OCP Summit: Samsung Z-SSD als M.2 und M.3 heißt nun NF1

Michael Günsch 17 Kommentare
OCP Summit: Samsung Z-SSD als M.2 und M.3 heißt nun NF1
Bild: AnandTech

Samsung hat eine neue Variante der Z-SSD im Formfaktor M.2 gezeigt. Die Schreibleistung fällt geringer als bei der großen HHHL-Steckkarte aus. 240 und 480 GB Speicherplatz und ein Phoenix-Controller werden geboten. Zudem war auf dem OCP Summit erneut der NF1-Formfaktor alias M.3 für Server zu sehen.

Z-SSD im M.2-Format

Samsungs Z-SSD gilt als Antwort auf Intels Optane-SSDs mit schnellem 3D-XPoint-Speicher. Auf Basis optimierter NAND-Flash-Technik (Z-NAND) will Samsung ähnlich niedrige Latenzen und eine hohe Haltbarkeit erreichen. Bisher hat Samsung die Z-SSD in Form der SZ985 als halbhohe Erweiterungskarte für den PCIe-Slot vorgestellt. Auf dem Open Compute Project Summit war aber eine neue Version im Formfaktor M.2 zu sehen, wie AnandTech berichtet. Die Namensgebung ist nicht eindeutig geklärt, denn während der Aufkleber auf der SSD von SZ983 spricht, ist an anderer Stelle wieder von SZ985 die Rede.

Samsungs SZ983 alias SZ985 M.2
Samsungs SZ983 alias SZ985 M.2 (Bild: AnandTech)

Die M.2-Version der Z-SSD basiert auf einem Controller der Phoenix-Generation mit acht Speicherkanälen. Laut dem Bericht soll es sich um den gleichen Controller wie beim Client-Modell PM981 handeln, der früher auch als Polaris v2 bezeichnet wurde. Nach Samsungs Angaben soll die M.2-Version über PCIe 3.0 x4 beim sequenziellen Lesen 3.200 MB/s und beim sequenziellen Schreiben 2.800 MB/s erreichen. Lesend wäre die kompakte Z-SSD damit gleich schnell wie die große SZ985, die allerdings auch beim Schreiben 3.200 MB/s liefern soll. In puncto garantierter Mindesthaltbarkeit herrscht mit 30 Drive Writes Per Day (DWPD) wiederum Gleichstand.

Die M.2-Variante weckt Spekulationen um eine mögliche Z-SSD für den High-End-Consumer-Markt. Dafür gibt es bisher aber keine Indizien und für die Nachfolger von 960 Evo (Test) und 960 Pro (Test) wird eher herkömmliche NAND-Technik im Zusammenspiel mit dem neuen Phoenix-Controller erwartet.

NGSFF alias M.3 heißt nun NF1

Die von herkömmlichen mechanischen Festplatten geebneten Pfade bei den Formfaktoren für Massenspeicher in Servern sollen die rein elektronischen SSDs in absehbarer Zukunft verlassen. Zu den neuen, eigens für SSDs geschaffenen Formfaktoren zählt das Enterprise & Datacenter Storage Form Factor (EDSFF), für das Intel in Form des „Ruler Form Factor“ mit über 30 cm langen Modulen in Linealform kräftig die Werbetrommel gerührt hat.

Mit NF1 gibt es einen weiteren neuen Formfaktor für Server-SSDs, der eine deutlich kürzere Bauweise als Intels Ruler-SSDs aufweist. Im Grunde handelt es sich um eine von 22 auf 30,5 mm verbreiterte Version des M.2-Formats, weswegen NF1 im Vorfeld oft als M.3 bezeichnet wurde. Auch der Name Next Generation Small Form Factor (NGSFF) fiel des Öfteren, wie es schon bereits vor dem Marktstart von M.2 der Fall war – Next Next Generation Small Form Factor wäre nun die treffendere Bezeichnung im allgemeinen Namenschaos.

Durch die Verbreiterung der Platine finden zwei Reihen Speicherbausteine Platz, was mehr Speichervolumen pro Modul ermöglicht. Die von Samsung gezeigten NF1-SSDs sind 110 mm lang und könnten analog zu M.2 22110 auch als „M.3 30110“ bezeichnet werden, so würden Breite und Länge des Moduls beim Namen genannt.

Auf dem OCP Summit war die Samsung PM983 im NF1-Format mit 8 und 16 TB Speicherplatz zu sehen. Ein Phoenix-Controller und 64-Layer-TLC-3D-NAND (V-NAND v4) bilden die technische Basis. Die Datenträger sind mit 3.000 MB/s beim Lesen und 1.900 MB/s beim Schreiben spezifiziert. Gezeigt wurden Varianten mit und ohne Stützkondensatoren zum Datenerhalt bei kurzzeitigem Stromausfall.

Storage-Server von Supermicro mit 36 NF1-Einschüben
Storage-Server von Supermicro mit 36 NF1-Einschüben (Bild: AnandTech)

Supermicro zeigte das Server-System SSG-1029P-NMR36L mit 36 NF1-Einschüben, was mit 16-TB-Modulen bestückt 576 Terabyte SSD-Speicherplatz bedeutet. Alternativen sind Adapterkarten für den klassischen PCIe-Slot, die eine oder zwei NF1-Module tragen. Adata hatte auf der CES die Enterprise-SSD IM3P33E1 in dem neuen Format gezeigt.