Kingston SSD A1000 & KC1000 im Test: Einmal gut und einmal viel zu schnell zu heiß 2/4

Daniel Albers 59 Kommentare

Benchmarks

ComputerBase hat den Testparcours und das Testsystem für SSDs und HDDs aktualisiert. Ältere Messergebnisse sind somit nur noch eingeschränkt vergleichbar. Das ist auch auf die Sicherheitslücken Metldown und Spectre zurückzuführen. Alle Messwerte in diesem Artikel wurden mit aktiven Gegenmaßnahmen ermittelt. Zu deren Auswirkungen gibt der Artikel Anti-Spectre-Microcode: SSD-Benchmarks zu Verlusten mit Skylake unter Windows 10 Auskunft.

Ein neues Testsystem mit RAM-Disk

Das Testsystem setzt auf einen nicht übertakteten Core i7-6700K (Test) mit vier Kernen und acht Threads der Skylake-Generation, dem auf dem MSI Z270 Gaming Pro Carbon 32 Gigabyte DDR4-2133 (15-15-15-36-2T) zur Seite stehen. Nutzen kann Windows 10 als Arbeitsspeicher davon aber nur 8 Gigabyte, weil 24 Gigabyte als RAM-Disk konfiguriert sind. Das Laufwerk dient als Gegenspieler ohne Flaschenhals in den Kopiertests.

Das aktuell letzte offizielle BIOS für das Z270 Gaming Pro Carbon mit der Version 7A63v18 von Anfang Januar beinhaltet noch nicht die neue Microcode-Version 0xC2, damit der Windows-Patch gegen Spectre V2 funktionsfähig ist.

Unter Windows 10 wurde stattdessen das mittlerweile verfügbare Microcode-Update KB4090007 manuell installiert. Daraufhin wird vom Betriebssystem beim Booten der Microcode mit der Version 0xC2 früh genug geladen, sodass Maßnahmen gegen die Spectre-Variante 2 aktiv sind. Dies zeigt auch eine anschließende Überprüfung.

Nach dem Windows-Update sind die Gegenmaßnahmen aktiv
Nach dem Windows-Update sind die Gegenmaßnahmen aktiv

Das so aktualisierte System kann auch für die nächsten SSD-Tests wiederverwendet werden, ohne dass Benchmarks durch ein Einspielen der Gegenmaßnahmen rückwirkend ihre Gültigkeit verlieren.

CrystalDiskMark

Schon der erste Testlauf nimmt einen wesentlichen Aspekt der KC1000 vorweg: Die schon in kurzer Zeit extrem hohe Wärmeentwicklung, die beim Überschreiten von 70 °C zur Drosselung führt. Denn schon bei CrystalDiskMark wird diese Temperatur erreicht.

Die Ansprüche der Standardkonfiguration von CrystalDiskMark musste deshalb von 5 * 1 GB mit einer Intervallzeit von 5 Sekunden auf 3 * 1 GB mit einer Intervallzeit von 60 Sekunden reduziert werden Dieser Schritt ist notwendig, um vergleichbare Werte für den Leerzustand und den 10-GB-frei-Zustand zu erreichen. Selbst bei dieser Konfiguration werden die 70 °C, ab denen die KC1000 drosselt, aber noch kurzfristig für maximal 2 Sekunden überschritten, wie das nachfolgende Diagramm zeigt.

Ab der dreißigsten Sekunde beginnt der Lesetest von CrystalDiskMark und geht ungefähr bis zur Sekunde 340. Jeder der vier Temperaturanstiege in diesen Zeitraum steht für einen der vier Einzeltests. Der Temperaturverlauf während des Schreibtests wird ab Sekunde 340 bis zum Ende des Diagramms dargestellt. Zwei Schlussfolgerungen lassen sich relativ einfach aus den Diagramm ziehen: Schreiboperationen führen zu einer stärkeren Wärmeentwicklung als Leseoperationen und der Füllstand der SSD – ob leer oder bis auf 10 GB gefüllt – hat keine Auswirkung auf die elektrische Verlustleistung des Controllers.

Der Fehler, der durch die anhaltende thermische Drosselung am Ende des sequentiellen Schreibtest entstanden sein könnte, ließ sich durch mehrere Messungen allerdings nicht nachweisen und wurde aus diesem Grund im Folgenden als nicht relevant betrachtet. Eine Reduktion der Größe der Testdatei würde die Vergleichbarkeit der Ergebnisse mit den anderen SSDs reduzieren und das Risiko erhöhen, dass ein Cachen der Zugriffe im DRAM der SSD erfolgt. Wurde die Anzahl der Durchläufe der einzelnen Tests weiter reduziert, so stiegen die Abweichungen zwischen mehreren CrystalDiskMark-Läufen. Aus diesen Gründen wurde die kurzfristige Überschreitung der 70 °C geduldet.

Beim Lesen setzt sich die A1000 bis auf den 4KiB/Q32T1-Test vor die SATA-SSDs. Beim 4KiB/Q1T1-Test ordnen sich beide Kingston-SSDs hinter der Crucial MX500 ein, wobei die KC1000 hinter der A1000 liegt. Sowohl beim sequentiellen als auch beim 4KiB/Q32T1-Test liegt die KC1000 vor der A1000. Beim 4KiB/Q8T8-Test platziert sich die Plextor M9Pe zwischen den beiden Kingston-Probanden.

