Phanteks Enthoo Evolv Shift im Test: Kleines Gaming-Gehäuse mit viel Durchblick

Carsten Lissack 41 Kommentare
Phanteks Enthoo Evolv Shift im Test: Kleines Gaming-Gehäuse mit viel Durchblick

tl;dr: Phanteks zeigt mit dem Enthoo Evolv Shift ein hochwertiges Mini-ITX-Gehäuse mit einem ungewöhnlichen Innenraumaufbau. Dabei setzt der Hersteller unter anderem auf eine Riser-Karte. Vieles ist sehr gut durchdacht, viel Spielraum für verschiedene Möglichkeiten besteht trotzdem nicht.

Einleitung

Phanteks gehört zu den aufstrebenden Herstellern im Segment der Computergehäuse und überzeugt Jahr für Jahr mit spannenden Neuvorstellungen. Eine davon ist das Enthoo Evolv Shift: ein Mini-ITX-Gehäuse, das sowohl stehend als auch liegend positioniert werden kann.

Äußerlich hinterlässt das Gehäuse einen edlen Eindruck, was nicht zuletzt an den beiden getönten Glasseitenteilen, sondern auch an den vielen klar strukturierten Aluminiumteilen liegt, die dem Enthoo Evolv Shift seine Form geben.

Phanteks Enthoo Evolv Shift
Phanteks Enthoo Evolv Shift

Zur Zeit kostet das neue Gehäuse von Phanteks rund 110 Euro und ist damit nicht unbedingt unerschwinglich teuer für die auf den ersten Blick gebotene Leistung. Was dem Käufer für dieses Geld geboten wird, lässt sich auf den folgenden Seiten nachlesen.

Lieferumfang und Ausstattung

In einer kleinen Pappschachtel legt Phanteks den obligatorischen Schraubensatz in einer durchsichtigen Toolbox bei. Weiterhin befinden sich sechs Kabelbinder und vier selbst anzubringende Gummifüße im Lieferumfang. Letztere sind bei Bedarf für die horizontale Lage des Gehäuses selbst anzubringen.

Die mitgelieferte Gebrauchsanweisung ist englischsprachig. Ihr Aufbau ist jedoch lobenswert und erklärt auch kleinere Details. Dabei greift der Hersteller auf anspruchsvoll gerenderte Grafiken zurück.

Merkmale der vorinstallierten Lüfter
Position Größe U/min Anschluss Anlaufspannung
Front 1 × 140 mm 1.200 3-Pin 4,4 Volt

Im Enthoo Evolv Shift ist lediglich ein Lüfter mit einer Rahmenbreite von 140 mm vormontiert. Dieser läuft ab einer Spannung von 4,4 Volt an und erreicht eine maximale Geschwindigkeit von 1.200 Umdrehungen pro Minute.

Mit seinen Abmessungen von 274 × 170 × 484 mm (L × B × H) und dem daraus resultierenden äußeren Volumen von 22,54 Liter bringt das Phanteks Enthoo Evolv Shift stolze 6,6 kg Leergewicht auf die Waage. Bei der Kombination aus Stahl, Aluminium, Glas und etwas Kunststoff ist das auch nicht weiter verwunderlich.

Viel Stauraum für Festplatten bietet das Mini-ITX-Gehäuse bedingt durch seine Größe nicht. Es können lediglich eine 3,5"-Festplatte und zwei 2,5"-SSDs aufgenommen werden. Für einen modernen PC ist das für gewöhnlich aber völlig ausreichend.

Phanteks Enthoo Evolv Shift
Mainboard-Format: Mini-ITX, Thin Mini-ITX
Chassis (L × B × H): 274 × 170 × 484 mm (22,54 Liter)
Seitenfenster
Material: Kunststoff, Stahl, Aluminium, Glas
Nettogewicht: 6,60 kg
I/O-Ports: 2 × USB 3.0
Einschübe: 1 × 3,5" (intern)
2 × 2,5" (intern)
Erweiterungsslots: 2
Lüfter: Front: 2 × 140/120 mm (1 × 140 mm inklusive)
Boden: 1 × 140/120 mm (optional)
Staubfilter: Deckel, Netzteil, Boden
Kompatibilität: CPU-Kühler: 85 mm
GPU: 350 mm
Netzteil: 150 mm
SFX-Formfaktor
Preis: ab 107 €

Erstklassige Verarbeitungsqualität

Schon nach den ersten Minuten steht fest, dass das Phanteks Enthoo Evolv Shift hochwertig verarbeitet ist und die verschiedenen Materialien perfekt ineinander greifen. Eine so edle Materialwahl und so gute Verarbeitungsqualität ist in dieser Preisklasse zwar nicht unüblich, trotzdem fällt sie positiv auf.

