Samsung Portable SSD X5 im Test: Externe NVMe-SSD mit TB3-Turbo im Sportwagen-Design

Daniel Albers et al. 79 Kommentare
Samsung Portable SSD X5 im Test: Externe NVMe-SSD mit TB3-Turbo im Sportwagen-Design

tl;dr: Nachdem die Portable SSD T5 (Test) mit USB 3.1 Gen2 die interne SATA-Schnittstelle im Test vollständig ausgereizt hatte, wird der Flaschenhals bei der Portable SSD X5 durch den Wechsel auf PCIe 3.0 x4 (NVMe) abgeschafft. Und damit USB nicht bremst, kommuniziert das Laufwerk über Thunderbolt 3.

Adé Flaschenhals SATA

Samsungs externe SSDs der Portable-T-Serie gehören seit Jahren zu den schnellsten ihrer Art. Weil sie intern auf mSATA und für den Anschluss auf USB setzen, fielen sie gegenüber internen SSDs mit PCIe-Interface aber zusehends zurück.

NVMe statt mSATA und TB3 statt USB 3.1 Gen2

Mit der Portable SSD X5 bricht Samsung zur IFA 2018 jetzt mit der aus T5 (Test), T3 (Test) und T1 (Test) bekannten technischen Umsetzung und verbaut im größeren Gehäuse intern eine NVMe-SSD mit vier Lanes nach PCI Express 3.0 im M.2-Format. Damit die SSD ihre Fähigkeiten auch voll ausspielen kann, wechselt auch der Anschluss: Statt USB 3.1 Gen2 wie bei der T5 kommt ab sofort Thunderbolt 3 zum Einsatz. Die theoretische maximale Bandbreite liegt damit bei 40 Gbit/s statt 10 Gbit/s.

Thunderbolt 3 setzt bekanntlich auf einen Stecker nach USB Typ C und an jedem Thunderbolt-3-Host kann auch USB-Hardware mit diesem Stecker betrieben werden. Anders herum gilt das aber nicht: Die Samsung Portable SSD X5 versteht ausschließlich Thunderbolt 3, an einem reinen USB-Anschluss nach USB Typ C kann sie also nicht betrieben werden.

Die Samsung Portable SSD X5 gibt es in drei Größen: Mit 500 GB, 1 TB und 2 TB. Die Unterschiede liegen jeweils in der intern im Steckplatz verbauten SSD. Um welches Modell es sich dabei handelt, sagt Samsung nicht. Auf Nachfrage von ComputerBase heißt es lediglich, dass eine bereits verfügbare Serie zum Einsatz kommt, deren Firmware aber auf den Einsatz in externen Laufwerken angepasst wurde. Die Firmware der 1 TB großen SSD im Testmuster trägt die Kennung 1P3QEXE7, die der von der Redaktion im Frühjahr getesteten Samsung SSD 970 Evo (Test) die Kennung 1B2QEXE7. Die Basis könnte also durchaus in dieser SSD liegen.

Samsung Portable SSD X5 – CrystalDiskInfo
Samsung Portable SSD X5 – CrystalDiskInfo

Großer Kühler gegen Drosselung

Aus dem Test der Samsung 970 Serie ist bekannt, dass hohe Datenraten bei aktueller Technologie zu einer deutlichen Erwärmung der SSD führen. Bei der Portable SSD X5 will Samsung entsprechend vorgesorgt haben.

Damit sich die SSD im Magnesium-Gehäuse der X5 nicht zu schnell zu stark erhitzt, hat Samsung sich dazu entschieden es nicht auf minimale Abmessung zu optimieren, sondern integriert einen großen Kühlkörper zur Kühlung der SSD. Dieser Kühlkörper soll es ermöglichen, dass die Gehäuse-Temperatur von 45 °C bei typischer Raumtemperatur nicht überschritten wird und die SSD längere sequentielle Zugriffe ermöglicht, ohne dass die X5 aus thermischen Gründen gedrosselt werden muss.

Explosionszeichnung offenbart großen Kühlkörper
Explosionszeichnung offenbart großen Kühlkörper (Bild: Samsung)

Erhitzt sich die SSD doch zu stark, wird sie von Samsung kurzzeitig stark eingebremst: Auf nur noch 250 MB/s beim sequentiellen Schreiben soll die Leistung abfallen, um die Temperatur schnell zu senken. Etwas überraschend erscheint vor diesem Hintergrund die Wahl des weniger gut leitenden Gehäusematerials Magnesium (statt Alu) und dessen glatte Oberfläche, die die Fläche zur Wärmeabgabe nicht gezielt zu vergrößern weiß.

Laut Datenblatt weist die in rot und schwarz gehaltene SSD „im Design eines Sportwagens“ die Abmessung 119 × 62 × 19,7 mm (L×B×H) auf und wiegt 150 g. Damit ist sie deutlich größer und auch schwerer als die Modelle der T-Serie es waren und sind. Samsung wirbt damit, dass die X5 Stürze aus einer Höhe von bis zu zwei Metern ohne Schäden übersteht.

Garantie, Lieferumfang und Eckdaten

Neben der SSD liegt ein Thunderbolt-3-Kabel mit den typischen 50 Zentimetern Länge in der Verpackung. Mit der Portable-SSD-Software, die sich auf der SSD befindet, kann die optionale Verschlüsselung aktiviert und unter Windows ein Firmware Update der Portable SSD X5 durchgeführt werden. Ein Update der Firmware unter macOS wird nicht unterstützt. Die Garantie der Portable X5 beträgt 3 Jahre.

Samsung Magican für die Portable SSD X5
Samsung Magican für die Portable SSD X5
Die Generationen der Samsung Portable SSD im Vergleich
X5 T5 T3 T1
Format NVMe intern mSATA intern
Abmessungen 117 × 19,7 × 62 mm 74 × 10,5 × 57,3 mm 74 × 10,5 × 58 mm 71 × 9,2 × 53,2 mm
Gewicht 150 g 51 g 51 g < 30 g
Kapazitäten 500 GB, 1.000 GB, 2.000 GB 250 GB, 500 GB, 1.000 GB, 2.000 GB 250 GB, 500 GB, 1.000 GB
Schnittstelle Thunderbolt 3 (40 Gbit/s) USB 3.1 Gen 2 (10 Gbit/s, UASP) USB 3.1 Gen 1 (5 Gbit/s, UASP) USB 3.0 (5 Gbit/s, UASP)
Anschluss USB Typ C USB Typ C zu Typ A/C USB Typ C zu Typ A Micro-USB Typ B zu Typ A
Max. Transferrate 2.800 MB/s 540 MB/s 450 MB/s
Controller keine Angabe Samsung MGX Samsung MEX o. MGX
NAND-Flash keine Angabe 3D V-NAND V4
(TLC, 64 Layer, 256 Gigabit)
3D V-NAND V3
(TLC, 48 Layer, 256 Gigabit)
3D V-NAND V2
(TLC, 32 Layer, 128 Gigabit)
Verschlüsselung AES 256 Bit
Leistungsaufnahme keine Angabe
Garantie 3 Jahre
TBW keine Angabe
UVP 419,90 €, 729,90 €, 1439,90 € 139 €, 229 €, 429 €, 849 €

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