CrystalDiskMark 6.0.0 (Lesen)
  • Sequentiell (Q32T1):
    • Samsung 970 Evo 1.000 GB
      3.561,4
    • Samsung 970 Pro 512 GB
      3.551,4
    • Samsung 960 Pro 512 GB
      3.487,9
    • Samsung 960 Evo 1.000 GB
      3.399,9
    • Plextor SSD M9Pe 512 GB
      3.123,6
    • Kingston KC1000 480 GB
      2.605,5
      Hinweis: 3 x 1 GB Intervallzeit 1 min
    • Kingston A1000 480 GB
      1.592,3
    • Samsung 850 Pro 512 GB
      561,4
    • Samsung 860 Evo 4.000 GB
      560,8
    • Crucial MX500 1.000 GB
      560,8
    • Samsung 860 Pro 4.096 GB
      560,7
    • Samsung 850 Evo 500 GB
      547,2
    • Intel 510 250 GB
      505,9
    • WD Black 6 TB
      220,1
  • Wahlfrei (4KiB/Q8T8):
    • Samsung 970 Evo 1.000 GB
      1.540,4
    • Samsung 960 Evo 1.000 GB
      1.461,6
    • Samsung 970 Pro 512 GB
      1.390,0
    • Samsung 960 Pro 512 GB
      1.319,3
    • Kingston KC1000 480 GB
      1.213,0
      Hinweis: 3 x 1 GB Intervallzeit 1 min
    • Plextor SSD M9Pe 512 GB
      896,8
    • Kingston A1000 480 GB
      811,0
    • Samsung 850 Pro 512 GB
      404,4
    • Samsung 860 Evo 4.000 GB
      403,7
    • Samsung 860 Pro 4.096 GB
      403,3
    • Samsung 850 Evo 500 GB
      400,1
    • Crucial MX500 1.000 GB
      392,5
    • Intel 510 250 GB
      82,3
    • WD Black 6 TB
      2,7
  • Wahlfrei (4KiB/Q32T1):
    • Samsung 960 Pro 512 GB
      370,0
    • Samsung 970 Pro 512 GB
      366,0
    • Samsung 970 Evo 1.000 GB
      364,3
    • Samsung 960 Evo 1.000 GB
      362,4
    • Plextor SSD M9Pe 512 GB
      361,3
    • Kingston KC1000 480 GB
      358,3
      Hinweis: 3 x 1 GB Intervallzeit 1 min
    • Kingston A1000 480 GB
      356,6
    • Samsung 860 Evo 4.000 GB
      294,2
    • Samsung 860 Pro 4.096 GB
      293,3
    • Samsung 850 Pro 512 GB
      281,6
    • Crucial MX500 1.000 GB
      280,2
    • Samsung 850 Evo 500 GB
      279,9
    • Intel 510 250 GB
      81,7
    • WD Black 6 TB
      2,6
  • Wahlfrei (4KiB/Q1T1):
    • Samsung 970 Pro 512 GB
      60,0
    • Plextor SSD M9Pe 512 GB
      58,6
    • Samsung 960 Pro 512 GB
      51,2
    • Samsung 970 Evo 1.000 GB
      49,2
    • Samsung 860 Pro 4.096 GB
      47,3
    • Samsung 860 Evo 4.000 GB
      45,6
    • Samsung 960 Evo 1.000 GB
      44,4
    • Samsung 850 Pro 512 GB
      39,3
    • Samsung 850 Evo 500 GB
      38,8
    • Crucial MX500 1.000 GB
      38,0
    • Kingston A1000 480 GB
      37,5
    • Kingston KC1000 480 GB
      33,4
      Hinweis: 3 x 1 GB Intervallzeit 1 min
    • Intel 510 250 GB
      21,9
    • WD Black 6 TB
      0,9

Dieselben Tests schreibend durchlaufend, sortieren sich die KC1000 und A1000 beim sequentiellen und 4KiB-Q8T8-Test ebenfalls vor den SATA-SSDs ein. Beim 4KiB-Q32T1-Test gelangen die Kingston-SSDs überraschenderweise auf die beiden ersten Stellen. Beim 4KiB-Q1T1-Test fällt die KC1000 hinter die Crucial MX500 zurück. Die A1000 liegt vor den SATA-SSDs.

