Intel Pentium Gold G5400 im Test: Schneller als der Pentium G4560, aber noch nicht besser 2/3

Volker Rißka 148 Kommentare

Benchmarks: Pentium Gold G5400 vs. G4560, Core i3 und Raven Ridge

Der Intel Pentium Gold G5400 tritt im Test auf einem B360-Mainboard von Asus (Strix B360F-Gaming (Test), BIOS 0602) in erster Linie gegen seinen Vorgänger Pentium G4560 an. Doch auch der Vergleich mit der nächst schnelleren Lösungen, dem Intel Core i3-8100 mit vier Kernen, wird geboten. Bei AMD gibt es in Schlagweite den Ryzen 3 2200G, Codename Raven Ridge, der den Einstieg in die AMD-Welt auf Basis der neuen Zen-Architektur mit ebenfalls vier Kernen darstellt.

Das genutzte Testsystem entspricht in den weiteren Teilen exakt dem aus dem großen Ryzen-2000-Test, sodass die Vergleichbarkeit gegeben ist – und so auch der Blick riskiert werden kann, wie viel mehr denn High-End-CPUs heute wirklich bereits leisten.

Tests in Anwendungen

Der Pentium Gold G5400 schlägt seinen preisgleichen Vorgänger G4560 in Anwendungen um im Durchschnitt sieben Prozent. Dies entspricht exakt den Erwartungen, denn pro 100 MHz mehr Takt darf in der Regel ein Leistungszuwachs von drei Prozent erwartete werden – variierend je nach Anwendung natürlich leicht in die eine oder andere Richtung.

Interessant ist der Blick über den Tellerrand. Der günstigste moderne Quad-Core-Prozessor auf dem Markt ist AMDs Ryzen 3 2200G für 90 Euro. Und ein Aufpreis von 45 Prozent (28 Euro) für 38 Prozent mehr Leistung erscheint durchaus lohnenswert, sofern das Budget das absolut hergibt. Intels Core i3-8100 liefert exakt 50 Prozent mehr Leistung und kostet 61 Prozent (38 Euro) mehr, was ein ähnlich gutes Verhältnis von zusätzlicher Leistung zum Aufpreis darstellt.

Von Intel ist ein günstigerer Quad-Core-Prozessor vorerst nicht zu erwarten. Bei AMD hingegen ist noch etwas Spielraum nach unten, zumal es unterhalb des Ryzen 3 2200G kein einziges neues Produkt gibt und das Portfolio effektiv erst bei 90 Euro anfängt. Im Notebook hingegen sind bereits kleinere Raven Ridge verfügbar, die Option deshalb durchaus gegeben.

Gerüchte brachten deshalb zuletzt bereits wieder die Bezeichnung Athlon ins Spiel, die in den letzten Jahren bereits für günstige Quad-Core-Prozessoren mit deaktivierter Grafikeinheit standen. Eine Neuauflage könnte die neuen Pentium in Rechnern mit dedizierter Grafikkarte spielend schlagen.

Tests in Spielen

In Spielen muss sich der Pentium gegen die Core-Prozessoren aus gleichem Hause stellen, was ein schwieriges Unterfangen wird. Als Grafikkarte kommt eine GeForce GTX 1080 Ti Strix OC von Asus zum Einsatz.

Die Bilder pro Sekunde (FPS) sehen dabei auf den ersten Blick mitunter noch gut aus, doch die Frametimes zeigen ein anderes Bild. Kingdom Come: Deliverance zum Beispiel läuft spürbar ruckelig und macht keinen Spaß, wenngleich eigentlich 40 FPS angezeigt sind. In noch CPU-lastigeren Spielen wie der Total-War-Serie gehen aber auch die Bilder pro Sekunde noch mehr in den Keller, hier ist es auf Full HD dann kein Spielspaß mehr.

Star Wars: Battlefront 2 hat vor einigen Tagen ein Update erhalten, das die Leistung deutlich anhebt. In der kurzen Zeit konnten aber nicht alle CPUs neu getestet werden, weshalb das Spiel nicht im Rating berücksichtigt wird. Sowohl Intel als auch AMD gewinnen durch den Patch an Leistung.

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