Marshall Kilburn II: Kult-Lautsprecher kann mehr als nur laut und viel Bass

Frank Hüber 30 Kommentare
Marshall Kilburn II: Kult-Lautsprecher kann mehr als nur laut und viel Bass
Bild: Marshall

Mit dem Kilburn II überarbeitet der für sein Musik-Equipment bekannte Hersteller Marshall Headphones den eigenen tragbaren Bluetooth-Lautsprecher. Neu am Kilburn II sind der multidirektionale Stereosound und Bluetooth 5.0 mit aptX-Technologie. ComputerBase konnte den Lautsprecher vorab bereits unter die Lupe nehmen.

30 Watt Ausgangsleistung für den „lautesten seiner Klasse

Der Kilburn II bringt ein Gewicht von 2,5 kg auf die Waage, was bereits darauf schließen lässt, dass der Lautsprecher nicht nur mit leisen Tönen auf sich aufmerksam machen soll. Marshall selbst nennt den Kilburn II den „lautesten seiner Klasse“, der sowohl klare Mitten, tiefen Bass als auch erweiterte Höhen bieten soll. Die Ausgangsleistung des Kilburn II beträgt 30 Watt. Diese verteilt sich auf einen 25-Watt-Class-D-Verstärker für den Basslautsprecher und zwei 2,5-Watt-Class-D-Verstärker für die Hochtöner. Ein Hochtöner ist nach vorne gerichtet, der andere nach hinten – beim Vorgänger waren noch beide nach vorne ausgerichtet. Den maximalen Schalldruck gibt Marshall mit 100,4 dB SPL bei 1 m an. Der Frequenzbereich des Kilburn II reicht von 52 bis 20.000 Hz, während der Kilburn noch auf einen Frequenzbereich von 62 bis 20.000 Hz kam.

20 Stunden Spieldauer

Eine Akkuladung reicht laut Herstellerangabe für bis zu 20 Stunden Musikwiedergabe. Dank Schnellladefunktion sollen ein Aufladen von 20 Minuten für eine Wiedergabedauer von 3 Stunden ausreichen. Eine vollständige Ladung dauert rund 2,5 Stunden. Die Ladung des Akkus beträgt 2.500 mAh, der Vorgänger brachte es auf 2.200 mAh. Eckenkappen und ein „wasserfestes“ Design sollen den Kilburn II auch unterwegs schützen. „Wasserdicht“ ist der Kilburn II allerdings nur nach IPX2, womit er zwar gegen leichtes Spritzwasser (Tropfwasser) geschützt ist, allerdings nicht gegen Strahlwasser oder Untertauchen – er verkraftet somit nur ein paar Regentropfen. Die Abmessungen des Kilburn II fallen mit 243 × 162 × 140 mm etwas größer aus als beim Vorgänger, der auf 242 × 140 × 140 mm kommt.

Analoge Drehregler für Bass, Höhen und Lautstärke

An der Oberseite des Kilburn II sind analoge Drehregler platziert, mit denen der Bass, die Höhen und die Lautstärke direkt am Lautsprecher eingestellt werden können. Eine gerade am Anfang in der Tat häufig genutzte Funktion, um das Klangbild den eigenen Interessen und Vorlieben anzupassen. Eine Batterieanzeige mit roten LEDs gibt jederzeit Aufschluss über den Akkustand des Lautsprechers.

Die Verbindung zum Kilburn II wird in erster Linie über Bluetooth 5.0 samt aptX-Technologie hergestellt, alternativ bietet der Lautsprecher aber auch wie der Vorgänger einen analogen 3,5-mm-Klinkeneingang. Dieser ist allerdings weniger prominent von der Oberseite an die Rückseite gewandert. Die Multi-Host-Funktion via Bluetooth erlaubt die Verbindung mehrere Geräte, so dass die Wiedergabe jederzeit zwischen diesen hin und her gewechselt werden kann.

Sehr gute Musikwiedergabe – nicht nur laut und viel Bass

Die Musikwiedergabe des Kilburn II weiß in der Tat auch in der Praxis zu überzeugen. Der Kilburn II kann dabei nicht einfach nur „laut“ und „Bass“ – das aber auch – wie viele andere, gerne auch günstigere mobile Lautsprecher, sondern bietet eine durchaus stimmiges und ausgewogenes Klangbild. Auch beim Kilburn II lassen sich Musiktitel finden, bei denen die Bässe oder Höhen bei hoher Lautstärke nicht mehr sauber gehalten werden können und der Lautsprecher anfängt zu verzerren. Allerdings bewegt man sich dann bereits abseits üblicher Lautstärkepegel. Für den gedachten mobilen Einsatzzweck, ob zuhause oder im Freien, und den daraus resultierenden Kompromiss aus Größe, Gewicht und Leistung ist die Soundwiedergabe des Kilburn II allerdings sehr gut.

Keine 360-Grad-Musikwiedergabe

Die Ausrichtung des Kilburn II ist trotz beworbenem „multidirektionalem Stereosound“ allerdings nicht gleichgültig, sondern die Vorderseite des Lautsprechers sollte zum Zuhörer zeigen. Eine 360-Grad-Musikwiedergabe wie etwa der Ultimate Ears Blast, MegaBlast oder auch Boom 2 bietet der Kilburn II keineswegs.

Kultiges Rock-'n'-Roll-Design

Das Metallgitter an der Vorderseite ist als Hommage an das Stahlgewebe gedacht, das man an vielen klassischen Mikrofonen findet, der Tragegurt soll an die Gurte von E-Gitarren erinnern und bietet ein gutes Tragegefühl. Insgesamt überzeugt die Verarbeitung und Qualität des Kilburn II, einzig an der Unterseite ist die Verbindungsstelle der Vinyl-Hülle deutlich sichtbar, was im Alltag jedoch nicht ins Gewicht fällt.

Der Kilburn II ist ab sofort bei ausgewählten Händlern und online bei Marshall selbst für 299 Euro erhältlich. Damit ist das neue Modell etwas teurer als der Vorgänger, dessen unverbindliche Preisempfehlung bei 269 Euro liegt.

ComputerBase hat den Marshall Kilburn II leihweise von Marshall Headphones zum Testen unter NDA erhalten. Die einzige Vorgabe war der Veröffentlichungszeitpunkt.