Asus GeForce RTX 2070 Strix im Test: Kleiner Turing gegen GTX 1080 GLH und RX Vega 64 Nitro+

Wolfgang Andermahr 232 Kommentare
Asus GeForce RTX 2070 Strix im Test: Kleiner Turing gegen GTX 1080 GLH und RX Vega 64 Nitro+

tl;dr: Bei der Asus GeForce RTX 2070 Strix OC handelt es sich um ein Premium-Modell von Nvidias Einsteiger-Grafikkarte in die Turing-Welt. Dieses schneidet bei Geschwindigkeit, Lautstärke und Temperatur besser ab als eine einfache Version, ist dabei aber auch deutlich teurer.

GeForce RTX 2070: Auf einfach folgt Premium

Erst vor kurzem hat ComputerBase einen Blick auf die GeForce RTX 2070 geworfen, die Nvidias Turing-Portfolio mit der GeForce RTX 2080 und dem Flaggschiff GeForce RTX 2080 Ti zumindest vorerst komplettiert. Allerdings stand der Redaktion zum Start des Einsteiger-Modells nur eine Asus GeForce RTX 2070 Turbo zur Verfügung. Das Modell gehört mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 519 Euro zwar zu den günstigsten Varianten seiner Art, ist mit dem Radialkühler und den Referenztaktraten aber nicht jedermanns Sache.

Mit der ebenfalls von Asus stammenden GeForce RTX 2070 Strix OC folgt nun das genaue Gegenteil. Viel mehr Premium ist kaum möglich. Die Taktraten sind deutlich höher, das Power-Limit wurde erhöht und das Kühlsystem spielt in einer völlig anderen Liga. Außerdem gibt es zwei verschiedene BIOS-Versionen und eine RGB-Beleuchtung. Abgesehen davon, dass es sich immer noch um eine GeForce RTX 2070 handelt, könnten die Grafikkarten kaum unterschiedlicher sein. Das gilt aber auch für den Preis. Mit einem UVP von 699 Euro ist der 3D-Beschleuniger 180 Euro teuer als die einfach gehaltene Variante.

Asus Strix vs. Asus Turbo vs. Gainward GLH vs. Sapphire Nitro+

Es stellt sich also die Frage, ob die Asus GeForce RTX 2070 Strix OC den Aufpreis wert ist. Das klärt ComputerBase im Artikel und vergleicht die Grafikkarte auch mit Premium-Modellen der vorherigen Generation. Dabei handelt es sich um die Gainward GeForce GTX 1080 Phoenix GLH, eines der schnellsten GTX-1080-Modelle, und mit der Sapphire Radeon RX Vega 64 Nitro+ um einen konkurrierenden 3D-Beschleuniger von AMD.

Asus GeForce RTX 2070 Strix vs. die Konkurrenz
Asus GeForce RTX 2070 Strix vs. die Konkurrenz

Die Asus GeForce RTX 2070 Strix OC im Detail

Die Asus GeForce RTX 2070 Strix OC ist aktuell ab 699 Euro gelistet und auch lieferbar. Das entspricht der unverbindlichen Preisempfehlung. Die Grafikkarte ist bei mehreren Händlern ab Lager verfügbar – zu Lieferproblemen sollte es so schnell nicht kommen.

Die RTX 2070 Strix nutzt nicht den neuen Kühler der RTX 2080 (Ti) Strix

Optisch erinnert die Grafikkarte stark an die Vorgängergeneration, was jedoch nicht verwunderlich ist. Denn anders als die größeren Strix-Modelle der Turing-Generation ist die GeForce RTX 2070 Strix OC mit dem Strix-Kühler der Pascal-Generation ausgestattet. Dieser ist „nur“ 2,5 anstatt 2,7 Slots hoch, sodass der Kühlkörper etwas kleiner ausfällt. Die neuen Lüfter kommen ebenso nicht zum Einsatz, sodass bei selber Lautstärke etwas weniger Luftdruck vorhanden ist.

