Xperia XZ2 Premium im Test: Sonys erste Dual-Kamera ist doch kein ISO-Wunder

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Jan Lehmann 135 Kommentare

Fazit

Das Xperia XZ2 Premium mag Sonys derzeitige Speerspitze sein, doch gilt der Namenszusatz „Premium“ nur eingeschränkt für die Kamera. Die Aufnahmequalität liegt ausgerechnet bei Nacht hinter der Konkurrenz. Das Xperia XZ2 Premium hat – zumindest im Zusammenspiel mit der Dual-Kamera – ein gutes Rauschverhalten, sodass Aufnahmen auch noch bis zu einem ISO-Wert von 3.200 sehr gut nutzbar sind, doch ist der Maximalwert von 51.200 eher als Marketing und Machbarkeitsstudie anzusehen. Bedingt durch den kleinen 1/2,3"-Sensor rauschen die Bilder ab ISO 6.400 zu stark und verschlucken Details sowie Farben, als dass sie nutzbar und ansehnlich wären.

Ist das Rauschverhalten in Bezug auf die Sensorgröße noch zu verstehen, leistet sich Sony jedoch Patzer, die in einem Premiummodell mit einer Preisempfehlung von rund 900 Euro nichts verloren haben. Allen voran die Schärfe, die am unteren Bildrand enorm abnimmt. Hinzu kommt, dass die JPEG-Komprimierung in vielen Situationen Artefakte und Konturen zu sehr nachschärft. Das Xperia XZ2 Premium hat darüber hinaus Schwierigkeiten mit direktem und seitlichem Gegenlicht. Hier neigt die Optik häufig zu den typischen Linsenreflexionen, aber auch zu den wesentlich schlimmeren Farbsäumen.

Ein weiteres Manko ist die Auslöseverzögerung, bei der nach der Aufnahme der Bildausschnitt einige Sekunden auf dem Bildschirm einfriert, ehe mit dem Fotografieren oder Anschauen des Bildes fortgefahren werden kann. Der langsamen Reaktion müsste Sony mittels Software-Update aber Einhalt gebieten können, denn die Hardware ist mit Snapdragon 845 und 6 GB RAM eigentlich schnell genug. Positiv sind indes die Eigenschaften Weißabgleich, Dynamik und Farbsättigung hervorzuheben. Gerade bei der Sättigung tritt Sony dezenter und realistischer auf, wohingegen die Konkurrenz zumeist übersättigt.

In Summe eignet sich das Sony Xperia XZ2 Premium für sehr gute Schnappschüsse. Der Premiumableger ist jedoch kein „Kamera-Smartphone“ und unterliegt den Nebenbuhlern. Dies wird auch bei der Haptik bewusst. Mit rund 250 Gramm, Abmessungen von 80,0 × 158,0 × 11,90 mm, stark abgerundeten Kanten und einem glatten Gehäuse liegt das Smartphone schwer und unsicher in der Hand, was beim Fotografieren keine Freude macht. Die Revolution im Hause Sony bleibt deshalb vorerst aus.

ComputerBase hat das Xperia XZ2 Premium leihweise von Sony zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.

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