschalters an Netzteilen nicht genormt ist. Ärgerlich ist dies im Einzelfall aber trotzdem, da nur ein Dremel Abhilfe schafft. Eine Lösung mittels Bracket würde dieses Problem umgehen, doch daran hat Phanteks nicht gedacht.

Ein weiteres Problem kann beim Anschließen von Kabeln an die I/O-Ports des Mainboards auftreten. Diese passen nämlich nur dann, solange keine Adapter, beispielsweise von DVI auf VGA im Spiel sind oder die Kabel sehr ausladend und wenig flexibel sind. Im schlechtesten Fall kann der Deckel nicht mehr geschlossen werden.

Die Grafikkarte lässt sich optisch nicht anspruchsvoll integrieren

Sind diese potenziellen Probleme erst einmal überwunden, bietet das Enthoo Evolv Shift viel Spaß beim Zusammenbau. Nur die Positionierung der Grafikkarte weiß nicht zu gefallen, denn sie ist von vorne so gut wie gar nicht zu sehen. Von der anderen Seite aus betrachtet ist lediglich die Rückseite des Pixelbeschleunigers erkennbar. Damit geht ein mögliches optisches Highlight des finalen Computers völlig verloren, was im Einzelfall bedauerlich ist.

In das Phanteks Enthoo Evolv Shift können CPU-Kühler bis zu einer Höhe von 85 mm eingebaut werden. Grafikkarten dürfen nicht länger als 350 mm ausfallen. Ein wichtiges Maß ist die maximale Länge des Netzteils. Dieses darf im neuen Mini-ITX-Gehäuse von Phanteks höchstens 150 mm inklusive Kabel sein, weshalb überwiegend SFX-Netzteile in Frage kommen.

Kompatibilität von Radiatoren

Laut Phanteks können in das Enthoo Evolv Shift zwei 120-mm-Single-Radiatoren verbaut werden, die maximal 27 mm tief sind. Das stimmt zwar, lässt sich in der Praxis aber kaum realisieren, zumal dann noch immer keine Lüfter montiert sind.

Am Boden lässt sich problemlos ein 120-mm-Single-Radiator integrieren, ein zweites gleichwertiges Modell passt jedoch nicht mehr, wie den Fotos zu entnehmen ist. Auch einzeln passt kein handelsüblicher Wärmetauscher in die Front hinein.

In die oberen Kammer, wo der 140-mm-Lüfter ab Werk verbaut ist, passt in der Theorie zwar ebenfalls ein Radiator hinein, jedoch bleibt wegen des direkt angrenzenden Mainboardtrays kein Platz mehr für einen Ventilator, der für die Kühlung notwendig ist.

Das Phanteks Enthoo Evolv Shift eignet sich demnach nicht für Wasserkühlungen, die über eine AIO-Lösung mit nur einem Single-Radiator hinausgehen.

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