Das soll die Qualität des eingesetzten Kühlers aber nicht mindern, denn dieser ist immer noch gut. Asus nutzt die gesamte Vorderseite der 30 cm langen Grafikkarte als Kühlfläche mit zwei separaten Alu-Kühlkörpern, die mittels sechs Heatpipes miteinander verbunden sind. Für die nötige Frischluft sorgen drei im Durchschnitt 90 mm große Axiallüfter.

Die Taktraten sind bei dem OC-Modell deutlich erhöht

Asus hat die Taktraten gegenüber den Referenzvorgaben deutlich erhöht. Der Basistakt der GeForce RTX 2070 Strix OC ist mit 1.410 MHz noch gleich hoch. Doch der durchschnittliche Turbo ist mit 1.815 MHz 195 MHz höher als die Referenzvorgaben und 105 MHz höher als bei Nvidias Founders Edition. Der Boost-Takt lässt sich mit dem im Asus-eigenen Tool GPU Tweak II aktivierbaren OC-Mode auf 1.845 MHz erhöhen. Der 8.192 MB große GDDR6-Speicher läuft unabhängig davon durchweg mit 7.000 MHz. Darüber hinaus fällt die maximale Leistungsaufnahme mit 215 Watt ein gutes Stück höher aus und lässt sich zudem um 25 Prozent auf 270 Watt erhöhen. Für den Betrieb sind ein Acht-Pin- und ein Sechs-Pin-Stromstecker notwendig.

Abgeschaltete Lüfter gibt es nur mit dem Quiet-BIOS

RTX 2070 Strix OC – der BIOS-Schalter
RTX 2070 Strix OC – der BIOS-Schalter

Die GeForce RTX 2070 Strix OC kommt mit zwei BIOS-Versionen daher. Diese haben allerdings keinen Einfluss auf die Taktrate, sondern verändern einzig die Lüftersteuerung. Bei dem ab Werk aktiven Performance-BIOS steht zum Beispiel eine niedrige GPU-Temperatur im Fokus. So drehen auf dem Windows-Desktop auch die Lüfter noch mit 900 Umdrehungen in der Minute. Erst mit dem Quiet-BIOS, das per Schalter an der Grafikkarte selbst aktiviert werden kann, schalten die Lüfter bei einer GPU-Temperatur von unter 55 Grad Celsius ab. Mit dem Modus sollen die Lüfter 28 Prozent leiser sein, die GPU aber dafür etwa fünf Grad wärmer.

Bei der RGB-Beleuchtung gibt es Altbewährtes

Eine Premium-Grafikkarte ohne RGB-Beleuchtung ist heutzutage nicht mehr denkbar. Dementsprechend setzt auch die Asus GeForce RTX 2070 Strix OC auf RGB, wobei das Farbenspiel per Aura-Sync-Software angepasst oder auch abgeschaltet werden kann. Letzteres und genau wie die erneute Aktivierung per Knopfdruck an der Karte selbst möglich. Die RGB-Beleuchtung selbst hat sich gegenüber der vorherigen Generation aber nicht geändert. Damit bieten einige neue Konkurrenzmodelle wie zum Beispiel die Gaming-Z-Serie von MSI diesbezüglich mittlerweile mehr.

Für den Anschluss von Monitoren stehen je zwei DisplayPort- und HDMI-Ausgänge sowie ein VirtualLink-Ausgang zur Verfügung.

