Samsung Galaxy Note 9 im Test: Das Von-allem-etwas-mehr-Smartphone

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Nicolas La Rocco 164 Kommentare

Dual-Kamera des S9+

Während das Galaxy Note 8 vor einem Jahr noch das erste Samsung-Smartphone mit Dual-Kamera war, gibt es für das Galaxy Note 9 nur einen durch neue Software ergänzten Aufguss der Hardware aus dem Galaxy S9+. Die Ende Juni vorgestellten neuen ISOCELL-Plus-Sensoren für bessere Farben und mehr Schärfe haben es nicht in das Smartphone geschafft, vielleicht sind diese dem „Galaxy S10“ vorbehalten.

Variable Blende mit f/1.5 oder f/2.4

Das bedeutet, dass im Galaxy Note 9 die gleiche Dual-Kamera mit zweimal 12 Megapixel wie vor einem halben Jahr im Galaxy S9+ steckt. Das Besondere an der Kamera ist die variable Blende der Hauptkamera, die zwischen f/1.5 und f/2.4 wechseln kann. Im Regelfall bei Tageslicht verwendet das Smartphone die f/2.4-Blende, um einen größeren Bildbereich scharf einfangen zu können. Je dunkler es draußen wird, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Galaxy Note 9 das Bild mit f/1.5-Blende knipst. Im Pro-Modus der Kamera können sich Anwender stets manuell zwischen beiden Modi entscheiden.

Die variable Blende gibt es einzig für das erste Objektiv (von hinten betrachtet rechts) der Dual-Kamera, das Teleobjektiv (links) mit zweifachem Zoom arbeitet immer mit f/2.4-Blende. Den optischen Bildstabilisator (OIS) haben dann aber wieder beide Linsen.

Kamera im Selfie-Modus
Kamera im Selfie-Modus

Auf der Vorderseite gibt es erneut die vor anderthalb Jahren bereits mit dem Galaxy S8 eingeführte 8-Megapixel-Kamera mit f/1,7-Blende, die optional das Display als eine Art Blitz verwenden kann. Samsung ist bei der Selfie-Kamera von Galaxy S und Galaxy Note zudem einer der wenigen Hersteller, der auch hier einen Autofokus anbietet.

Neue Szenenoptimierung

Anstatt die Hardware zu überarbeiten, hat Samsung in puncto Software nachgelegt und ähnlich wie bei der Konkurrenz eine automatische Szenenerkennung eingebaut, die Motive erkennen und daraufhin die Einstellungen für ein besseres Foto anpassen soll.

Samsung Galaxy Note 9 im Test – Kamera

Bis zu 20 unterschiedliche Voreinstellungen gibt es bei der automatischen Szenenoptimierung. Dazu zählen unter anderem Optimierungen für die Motive Blumen, Grünpflanzen, Bäume, Himmel, Berge, Sonnenauf- und untergänge sowie Lebensmittel. Samsung hat sozusagen für jede Szene den passenden Instagram-Filter sofort parat. Die Szenenoptimierung ist standardmäßig aktiviert, lässt sich in den Kamera-Einstellungen aber dauerhaft deaktivieren. Weil das die meisten Käufer aber zunächst übersehen dürften, blieb die Szenenoptimierung im Test aktiviert, wenngleich dadurch manchmal der Dynamikumfang etwas schlechter ausfiel (Aufnahme 42 und 60).

Sehr gute Fotos im Automatikmodus

Galaxy S9, S9+ und das neue Galaxy Note 9 haben bereits einen zuverlässigen Automatikmodus, der bei Tag, Dämmerung und Nacht sehr gute Aufnahmen liefert. Schärfe, Farben, Dynamikumfang, Autofokus und Auslösezeit sind erneut spitze. Die neue Szenenoptimierung sorgt nicht zwangsweise für noch bessere Aufnahmen, stattdessen wird das Endergebnis wie beim Huawei P20 Pro (Test) manchmal auch verschlimmbessert. Samsung dreht jedoch nicht so stark an den Farben wie Huawei.

Akku mit 4.000 mAh

Das Thema Akku ist seit dem Galaxy S8, das auf das problembehaftete Galaxy Note 7 folgte, kein Grund mehr zur Sorge. Erstmals seit etwas längerer Zeit gibt es im Hause Samsung speziell für das Galaxy Note 9 wieder einen größeren Akku, nachdem das Galaxy Note 8 mit nur 3.300 mAh schlechter als das Galaxy S8+ ausgerüstet war, das 3.500 mAh bietet. Im Galaxy Note 9 steckt nun hingegen ein Akku mit einer Nennladung von 4.000 mAh, der laut Samsung sicher für einen Tag Laufzeit ausreichen soll.

Clipboard
Clipboard

Dass diese Behauptung nicht einfach nur blindlings von Samsung in den Raum gestellt wurde, untermauern die Ergebnisse im Test, in dem es an keinem einzigen Tag zu einem Engpass der Laufzeit gekommen war. Wer sich mit Spielen und durchgehendem Streaming zurückhält, schafft zudem ohne Probleme auch einen zweiten Tag mit dem Galaxy Note 9. Im Test waren bei überdurchschnittlicher Nutzung anderthalb Tage üblich. Intensivnutzer, für die das Smartphone ohne Frage entwickelt wurde, müssen sich bei der Laufzeit keine Sorgen machen. Endlich liefert ein Galaxy Note in der Akku-Disziplin wieder Werte, die seit dem Galaxy Note 7 in Vergessenheit geraten waren.

Der Akku liefert auch in den Benchmarks eine durchweg sehr gute Leistung und schlägt das Galaxy Note 8 im Schnitt um rund 20 Prozent. Auch das Galaxy S9+ und viele weitere High-End-Smartphones lässt das Galaxy Note 9 hinter sich. Bei kalibrierter Display-Helligkeit von 200 cd/m² sind über zehneinhalb Stunden Laufzeit im PCMark-1.1-Akkutest möglich, der ununterbrochen das Surfen im Netz, Videobearbeitung, Fotobearbeitung und Textbearbeitung durchführt. YouTube-Junkies können sich beim WLAN-Streaming hingegen auf eine Laufzeit von über 15 Stunden freuen.

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