Galaxy A6 vs. Nokia 6.1 im Test: Samsung und Nokia kämpfen um die Mittelklasse 3/4

Nicolas La Rocco 113 Kommentare

Nokia ist der Kamera-Sieger

Nokia und Samsung vertrauen für die Kamera auf einen Sensor mit 16 Megapixel. Bei Samsung lässt die f/1.7-Blende auf dem Papier mehr Licht auf den Sensor fallen als die f/2.0-Blende von Nokia. Dort scheint jedoch der vertikale Zeiss-Schriftzug unterhalb des Objektivs an die Qualität früherer Lumia-Smartphones anknüpfen zu wollen.

Zumindest den Vergleich mit dem Galaxy A6 muss das Nokia 6.1 nicht scheuen, denn es spielt den Kontrahenten aus Südkorea in beinahe jeder Situation an die Wand. Im Direktvergleich gewinnt das Nokia 6.1 so gut wie jede Disziplin, es schießt die klar besseren Fotos als das Galaxy A6.

Begründen lässt sich das vor allem über den viel größeren Dynamikumfang beim Nokia 6.1. Es findet im Automatikmodus häufig eine gute Balance zwischen besonders hellen und dunklen Bereichen einer Szene. „High Dynamic Range“ (HDR) sorgt für eine gute Ausleuchtung beider Extreme. Beim Galaxy A6 saufen dunkle Bildbereiche hingegen vollständig ab, während Bereiche wie der Himmel häufig überbelichtet werden. In der folgenden Bildergalerie, die im Wechsel oder nebeneinander gelegt stets dieselbe Szene mit je dem einen und anderen Smartphone fotografiert zeigt, sind die Vorteile des Nokia 6.1 in so gut wie jedem Bild ersichtlich. Dennoch sei an dieser Stelle anhand der Aufnahmen 3/4, 24, 33, 39/10, 41/42 und 45/46 noch einmal auf ein paar Extrembeispiele hingewiesen, die das angesprochene Verhalten gut aufzeigen.

Beide Kameras bieten 16 Megapixel, Nokia hat aber die bessere
Beide Kameras bieten 16 Megapixel, Nokia hat aber die bessere

Es gibt nur wenige Ausnahmen, in denen das Galaxy A6 besser abschneidet. Dabei ist zum einen die Schärfe zu nennen, die durch die Bank etwas besser als bei Nokia ausfällt. Auch werden feine Details besser abgebildet, wie es zum Beispiel bei Aufnahme 23 der Fall ist. Das Mosaik am Gebäude ist bei Samsung auf einer höheren Zoomstufe im Detail noch als solches zu erkennen, während bei Nokia die Struktur verloren geht.

Dieser Beobachtung stehen dann allerdings wieder Mankos wie die leicht ausgewaschenen Farben und die allgemein sehr kühle Darstellung gegenüber, die zum Beispiel auch Hauttöne nicht besonders schön aussehen lässt. Auch Lebensmittel, wie anhand von Aufnahme 35 gut zu erkennen ist, sehen dadurch weniger attraktiv aus.

Samsung Galaxy A6 vs. Nokia 6.1 im Test – Kamera

Bei schummriger Beleuchtung kurz vor respektive nach Sonnenuntergang schießt das Nokia 6.1 ebenfalls die besseren Fotos. Aufnahme 34 ist ein Paradebeispiel dafür, wie kühl und wenig einladend ein mit dem Galaxy A6 geschossenes Foto unter diesen Bedingungen aussehen kann. Das Nokia 6.1 versprüht hingegen eine sommerliche Abendatmosphäre, so wie die abgebildete Szene auch in der Realität empfunden wurde. Erneut ist hier zudem der schlechte Dynamikumfang von Samsung gut zu sehen.

Selfie-Kamera mit Blitz

Im Bereich der Frontkamera bietet das Galaxy A6 einen ungewöhnlich hoch auflösenden Sensor mit 16 Megapixel und f/1.9-Blende, während es beim Nokia 6.1 die eher üblichen 8 Megapixel mit f/2.0-Blende sind. Dass Zahlen jedoch auch hier mehr Schall und Rauch sein können, beweist die Selfie-Kamera des Nokia 6.1, die mit den laut Datenblatt schlechteren Spezifikationen besser abschneidet. Bei Tageslicht (Aufnahme 48) wird die Haut erneut ausgeblichen und von der doppelten Auflösung ist auch nicht sonderlich viel zu sehen.

Später am Abend kurz nach Sonnenuntergang sind dann hingegen beide Smartphones kaum noch für Selife-Aufnahmen zu gebrauchen, wobei das Nokia 6.1 immerhin noch eine Nuance besser abschneidet, da es etwas mehr Details einfängt. Die Bildqualität ist aber bei beiden Probanden nur noch ausreichend.

Samsung bewirbt das Galaxy A6 mit „optimal ausgeleuchteten Selfies dank adaptivem Frontblitz“. Dieser Aussage muss die Redaktion klar widersprechen, denn unter Zuhilfenahme des Frontblitzes, der aus einer LED und der Beleuchtung über das Display besteht, entsteht lediglich ein heller Spot im Gesicht des Anwenders, der von einer optimalen Ausleuchtung weit entfernt ist. Der Display-Blitz des Nokia 6.1 arbeitet zwar ebenfalls schlecht, allerdings wird die Frontkamera auch bei Weitem nicht so stark wie bei Samsung beworben. Zugutehalten muss man dem Galaxy A6 jedoch, dass es in der Tat das letzlich bessere Selfie unter diesen schwierigen Bedingungen schießt.

Obwohl das Galaxy A6 hier und da vereinzelt das bessere Teilergebnis als das Nokia 6.1 erzielt, geht aus der Disziplin Kamera unterm Strich haushoch überlegen das Smartphone der Finnen hervor. Wer die Entscheidung zwischen beiden Testgeräten an der Kamera festmacht, hat an dieser Stelle des Tests bereits den Sieger gefunden.

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