Merkmal Nvidia GeForce RTX 2070
Founders Edition
Asus GeForce RTX 2070 Turbo Asus GeForce RTX 2070 Strix OC
Karte PCB-Design Nvidia Asus Asus
Länge, Breite 23,0 cm, 11,0 cm 27,0 cm, 11,0 cm 30,0 cm, 13,0 cm
Stromversorgung 1 × 8 Pin 1 × 6 Pin
1 × 8 Pin
1 × 6 Pin
1 × 8 Pin
Kühler Design Founders Edition, 2,0 Slot Blower, 2,0 Slot Strix, 2,5 Slot
Kühlkörper Vapor Chamber
Alu-Kern/Radiator
Alu-Kern/Radiator Alu-Kern/Radiator
6 Heatpipes
Lüfter 2 × 85 mm (axial) 1 × 75 mm (radial) 3 × 90 mm (axial)
Lüfter abgeschaltet (2D) Nein Nein Ja (Quiet-BIOS)
Anlaufdrehzahl Immer an Immer an 800 Umdrehungen
Takt
(Stromsparmodus)
GPU-Basis 1.410 (300) MHz 1.410 (300) MHz
1.440 MHz (OC-Mode)
1.410 (300) MHz
GPU-Durchschnitt 1.710 MHz 1.620 MHz
1.650 MHz (OC-Mode)
1.815 MHz
1.845 MHz (OC-Mode)
GPU-Maximum Unbekannt 1.980 MHz 1.965 MHz
Speicher 7.000 (810) MHz 7.000 (810) MHz 7.000 (810) MHz
Speichergröße 8.192 MB GDDR6 8.192 MB GDDR6 8.192 MB GDDR6
Leistungsaufnahme Standard-TDP 185 Watt 175 Watt
192 Watt (OC-Mode)
215 Watt
236 Watt (OC-Mode)
Maximale TDP ? 200 Watt 270 Watt
Anschlüsse 3 x DisplayPort 1.4
1 x HDMI 2.0b
1 x VirtualLink
2 x DisplayPort 1.4
1 x HDMI 2.0b
1 x VirtualLink
2 x DisplayPort 1.4
2 x HDMI 2.0b
1 x VirtualLink

Testsystem und Testergebnisse

Wie bei den größeren Modellen nutzt auch das Review der GeForce RTX 2070 den neu gestalteten Testparcours. Sämtliche Spiele-Benchmarks wurden im Spätsommer neu erstellt, dasselbe gilt für alle Temperatur-, Lautstärke- und Leistungsaufnahme-Messungen. Für die Benchmarks wurde Windows 10 mit dem April-Update (Version 1803) sowie sämtlichen Updates genutzt.

Ein auf 4,7 GHz übertakteter Intel Core i7-8700K dient als Prozessor. Zwei 16 Gigabyte große DDR4-Module (Dual-Rank) werden mit DDR4-3200 bei den Timings 16-16-16-38-1T betrieben. Verschiedene Grafikkarten-Treiber wurden für den Test genutzt, da es innerhalb kurzer Zeit mehrere neue Versionen gegeben hat, die zudem längst nicht alle Modelle unterstützen. Zu einem späteren Zeitpunkt Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres wird der gesamte Parcours noch einmal erneuert – mit einheitlichen Treibern, weiteren neuen Spielen etc.

Grafikkarte Genutzter Treiber
AMD Radeon RX Vega 64 Adrenalin 18.8.2
AMD Radeon RX Vega 56, Sapphire RX Vega 64 Adrenalin 18.9.3
Nvidia GeForce GTX 1080 Ti, GTX 1080 GeForce 399.07
Nvidia GeForce RTX 2080 Ti, RTX 2080 GeForce 411.51
Nvidia GeForce GTX 1070 GeForce 411.70
Nvidia/Asus GeForce RTX 2070, Gainward GTX 1080 GeForce 416.33

Details zu den Spieletests

Sämtliche Grafikkarten wurden einmal mit den Standardvorgaben von AMD und Nvidia betrieben. Darüber hinaus gibt es einen zweiten Durchlauf, für den die Grafikkarten übertaktet wurden. Die genauen Angaben dazu finden sich in einem folgenden Abschnitt. Soweit nicht anders in den Diagrammen angegeben, wurde immer DirectX 11 genutzt. Die Ausnahmen sind Shadow of the Tomb Raider (DirectX 12) und Wolfenstein II (Vulkan).

Die Benchmarks in 2.560 × 1.440 wurden durchweg mit der maximalen Detailstufe des Spiels durchgeführt.

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