Maestro und Solo:2 im Test: Ixion setzt für Multiroom-Hi-Fi auf das Stromkabel statt Funk

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Michael Schäfer 42 Kommentare

Der Ton kommt aus der Steckdose

Die Übertragung von Inhalten zu den bis zu sieben ins System integrier-, aber nicht als Stereo-Paar verbindbaren Solo:2-Lautsprechern geschieht bei Ixion ausschließlich über das Stromkabel. Für die reibungslose Funktion sorgt die „Power Line Communication“, kurz PLC, bei der das System ein eigenes Netzwerk innerhalb des Stromnetzes aufbaut. Hierbei verspricht der Hersteller eine 125 Mal höhere Datenrate als die zur Übertragung in CD-Qualität erforderliche.

Das vollmundige Versprechen funktioniert in der Praxis zuverlässig, selbst mit Mehrfachsteckdosen hat die Audiolösung keine Probleme. Je weiter die Entfernung zum als Verteiler agierenden Maestro jedoch wird, desto länger braucht der kleine Lautsprecher, um diesen zu finden – teilweise bis zu 10 Minuten kann ein Verbindungsaufbau dauern.

Die Rückseite des Ixion Maestro
Die Rückseite des Ixion Maestro

Alternative mit Schwachstelle

Für Räume, bei denen aufgrund baulicher Umstände die WLAN-Reichweite stark eingeschränkt ist, kann die verwendete Lösung eine sinnvolle Alternative darstellen. Doch wie bei anderen Power-LAN-Lösungen auch, funktioniert die PLC nur innerhalb eines Stromkreises. Darin liegt der größte Knackpunkt des Systems, denn spätestens am Hauptsicherungskasten ist Schluss. Hier könnte sich der Ansatz von TS-Radio rächen, ausschließlich auf einen Übertragungsweg zu setzen. Denn nicht selten sind einzelne Stockwerke eines Hauses separat durch voneinander getrennte Stromkreise gesichert – mit dem Ergebnis, dass ein Solo:2 eine Etage höher keine Inhalte mehr empfangen kann, obwohl das WLAN-Signal dagegen noch ausreichend stark wäre. Dies gilt es vor dem Kauf zu prüfen.

Zudem weist der Maestro Probleme mit einem nicht optimalen WLAN-Netzwerk auf. Durch eine Wand getrennt, reicht die Verbindungsqualität aus, um eine kontinuierliche Musikwiedergabe zu ermöglichen. Ein Stockwerk höher stören jedoch kleine Knackser den Musikgenuss. Die Konkurrenz, bestehend aus Sonos und Teufel/Raumfeld, weist an gleicher Stelle aufgestellt diese Probleme nicht auf.

Dem Klang auf der Spur

Der Ixion Maestro beherbergt neben den vier Class-D-Verstärkereinheiten zwei 2,75 Zoll große Breitband-Lautsprecher, die von einem 5,5 Zoll großen, an der Unterseite angebrachten und als Downfire-Subwoofer agierenden Tiefenlautsprecher unterstützt werden. Beide Lautsprecher verfügen über einen Frequenzgang von 38 Hz bis 20.000 Hz, über die Ausgangsleistung hüllt sich der Hersteller dagegen in Schweigen.

Bumm, Bumm und nochmals Bumm

Aufgrund der kompakten Bauweise ist ein Stereo-Effekt nur direkt vor dem Gerät wahrnehmbar und bereits ab einem Abstand von einem Meter im Grunde nicht mehr vorhanden. Das Klangbild ist hörbar auf Bass getrimmt, im normalen Betrieb überdecken die tiefen Frequenzen den Mittel- und Hochtonbereich, die fast untergehen. Somit klingt die Zentraleinheit des Ixion-Systems recht dumpf, je nach Untergrund kann dies in einem dominanten Wummern enden. Es ist somit kaum möglich, den Maestro dezent im Hintergrund zu betreiben.

Bei Erhöhung der Lautstärke über ein normales Maß wird das Klangbild schnell grell und unschön. Aufgrund der hohen Leistung kann der Maestro zwar zur Beschallung von Feierlichkeiten genutzt werden, schön anzuhören ist er dabei aber nicht unbedingt.

Ixion Maestro und Solo:2 im Test
Ixion Maestro und Solo:2 im Test

Solo2 agiert teilweise ausgewogener

Etwas anders verhält es sich mit dem kleineren Sprössling Solo:2, der über ein ausgewogeneres Klangbild verfügt und sich daher dezent im Hintergrund halten kann. Der Bass ist für die Gehäusegröße kräftig, aber nicht zu dominant, die Mitten- und Hochtöne kommen deutlicher zur Geltung als beim großen Bruder. Somit kann der Lautsprecher auch dazu genutzt werden, vor dem abendlichen Einschlafen noch ein wenig Musik zu hören. Bei höher werdender Lautstärke wird der Klang jedoch ebenfalls grell.

Kaum klangliche Anpassungen möglich

Um den Klang an die eigenen Bedürfnisse anzupassen, besitzt das System lediglich einen recht rudimentären 5-Band-Equalizer, bei dem die einzustellenden Frequenzen zudem weniger optimal gewählt sind. Es wäre daher nicht verwunderlich, wenn es sich um die Android-eigene Klangeinstellung handelt. Einfache Bass- und Höhenregler mit einer Loudness-Funktion (wie es zum Beispiel Sonos nutzt) hätten hier vielleicht eine bessere Wirkung entfaltet. Mit den Bordmitteln kann der Klang in der jetzigen Form jedenfalls nur verschlimmbessert werden.

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