Asus GeForce RTX 2070 Strix im Test: Kleiner Turing gegen GTX 1080 GLH und RX Vega 64 Nitro+

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Wolfgang Andermahr 249 Kommentare

Die tatsächlichen Taktraten unter Last mit GPU-Boost 4.0

Die Turing-GPU TU106 ist wie die größeren Modelle mit GPU-Boost in Version 4.0 ausgestattet. Der neue Turbo nutzt anstatt eines zwei Temperature-Targets (TT). Wurde das TT auf Pascal erreicht, taktete die Grafikkarte sofort auf den Basistakt herunter und „erholte“ sich dann innerhalb des Limits wieder. Wird das erste TT (81 °C auf einer RTX 2070) auf Turing mit GPU-Boost 4.0 erreicht, taktet die GPU jetzt hingegen nicht auf den Basis-, sondern den Boost-Takt herunter. Erst wenn das zweite TT erreicht wird, liegt der Basistakt an. Dadurch möchte Nvidia den Leistungsverlust reduzieren, der durch eine schlechte GPU- beziehungsweise Gehäusekühlung erreicht wird.

Die Temperature-Targets lassen sich mit GPU-Boost 4.0 darüber hinaus genauer beeinflussen. So lässt sich zum Beispiel konfigurieren, dass die Temperatur völlig ignoriert werden soll – zumindest so lange, bis eine gewisse unbeeinflussbare Temperatur erreicht wird und die GPU als letzter Rettungsanker heruntertaktet. Limitiert die Temperatur nicht, verhalten sich GPU-Boost 3.0 und 4.0 wiederum genau gleich.

Die Turing-GPU hat einen maximalen Takt, der bei niedrigen Temperaturen sowie Auslastung anliegt. Dieser variiert von Grafikkarte zu Grafikkarte. Bei dem Testsample der Asus GeForce RTX 2070 Strix OC liegt dieser bei 1.965 MHz. Bei höherer Temperatur und GPU-Auslastung reduziert sich die Frequenz automatisch. Im Spielebetrieb arbeiten die 3D-Beschleuniger ohne anliegende Limits noch mit maximal 1.905 MHz.

Es gibt dieselben Limits wie bei Pascal

Mit dieser Frequenz arbeitet die Grafikkarte, wenn ein gewisses Budget bei der Leistungsaufnahme (215 Watt TDP bei der Asus RTX 2070 Strix OC) und bei der Temperatur (81 °C bei der Asus RTX 2070 Strix OC) nicht überschritten wird. Ist dies doch der Fall, wird die Frequenz so lange reduziert, bis die Limits wieder eingehalten werden. Manuell kann das Temperature-Target auf maximal 88 Grad Celsius und das Power-Target auf 125 Prozent erhöht werden. Das entspricht dann maximal 270 Watt.

Auffällig bei Turing: Die GPUs wechseln den Takt in 15-MHz-Schritten und arbeiten dabei vergleichsweise gleichmäßig. Während AMDs Vega-GPU zum Beispiel andauernd den Takt variiert, ist dieser auf einer GeForce RTX meist ziemlich gleichmäßig und schwankt nur gering.

Die tatsächlichen Taktraten im Fractal Design Define R5
Spiel (2.560 × 1.440) Asus GeForce RTX 2070 Turbo Asus GeForce RTX 2070 Strix OC
Maximaler Takt in Spielen 1.815 MHz 1.905 MHz
Assassin's Creed Origins 1.770-1.800 MHz [PT] 1.905 MHz
Call of Duty: WWII 1.740-1.770 MHz [PT] 1.905 MHz
Destiny 2 1.725-1.755 MHz [PT] 1.905 MHz
Elex 1.770-1.785 MHz [PT] 1.905 MHz
F1 2018 1.740-1.770 MHz [PT] 1.905 MHz
Far Cry 5 1.755-1.785 MHz [PT] 1.905 MHz
Final Fantasy XV 1.710-1.755 MHz [PT] 1.905 MHz
Ghost Recon Wildlands 1.770-1.800 MHz [PT] 1.905 MHz
Hellblade: Senua's Sacrifice 1.665-1.695 MHz [PT] 1.905 MHz
Jurassic World: Evolution 1.740-1.755 MHz [PT] 1.905 MHz
Kingdom Come: Deliverance 1.710-1.740 MHz [PT] 1.905 MHz
Mittelerde: Schatten des Krieges 1.680-1.710 MHz [PT] 1.905 MHz
Monster Hunter: World 1.710-1.740 MHz [PT] 1.905 MHz
Shadow of the Tomb Raider 1.710-1.740 MHz [PT] 1.905 MHz
Star Wars Battlefront II 1.650-1.710 MHz [PT] 1.890-1.905 MHz [PT]
Wolfenstein II 1.650-1.695 MHz [PT] 1.890-1.905 MHz [PT]
[P] = Power-Target limitiert, [T] = Temperature-Target limitiert

