Intel NUC Hades Canyon im Test: Der stärkste 1,2-Liter-PC dank AMD Vega auf Kaby Lake-G 2/3

Jan-Frederik Timm et al. 68 Kommentare

Testergebnisse

ComputerBase hat die NUC mit Kaby Lake-G im selben Parcours für Anwendungen getestet wie zuletzt die ersten mobilen Sechs-Kern-CPUs für Notebooks („Coffee Lake-H“). Damit lassen sich nicht nur Vergleiche zu den neuen starken Sechs-Kern-CPUs mit 45 Watt TDP, sondern auch den von der Achitektur vergleichbaren Kaby-Lake-Refresh-Prozessoren mit 15 Watt TDP und High-End-Desktop-CPUs ziehen.

Zur Beurteilung der Spieleleistung wurde sogar auf zwei Testparcours zurückgegriffen. Zum einen auf den aktuellen Parcours für Standard-Grafikkarten-Tests, der bei Full HD fast immer mit maximalen Details gefahren wird. Geringere Anforderungen stellt hingegen der Parcours für die Multiplayer-Spiele an Kaby Lake-G.

Zum Einsatz kamen ein vollständig aktualisiertes Windows 10 in Version 1709 sowie der aktuelle Grafiktreiber von Intel respektive AMD.

Taktraten unter Last

Der Intel Core i7-8809G mit 100 Watt TDP verhält sich in der Intel NUC wie eine klassische Desktop-CPU: Auch unter Dauerlast auf mehreren Kernen werden die maximal versprochenen Turbo-Taktraten von 3,9 GHz bei bis zu 90 °C auf allen vier Kernen gehalten, der maximal versprochene Single-Core-Turbo von 4,2 GHz ist hingegen nur für Bruchteile einer Sekunde zu sehen. In der Regel taktet der Prozessor bei Last auf einem Kern bei 4,0 GHz.

Im Vergleich zu mobilen Prozessoren zeigt der Core i7-8809G im Cinebench-R15-Dauertest (Multi-Core) damit eine vom ersten bis zum letzten Durchlauf unveränderte Leistung. Ein aktueller Coffee-Lake-H-Prozessor mit sechs Kernen bleibt aber trotz Drosselung über Temperatur oder TDP auch im zehnten Durchlauf schneller.

Auch die GPU hält in den von ComputerBase getesteten Spielen ihren maximalen Takt von 1.190 MHz konstant. Kritische Temperatur- oder Verbrauchsvorgaben werden hier ebenfalls nicht erreicht.

Leistung in Anwendungen

Bei den nachfolgenden Diagrammen darf also nicht außer Acht gelassen werden: Je kürzer der Benchmark, desto weniger werden von Drosselung betroffene Prozessoren bereits in der Leistung gesenkt. Für den Core i7-8809G im Hades Canyon ist das hingegen kein Thema: Er zeigt immer die in den Diagrammen festgehaltene Leistung, während die Konkurrenz im Zweifel über Laufzeit noch Leistung verliert, aber in keinem Fall gewinnt.

16 Einträge
Cinebench R15
Angaben in Punkten
  • Multi-Core-Test:
    • Intel Core i7-8750H
      1.144
    • Intel Core i7-8809G (NUC)
      840
    • Intel Core i7-7820HK OC
      822
    • Intel Core i7-7820HK
      767
    • Intel Core i7-6920HQ
      739
    • Intel Core i7-7700HQ
      728
    • Intel Core i7-6700HQ
      642
    • Intel Core i7-6600U
      309
    • Intel Core i5-6300U
      302
    • Intel Core i5-6200U
      281
    • Intel Core m6-6Y54
      240
    • Intel Core i5-4300U
      235
    • Intel Core m5-6Y54
      228
    • Intel Core m3-6Y30
      209
    • Intel Core m5-6Y57
      173
  • Single-Core-Test:
    • Intel Core i7-8809G (NUC)
      179
    • Intel Core i7-8750H
      173
    • Intel Core i7-7820HK OC
      167
    • Intel Core i7-7820HK
      160
    • Intel Core i7-6920HQ
      155
    • Intel Core i7-7700HQ
      146
    • Intel Core i7-6600U
      138
    • Intel Core i7-6700HQ
      136
    • Intel Core i5-6300U
      121
    • Intel Core i5-6200U
      113
    • Intel Core i5-4300U
      103
    • Intel Core m6-6Y54
      94
    • Intel Core m5-6Y54
      93
    • Intel Core m3-6Y30
      89
    • Intel Core m5-6Y57
      73

Im Vergleich mit mobilen 45-Watt-CPUs werden so aus 36 Prozent Vorsprung für den Core i7-8750H im Cinebench R15 (Multi-Core) schon nur noch 20 Prozent Vorsprung im Transkodieren in Handbrake mit H.264. Beim noch etwas längeren Durchlauf mit H.265 (HEVC) sind es nur noch 13 Prozent. Den vergleichbaren Intel Core i7-7820HK schlägt das Kaby-Lake-G-Topmodell in allen drei Benchmarks.

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Handbrake
Angaben in Minuten, Sekunden
  • 4K H.265 in 1080p H.264:
    • Intel Core i7-8750H
      1:48
    • Intel Core i7-8809G (NUC)
      2:10
    • Intel Core i7-7820HK OC
      2:19
    • Intel Core i7-7820HK
      2:30
    • Intel Core i7-7700HQ
      2:35
    • Intel Core i7-6700HQ
      2:55
    • Intel Core i5-6300U
      5:40
    • Intel Core i7-6600U
      5:54
    • Intel Core i5-6200U
      6:05
    • Intel Core m6-6Y54
      6:55
    • Intel Core m3-6Y30
      7:04
    • Intel Core i5-4300U
      8:00
    • Intel Core m5-6Y54
      8:11
    • Intel Core m5-6Y57
      10:42
  • 4K H.265 in 1080p H.265:
    • Intel Core i7-8750H
      2:40
    • Intel Core i7-8809G (NUC)
      3:01
    • Intel Core i7-7820HK OC
      3:12
    • Intel Core i7-7820HK
      3:22
    • Intel Core i7-7700HQ
      3:24
    • Intel Core i7-6700HQ
      3:50
    • Intel Core i7-6600U
      7:23
    • Intel Core i5-6300U
      7:54
    • Intel Core i5-6200U
      8:29
    • Intel Core i5-4300U
      11:02
    • Intel Core m6-6Y54
      11:20
    • Intel Core m3-6Y30
      11:52
    • Intel Core m5-6Y54
      12:49
    • Intel Core m5-6Y57
      15:42

Im Benchmark POV-Ray 3.7.0 und x265 HD gesellen sich mobile 15-Watt-CPUs der 8. Core-Generation dazu, die wie die CPU von Kaby Lake-G vier Kerne und acht Threads bieten. Hier zeigt sich der Taktvorteil aus der höheren TDP, die NUC ist immer deutlich schneller – auch im Vergleich zum Core i7-8550U mit auf 25 Watt angehobener TDP im aktuellen Dell XPS 13.

Im Vergleich mit aktuellen und vergangenen K-Prozessoren für Desktop-PCs mit einer TDP von 95 Watt platziert sich der Core i7-8809G mit vier Kernen bei konstant 3,9 GHz im Mittel zwischen Core i7-6700K (Skylake) und Core i7-4770K (Haswell).

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