HTC U12+ im Test: Der nächste Hoffnungsträger zum Drücken 2/4

Mahir Kulalic 76 Kommentare

Schlankes Sense und rasante Bedienung

Als Betriebssystem setzt HTC auf Android 8.0 Oreo (Test) in Kombination mit der eigenen Oberfläche Sense. Neben der nicht ganz taufrischen Android-Version, hier wäre 8.1 aktueller, ist auch der Sicherheitspatch vom 1. März deutlich veraltet. Eine Aktualisierung gab es während des Testzeitraums nicht.

Nicht alle Apps lassen sich löschen

Seit einigen Versionen hat HTC seine Oberfläche verschlankt, das Ergebnis ist der Verzicht auf Apps für bereits vorhande von Google. Anstelle einer eigenen Galerie, eines eigenen Browsers oder eines eigenen Kalender gibt es die sowieso im Paket mit dem Play-Diensten installierten Varianten von Google. Im Umkehrschluss bedeutet dies nicht, dass HTC nicht trotzdem weitere Apps vorinstalliert. Ab Werk dabei sind unter anderem Instagram, Facebook, News Republic oder Under Armour Record. Einige, aber nicht alle Apps lassen sich deinstallieren, manche wie News Republic nur deaktivieren – im Speicher bleiben sie dadurch trotzdem.

Drei Assistenten für oftmals das Gleiche

Ein weiteres Merkmal ist, wie bereits mit dem U11 eingeführt. die Integration von Amazons Sprachassistent Alexa, der auf dem U12+ aber wie beim Vorgänger auf die Kollegen Google Assistant sowie den HTC Sense Companion trifft. Alle drei Assistenten können zum Teil die gleichen Aufgaben übernehmen, unterscheiden sich aber in ihrer Umsetzung, Integration oder Steuerung. Anders als Alexa und der Google Assistant ist der Sense Companion aber kein Sprachassistent, sondern eine App, die auf Basis von Standort, persönlichen Angaben und Gerätedaten Empfehlungen für Apps bereitstellt, das Wetter vorhersagt oder Orte zum Besuch vorschlägt.

Homescreen und Edge Sense
Homescreen und Edge Sense

Noch mehr Variation zum Drücken

Wichtig ist HTC bei Sense trotz des schlanken Auftretens das Thema Personalisierung, dem der Hersteller einen eigenen Einstellungspunkt widmet. Angepasst werden kann die Aufteilung der Tastenreihe inklusive zusätzlicher Tasten für beispielsweise Benachrichtigungen oder Ausschalten des Displays. Zudem kann die Optik der Oberfläche durch Themes angepasst werden. Auch die Funktionen des druckempfindlichen Rahmens Edge Sense lassen sich anpassen, zumal der Rahmen mehr Funktionen mitbringt als noch zum Start des U11. So erkennt das Gerät durch Druck auf den Rahmen, dass das Display nicht gedreht oder gedimmt werden soll, komfortabel ist dies allerdings nicht unbedingt, da so die Hand immer leicht unter Spannung stehen kann. Denn einfaches Halten des Gerätes zählt nicht als Drücken. Darüber hinaus kann, wie vom U11 gewohnt, eingestellt werden, welche App bei einmaligem und welche bei anhaltendem Druck geöffnet werden soll.

Des Weiteren verfügt der Rahmen über eine „Doppelt Antippen-Aktion“: Wird der Rahmen zweimal leicht hintereinander angetippt, lässt sich beispielsweise der Einhandmodus einschalten, eine Ebene zurück gehen oder der Edge Launcher aktivieren, der vom Rand aus jederzeit aufgerufen werden kann und Schnellzugriffe auf Einstellungen, Apps und Kalender bietet. Da neben dem Rahmen auch die Tasten nicht mehr physisch sind, sondern auf Druck reagieren, hat HTC die Funktion Screenshots aufzunehmen als Schnellzugriff in die scrollbare Tastenreihe verlegt. Alternativ kann auch hier ein doppelter Tipp auf den Rahmen für ein Bildschirmfoto genutzt werden. Edge Sense kann auch zur Pausierung von Musik oder zum Zoomen in Maps genutzt werden und unterstützt laut HTC fast jede App im Play Store.

Snapdragon 845 fliegt durch den Alltag

Für Rechenleistung setzt HTC auf das aktuelle Flaggschiff aus dem Hause Qualcomm, den Snapdragon 845, der unter anderam auch im Sony Xperia XZ (Compact) (Test) oder dem Xiaomi Mi Mix 2S (Test) steckt. Die Basis bilden acht Kerne, die zur Hälfte in zwei Cluster aufgeteilt wahlweise benötigte Leistung bereitstellen oder Strom sparen. Das Performance-Cluster taktet dabei mit bis zu 2,8 GHz. Auf den Energie sparenden Kernen liegt maximal 1,8 GHz vor. Die Grafikeinheit vom Typ Adreno 630 bietet auch für anspruchsvolle 3D-Spiele genügend Leistung. Hinzu kommen 6 GB Arbeitsspeicher sowie 64 GB Flash-Speicher nach UFS-Standard. Im asiatischen Raum wird es zudem eine Version mit 128 GB geben.

Immer da, immer schnell

Wenig überraschend gibt sich das schnelle Silizium keine Blöße, zusammen mit der schlanken Sense-Oberfläche fühlt sich das U12+ jederzeit ansprechbar und flink an. Apps starten sehr schnell und sobald sie einmal geöffnet sind und noch im RAM liegen, ist auch viel Multitasking kein Problem. Subjektiv ist das U12+ derzeit eines der schnellsten Android-Smartphones, sobald es einmal in Fahrt kommt.

Dies zeigt sich nicht nur im Alltag, sondern auch in synthetischen Messungen. Dort überzeugt nicht nur die CPU-Leistung vor allem im Multi-Core-Bereich, sondern auch die Grafikleistung sowie der sehr schnelle interne Speicher. Damit kann sich das U12+ regelmäßig in die oberen Ränge der Bestenliste einfügen.

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