Asus hat die GeForce RTX 2080 Strix OC mit einem recht freizügigen Power-Target ausgestattet. Das hat zur Folge, dass der unter Last maximal mögliche Takt von 1.905 MHz in den meisten Spielen anliegt. Die einzige Ausnahmen im Testfeld sind Star Wars Battlefront II sowie Wolfenstein II, wobei die Frequenz in den Titeln durch das Power-Target nur minimal eingebremst wird. In den Spielen liegen immer noch alternierend zwischen 1.890 MHz und 1.905 MHz an. Das Temperature-Target ist zu keiner Zeit auch nur annähernd ein Problem. Wer das Power-Target anhebt, hält problemlos die vollen 1.905 MHz in allen Anwendungen.

GeForce RTX (& GTX & Radeon RX) mit OC

Alle im Test vertretenen Grafikkarten werden auch übertaktet getestet. Bei den Grafikkarten wurde, falls nicht anders erwähnt, das Referenzdesign genutzt. Die Modifizierungen betreffen ein maximiertes Power- sowie Temperatur-Limit und erhöhte GPU- sowie Speichertaktraten. Spannungen werden nicht geändert.

Die TU106-GPU auf der Asus GeForce RTX 2080 Strix OC lässt ein weiteres Plus von 108 MHz gegenüber der ab Werk angehobenen Frequenz zu, bevor die Grafikkarte abstürzt. In Spielen beträgt der anliegende Takt bei vollem Power-Target dann etwa 2.000 MHz und meistens auch ein wenig mehr. Der 8.192 MB große GDDR6-Speicher lässt ein Plus von 601 MHz zu, was in 7.601 MHz resultiert. Bei einer noch höheren Frequenz stürzt die Grafikkarte nach einer kurzen Lastphase sang- und klanglos ab. Das ist durchaus interessant, da alle von der Redaktion getesteten Turing-Grafikkarten bis jetzt auch mit einem Speichertakt von 8.000 MHz problemlos den Dienst verrichteten – auch die Asus GeForce RTX 2070 Turbo. Das Testsample der Asus GeForce RTX 2080 Strix OC ist das erste Turing-Model im Test, das dies nicht schafft.

Die im Test genutzten Taktraten bei den OC-Einstellungen
GPU-Takt Speicher-Takt
AMD Radeon RX Vega 64 1.712 MHz
(+82 MHz)
1.100 MHz
(+155 MHz)
Sapphire Radeon RX Vega 64 Nitro+ 1.727 MHz
(+97 MHz)
1.100 MHz
(+155 MHz)
AMD Radeon RX Vega 56 1.667 MHz
(+77 MHz)
950 MHz
(+150 MHz)
Nvidia GeForce GTX 1070 FE 1.718 MHz
(+212 MHz)
4.550 MHz
(+550 MHz)
Nvidia GeForce GTX 1080 FE 1.749 MHz
(+142 MHz)
5.405 MHz
(+405 MHz)
Gainward GeForce GTX 1080 GLH 1.791 MHz
(+22 MHz)
5.405 MHz
(+405 MHz)
Nvidia GeForce GTX 1080 Ti FE 1.657 MHz
(+176 MHz)
5.900 MHz
(+405 MHz)
Asus GeForce RTX 2070 Turbo 1.549 MHz
(+139 MHz)
8.000 MHz
(+1.000 MHz)
Asus GeForce RTX 2070 Strix OC 1.510 MHz
(+108 MHz
7.600 MHz
(+600 MHz)
Nvidia GeForce RTX 2080 FE 1.617 MHz
(+102 MHz)
8.000 MHz
(+1.000 MHz)
Nvidia GeForce RTX 2080 Ti FE 1.500 MHz
(+150 MHz)
7.916 MHz
(+916 MHz)

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