LG G7 ThinQ im Test: Strahlendes Display, nachtblinde Kamera 2/4

Mahir Kulalic 72 Kommentare

Viele Einstellungen für Android 8.0 Oreo

Über das nicht ganz aktuelle Android 8.0 Oreo (Test) stülpt LG seine eigene Oberfläche. Der Sicherheits-Patch ist vom Mai und damit nicht ganz aktuell. Die Oberfläche fällt vor allem durch die ab Werk bunte Farbgebung und den Wegfall eines App-Drawers auf. Optional lässt sich dieser in den Einstellungen aktivieren, standardmäßig werden alle Apps wie bei iOS, MIUI oder EMUI auf dem Homescreen und in Ordnern abgelegt. Die Navigation der Software ist einfach, der Aufbau nachvollziehbar und stringent. Wird in den Einstellungen aber in die tieferen Ebenen vorgestoßen, zeigt sich eine Flut an Untermenüs, Funktionen und Hinweisen, die einen klaren Durchblick erschweren.

Viele Einstellungen, aber wenige Zusatz-Apps

Obwohl die Oberfläche als solche stellenweise überladen mit Einstellungen, Funktionen und Hinweisen wirkt, hält sich LG beim Thema Apps mehr zurück als andere Anbieter, wenngleich immer noch Zusatz-Apps installiert werden. Anwendungen für soziale Netzwerke fehlen beispielsweise. Andere Hersteller installieren diese zum Teil ab Werk, wobei eine Deinstallation nicht bei jedem Anbieter möglich ist. Bei manchen Firmen wie Sony lassen sich gewisse Apps nur deaktivieren, bleiben aber im Speicher. Darauf verzichtet LG hingegen gänzlich. Das bedeutet nicht, dass der Hersteller keine eigenen Anwendungen liefert. So gibt es etwa eine dedizierte App für Updates, einen eigenen Store für Themes, Musik und Apps oder eine App für Fitness- und Gesundheitsdaten.

Homescreen und Einstellungen
Homescreen und Einstellungen

Einen hohen Stellenwert der Oberfläche nimmt die Personalisierung ein. Die Optik der Oberfläche kann durch Themes angepasst werden, auch die einzelnen Bestandteile und die Anordnung der Tastenreihe lassen sich anpassen. Darüber hinaus gibt es die Option, die Notch zu verbergen, farbig oder gemustert zu hinterlegen oder eingeschaltet zu lassen. Auch die Höhe der Tastatur oder die Skalierung lässt sich verändern.

Google-Taste nur für Google

Über die Taste für den Google Assistant lässt sich dieser bei entsperrtem Display auf Knopfdruck aufrufen und fragen, bei gesperrtem Display muss dieses vorher entsperrt werden. Bei Halten der Taste kann direkt gesprochen werden. Wird die Taste zweimal gedrückt, öffnet sich Google Lens, das in die Kamera-App integriert ist. Wird die Kamera bei aktivem Google Lens etwa auf eine Sehenswürdigkeit gerichtet, werden automatisch Informationen dazu angezeigt. Die Möglichkeit einer alternativen Tastenbelegung gibt es nicht. Es gibt nur aktiv oder inaktiv – dies erinnert an die fehlende Flexibilität, die auch Samsung mit der Bixby-Taste im Galaxy S8 und S9 integriert. Wie bei iOS gibt es auf dem Homescreen mit einer Wischgeste nach unten eine Übersichtsseite mit Gerätesuche sowie Vorschlägen aus Apps, E-Mails und Websites.

Snapdragon 845 liefert zuverlässig Leistung

Auch das LG G7 ThinQ setzt auf den Qualcomm Snapdragon 845, auf dessen Leistungsfähigkeit unter anderem auch das HTC U12+ (Test), das Xiaomi Mi Mix 2S (Test) und das Sony Xperia XZ2 (Compact) (Test) vertrauen. Der Vorgänger setzte hingegen noch auf den älteren Snapdragon 821, als bereits der 835 im Kommen war. Der Snapdragon 845 wird in 10 nm gefertigt und verfügt über acht Kerne, die sich in jeweils zwei Vierer-Cluster aufteilen. Ein Cluster soll in fordernden Szenarien die nötige Leistung bereitstellen, der andere hingegen effizienter agieren. So takten die Cluster entsprechend ihren Aufgaben mit maximal 2,8 respektive 1,8 GHz. Zur Seite stehen dem System on a Chip 4 GB RAM und 64 GB interner UFS-Speicher. Im G7 ThinQ+, das in Deutschland (noch) nicht erhältlich ist, gibt es 2 GB Arbeitsspeicher mehr sowie den doppelten internen Speicher.

Im Alltag ist das G7 ThinQ jederzeit flüssig und schnell. Die Bedienung erfolgt ohne lange Wartezeiten, Apps starten erwartungsgemäß zügig. Im Alltag gehört das Smartphone zu den schnellsten Modellen. Die hohe Leistungsfähigkeit spiegelt sich auch in synthetischen Messungen wider, in denen sich das G7 ThinQ regelmäßig auf die vorderen Plätze begibt. Die GPU vom Typ Adreno 630 bietet genug Rechenleistung für aktuelle 3D-Spiele und hohe Details.

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