CrystalDiskMark 6.0.0 (Schreiben)
  • Sequentiell (Q32T1):
    • Samsung 970 Evo 1.000 GB
      2.532,4
    • Samsung 970 Pro 512 GB
      2.339,0
    • Samsung 960 Pro 512 GB
      2.134,7
    • Plextor SSD M9Pe 512 GB
      2.021,2
    • Samsung 960 Evo 1.000 GB
      1.937,0
    • Kingston KC1000 480 GB
      1.542,8
      Hinweis: 3 x 1 GB Interval Zeit 1 min
    • Kingston A1000 480 GB
      1.004,0
    • Samsung 860 Evo 4.000 GB
      528,2
    • Samsung 850 Evo 500 GB
      527,3
    • Samsung 860 Pro 4.096 GB
      526,7
    • Samsung 850 Pro 512 GB
      500,8
    • Crucial MX500 1.000 GB
      488,1
    • Intel 510 250 GB
      332,2
    • WD Black 6 TB
      235,1
  • Wahlfrei (4KiB/Q8T8):
    • Samsung 970 Evo 1.000 GB
      1.764,0
    • Samsung 970 Pro 512 GB
      1.761,4
    • Samsung 960 Evo 1.000 GB
      1.561,7
    • Samsung 960 Pro 512 GB
      1.561,2
    • Plextor SSD M9Pe 512 GB
      1.143,4
    • Kingston KC1000 480 GB
      1.136,0
      Hinweis: 3 x 1 GB Interval Zeit 1 min
    • Kingston A1000 480 GB
      766,0
    • Samsung 850 Pro 512 GB
      360,1
    • Samsung 860 Evo 4.000 GB
      359,9
    • Samsung 860 Pro 4.096 GB
      359,5
    • Crucial MX500 1.000 GB
      359,5
    • Samsung 850 Evo 500 GB
      358,9
    • Intel 510 250 GB
      50,1
    • WD Black 6 TB
      2,4
  • Wahlfrei (4KiB/Q32T1):
    • Kingston A1000 480 GB
      333,8
    • Kingston KC1000 480 GB
      308,1
      Hinweis: 3 x 1 GB Interval Zeit 1 min
    • Samsung 960 Pro 512 GB
      299,7
    • Plextor SSD M9Pe 512 GB
      282,8
    • Samsung 960 Evo 1.000 GB
      281,7
    • Samsung 860 Evo 4.000 GB
      277,6
    • Samsung 860 Pro 4.096 GB
      274,1
    • Samsung 970 Pro 512 GB
      269,4
    • Samsung 850 Pro 512 GB
      266,1
    • Samsung 850 Evo 500 GB
      263,9
    • Samsung 970 Evo 1.000 GB
      263,1
    • Crucial MX500 1.000 GB
      261,1
    • Intel 510 250 GB
      50,3
    • WD Black 6 TB
      2,2
  • Wahlfrei (4KiB/Q1T1):
    • Samsung 970 Pro 512 GB
      166,3
    • Samsung 970 Evo 1.000 GB
      159,3
    • Plextor SSD M9Pe 512 GB
      149,1
    • Samsung 960 Pro 512 GB
      141,8
    • Samsung 960 Evo 1.000 GB
      138,7
    • Kingston A1000 480 GB
      128,6
    • Samsung 860 Evo 4.000 GB
      123,0
    • Samsung 860 Pro 4.096 GB
      123,0
    • Samsung 850 Evo 500 GB
      121,2
    • Samsung 850 Pro 512 GB
      115,8
    • Crucial MX500 1.000 GB
      114,3
    • Kingston KC1000 480 GB
      100,2
      Hinweis: 3 x 1 GB Interval Zeit 1 min
    • Intel 510 250 GB
      49,4
    • WD Black 6 TB
      2,2

Kopieren (Schreiben/Lesen)

Bei den einzelnen Schreib- und Lesetests im Zusammenspiel mit der nicht limitierenden RAM-Disk liegt die KC1000 bei allen vier Disziplinen vor der A1000. In diesen Test kann die KC1000 ihre höhere sequentielle Leistung, die aus den synthetischen Benchmark bekannt ist, gegenüber der A1000 auch in der Praxis unter Beweis stellen.

Bei beiden vorangegangenen Tests gilt, dass diese Ergebnisse nur erzielt werden können, wenn die Daten von einer Quelle gelesen oder auf ein Ziel geschrieben werden, die/das nicht limitiert.

Wird hingegen der Tomb-Raider-Ordner auf die zu testende SSD selbst kopiert, muss das Laufwerk eine Mischung aus Lese- und Schreibbefehlen bewerkstelligen: Hier kann sich die KC1000 aufgrund der höheren Rohleistung leicht von der A1000 absetzen.

Kopieren von Dateien (Schreiben/Lesen)
Angaben in Sekunden
  • Rise of the Tomb Raider (Steam-Ordner, ca 20 GB):
    • Samsung 970 Evo 1.000 GB
      19,3
    • Samsung 970 Pro 512 GB
      22,2
    • Samsung 960 Pro 512 GB
      27,1
    • Samsung 960 Evo 1.000 GB
      29,1
    • Kingston KC1000 480 GB
      46,8
    • Kingston A1000 480 GB
      55,4
    • Plextor SSD M9Pe 512 GB
      65,0
    • Samsung 860 Pro 4.096 GB
      85,2
    • Samsung 860 Evo 4.000 GB
      90,2
    • Samsung 850 Pro 512 GB
      95,8
    • Crucial MX500 1.000 GB
      100,8
    • Samsung 850 Evo 500 GB
      105,3
    • Intel 510 250 GB
      118,9
    • WD Black 6 TB
      316,2

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