Ringsherum um das Gehäuse lassen sich mehrere Lüftungsschlitze sichten, die allesamt mit feinem Mesh ausgekleidet sind. Ein 5,25"-Laufwerksschacht gibt es aber nicht zu entdecken. Die Nachfrage hiernach nimmt in den letzten Jahren aber auch stetig ab, sodass dies in der heutigen Zeit kein Kritikpunkt mehr sein kann.

Im oberen Bereich der Rückseite ist eine größere Aussparung realisiert worden, die zur Kabeldurchführung, beispielsweise eines Monitorkabels dient. An das Mainboard angeschlossen werden die Kabel nämlich unter dem Kunststoffverdeck des Deckels. Unten an der Rückseite befindet sich der Stromanschluss des Netzteils.

Position der USB-3.0-Anschlüsse nicht unbedingt optimal

Ungewöhnlich ist auch die Positionierung des Panels, welches lediglich zwei USB-3.0-Anschlüsse umfasst. Gestellt unter einem Schreibtisch sind sie nur schwer zugänglich. Anders sieht es bei der Positionierung auf einem Tisch aus. Hier sind die Anschlüsse leicht zugänglich.

Oben im Deckel sind zwei Taster eingelassen. Während der große Knopf den Start des Computers auslöst, dient der zweite entgegen der Vermutung nicht als Resetknopf, sondern zur Steuerung einer optionalen RGB-LED-Anlage, die weitere Produkte von Phanteks voraussetzt. In Mitten der Längsstreben des Deckels ist eine schmale LED-Leiste eingelassen, die den Betrieb des Computers durch eine blaue LED anzeigt.

Ungewöhnlicher Zugang zum I/O-Panel des Mainboards

Leichter Druck auf die Vorderseite des Deckels löst diesen aus einem Druckverschluss und lässt den Deckel durch zwei gespannte Federn nach oben aufklappen. Hier verbirgt sich später das I/O-Panel der Hauptplatine, außerdem können von hier aus alle äußeren Anbauten gelöst und abgenommen werden.

Hinter der massiven Frontverkleidung verbirgt sich der mitgelieferte 140-mm-Lüfter, der ausblasend montiert ist. Weiter unten an der Front kann ein gleichgroßes Modell montiert werden.

An der Rückseite sieht es ohne Aluminiumverkleidung etwas anders aus. Im unteren Bereich findet sich eine große Aussparung für den Lüfter des am Boden anzubringenden Netzteils. Oben lässt sich eine 3,5"-Festplatte entkoppelt mit dem Stahlkorpus des Phanteks Enthoo Evolv Shift verbinden.

Relativ unspektakulär gibt sich der Standfuß des Mini-ITX-Gehäuses. Er beinhaltet lediglich einen Nylonstaubfilter für die Stromversorgung und entkoppelt das Gehäuse zusätzlich durch vier rechteckige Gummifüße. Für die spätere Netzteilmontage kann er abgenommen werden.

Vorbildliches Design, erstklassige Entkopplung

Äußerst vorbildlich hat sich Phanteks um die beiden Glasseitenteile gekümmert. Diese sind an den Kontaktflächen zum Korpus geschwärzt, sodass von letzterem nach außen hin nichts sichtbar ist. Außerdem befindet sich rundherum um die Auflagefläche Moosgummi, was jegliche Form der Resonanzübertragung unterdrückt.

Am Phanteks Enthoo Evolv Shift lässt sich äußerlich nichts beanstanden. Alle Teile sind sehr verwindungssteif, greifen erstklassig ineinander und zeigen keine ungleichmäßigen Spaltmaße oder sonstige Mängel. Die für das Geld gebotene Verarbeitungsqualität ist hervorragend.

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