Nanoxia Project S Mini im Test: Schubladen-HTPC mit Glas-Deckel für Mini-ITX 2/3

Carsten Lissack 61 Kommentare

Praktische Erfahrungen

Der Hardwareeinbau in das Nanoxia Project S Mini gestaltet sich trotz der kompakten Abmessungen sehr einfach. Das liegt daran, dass für die Montage sämtlicher Teile der gesamte Mainboardschlitten ausgebaut werden kann. So sind das Bundle aus Hauptplatine, Prozessor, CPU-Kühler und Arbeitsspeicher schnell im HTPC verbaut. Auch die Festplatten sind schnell eingesetzt.

Etwas kniffliger ist hingegen der Einbau der Grafikkarte, da hierfür die beiliegende Riser-Karte verwendet werden muss. Weil sie sehr steif ist, bedarf es mehrerer Anläufe, bis alles korrekt sitzt und angeschlossen ist.

SFX-Netzteile brauchen oft Verlängerungen

Den Bildern ist zu entnehmen, dass das Kabelmanagement nicht perfekt umgesetzt werden konnte. Das liegt in erster Linie daran, dass die Kabellängen eines SFX-Netzteils nicht immer für den typischen Aufbau eines klassischen HTPC ausgelegt sind. So lassen sich im Test beispielsweise die Stromversorgung für das Mainboard sowie für die CPU nicht unter dem Mainboardtray verlegen. Beim Kauf sollte dies berücksichtigt und gegebenenfalls mit Verlängerungen gearbeitet werden.

Für den Prozessorkühler stehen 70 mm Höhe zur Verfügung, damit beschränkt sich die Auswahl überwiegend auf Top-Blow-Kühler. Die Grafikkarte darf maximal 280 mm lang ausfallen und für das Netzteil stehen inklusive abstehender Kabel höchstens 160 mm in der Tiefe zur Verfügung. Unter dem Mainboardtray ist mit 25 mm hingegen ausreichend Platz für das Verlegen von Kabeln gegeben.

Messergebnisse

Wie ComputerBase Gehäuse testet und dabei Messwerte ermittelt, kann im Detail im Artikel „So testet ComputerBase Gehäuse“ nachvollzogen werden.

Temperatur

Bei der Kühlleistung dürfen vom Nanoxia Project S Mini keine Wunder erwartet werden. Das liegt zum einem daran, dass der HTPC ab Werk ohne Gehäuselüfter ausgeliefert wird. Zum anderen können Kühler lediglich mit einer Rahmenbreite von 60 mm nachgerüstet werden, eine effizientere Kühlung daher zwangsläufig sehr zu Lasten der Lautstärke gehen. Getestet hat ComputerBase das System nur ohne zusätzliche Lüfter.

Kombiniert mit der Nvidia GTX 650 Ti Boost und ihrem Radiallüfter erreicht der Prozessor eine Temperatur von 61 °C, wenn sich alle Lüfter mit ihrer vollem Umdrehungszahl drehen. Zusammen mit der Asus GTX 760 DirectCU II OC und den beiden Axiallüftern pendelt sich die CPU nach einiger Zeit bei 65 °C ein. Die beiden Grafikkarten selbst werden 71 beziehungsweise 80 °C warm, was ohne jegliche Gehäusebelüftung akzeptabel ist. Das gilt auch für die Mainboard- und Festplattentemperatur, die in diesem Szenario maximal 42 beziehungsweise 30 °C erreichen.

Die Temperturverhältnisse verschlechtern sich zum Teil deutlich, sobald die Spannung der Lüfter auf 5 Volt und damit auch ihre Drehzahl reduziert wird. Der Prozessor pendelt sich nun zusammen mit der Nvidia GTX 650 Ti Boost bei 71 °C ein, während er mit der Asus GTX 760 DirectCU II OC eine Temperatur von 76 °C erreicht. Die Grafikkarten selbst messen 95 und 100 °C. Während die Werte der CPU noch nicht als kritisch einzustufen sind, werden beide Grafikkarten hart am Limit betrieben. Eine zusätzliche Gehäusebelüftung ist bei reduzierter Lüfterdrehzahl ratsam. Die Hauptplatine wird maximal 54 °C heiß, bei der Festplatte sind es 36 °C.

Ein Gaming-System lässt sich unterm Strich also nicht ohne weitere Maßnahmen im Nanoxia Project S Mini betreiben. Auch der Griff zu einer Grafikkarte mit Axiallüftern sollte in diesem Fall überdacht werden, weil andere Komponenten deutlich messbar in Mitleidenschaft gezogen werden.

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