Huawei Mate 20 Pro im Test: Das Fast-rundum-sorglos-Smartphone

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Mahir Kulalic 255 Kommentare

Neue Triple-Kamera ist extrem variabel

Huawei Mate 20 Pro im Test
Huawei Mate 20 Pro im Test

Obwohl das Mate 20 Pro in allen Belangen zeigen soll, was Huawei derzeit technisch anzubieten hat, ist vor allem die Kamera erneut ein zentrales Element. Vom P20 Pro erbt das neue Topmodell den großen 1,17''-Hauptsensor sowie einen Aufbau mit drei Kameras. Die Hardware und auch die Herangehensweise unterscheiden sich aber. Bisher vertraute Huawei in seinen Topmodellen stets auf die Kombination aus einem Farb- und einem Monochromsensor, um mehr Schärfe und Kontraste einzufangen und diese im Anschluss zu einem besseren Bild mit der Farbaufnahme zu verrechnen. Im Mate 20 Pro verzichtet Huawei darauf und verbaut stattdessen eine Ultraweitwinkel-Kamera, wie es LG seit dem G5 bis heute bei G7 ThinQ (Test) oder V40 ThinQ handhabt. Wie beim P20 Pro dient eine weitere Kamera dem Zoom und ist dementsprechend in der Nutzung als Teleobjektiv ausgeführt.

Technische Daten aktueller Smartphone-Kameras
Huawei Mate 20 Pro Huawei P20 Pro Samsung Galaxy S9+ Google Pixel 3 (XL) Apple iPhone Xs (Max)
Hauptkamera 40 MP
1/1,7"-Sensor
Offenblende f/1,8
40 MP
1/1,7"-Sensor
Offenblende f/1.8
12 MP
1/2,55"-Sensor
vari. Blende f/1.5 oder f/2.4
OIS
12,2 MP
1/2,6"-Sensor
Offenblende f/1.8
OIS
12 MP
Offenblende f/1.8
OIS
Sekundärkamera 20 MP
Ultraweitwinkel
Offenblende f/2.2
20 MP (Monochrom)
Offenblende f/1.6
12 MP
1/3,6"-Sensor
Teleobjektiv
Offenblende f/2.4
OIS
12 MP
Teleobjektiv
Offenblende f/2.4
OIS
Tertiärkamera 8 MP
Teleobjektiv
Offenblende f/2.4, OIS
8 MP
Teleobjektiv
Offenblende f/2.4
OIS
Autofokus Laser, Phasen, Kontrast, Tiefen Laser, Phasen, Kontrast, Tiefen Phasen Laser, Phasen Phasen

Der Hauptsensor kommt auf eine zum Kleinbild äquivalente Brennweite von 27 mm bei einer Auflösung von 40 Megapixel, als Standardeinstellung werden aber vier Pixel zu einem zusammengerechnet und ein Foto mit 10 Megapixel aufgenommen. Huawei nennt das „Pixel-Binning“, vor allem bei Nacht sollen so mehr Informationen eingefangen werden. Die gleiche Vorgehensweise nutzte bereits das P20 Pro. Die Ultraweitwinkel-Optik kommt auf 16 mm Kleinbild-Äquivalent und das Teleobjektiv auf 80 mm. Letzteres schafft im Vergleich zur Hauptkamera eine dreifache Vergrößerung, ist technisch also kein echter optischer Zoom, erfüllt aber trotzdem den Zweck der Vergrößerung. Ein hybrider Zoom, der sich aus der Verrechnung der Fotoaufnahmen der Hauptkamera sowie des Teleobjektivs zusammensetzt, kommt auf ein Kleinbild-Äquivalent von 135 mm und stellt eine fünffache Vergrößerung dar. Einen optischen Bildstabilisator gibt es offiziell nur beim Teleobjektiv. Neim P20 Pro deuteten Teardowns allerdings an, dass auch die anderen Objektive optisch stabilisiert sind.

Kaum Rauschen und natürliche Farben am Tag

Bei Tageslicht zeigt das Mate 20 Pro aufgrund des identischen Hauptsensors viele Merkmale des P20 Pro. Dazu gehören unter anderem die gleichmäßige Schärfeverteilung, die sehr natürliche Farbwiedergabe und die gute Dynamik. Dunkle Bereiche wie Schatten geben oftmals noch einiges her, ohne zu sehr aufgehellt zu werden. Auch das Rauschverhalten des Mate 20 Pro ist im 10-Megapixel-Modus sehr gut, die Bilder sind weitgehend frei davon. Ausnahmen bilden erwähnte dunkle Bereiche, das Rauschen hier ist aber sehr moderat und erst in der 100-Prozent-Ansicht klar ersichtlich. Bei ausreichender Beleuchtung wirken die Bilder des Mate 20 Pro besonders lebendig. Die Übergänge zwischen Strukturen sind klar, selbst wenn diese in Form von Bäumen viele kleine Details aufweisen. Farben und Kontraste kommen gut zur Geltung, werden aber nicht überbetont. Hier geht Huawei einen guten Zwischenweg, indem es die Farben nicht ab Werk in eine Richtung verschiebt. Die Qualität ist, wie vom P20 Pro bereits gewohnt, sehr hoch.

Weniger Licht sorgt für ölige Strukturen

Bei Tageslicht gehört das Mate 20 Pro aber daher wie das Pendant der P-Serie nicht unbedingt zur alleinigen Spitze, denn auch die vereinzelten Nachteile sind erneut vorhanden. Dazu gehört eine zu starke Weichzeichnung von Gesichtern, sodass insbesondere bei weiter entfernten Menschen in großflächigeren Aufnahmen Details verloren gehen. Sind die Lichtbedingungen nicht ganz ideal, neigt das Smartphone dazu, gleichmäßige Strukturen etwas im Stil eines Ölgemäldes darzustellen, was wahrscheinlich an der Rauschunterdrückung und Nachschärfung liegt. So wirken einzelne Strukturen gleicher oder ähnlicher Optik, etwa Wasser, Bäume und Mauern, zum Teil etwas verwaschen und detailarm. Auch die allgemeine Schärfe leidet in solchen Fällen. Zudem schafft es das Mate 20 Pro nicht immer, ganz feine Details wie in Bordsteinen oder Fassaden einzufangen. Mit sehr starkem Gegenlicht kämpft das Modell ebenso, HDR gibt es weiterhin nur manuell als zusätzlichen Modus unter dem Reiter „Mehr“. Bei enorm starkem Gegenlicht zeigt sich zudem ein grüner Punkt auf den Fotos, der bereits im Sucher zu sehen ist.

Huawei Mate 20 Pro im Test – Kamera

Auch bei Kunstlicht bietet das Mate 20 Pro grundsätzlich eine sehr gleichmäßige Schärfe und einige Details. Diese sind aber nicht mehr in der Vielzahl vorhanden, die auf den Tageslichtaufnahmen zu sehen ist, denn die Rauschunterdrückung verschluckt erneut in gleichmäßigen, beispielsweise schattigen Bereichen Details. So geht auch Dynamik verloren, insgesamt zeigen sich diese Symptome aber erst in der 100-Prozent-Ansicht.

Ultraweitwinkel sorgt für noch mehr Variabilität

Erneut überzeugen die Zoom-Fähigkeiten des Huawei-Modells. Das Teleobjektiv für die dreifache Vergrößerung schafft es, scharfe, kontrastreiche Fotos aufzunehmen und Details herauszuholen, die im 10-Megapixel-Modus bei der Vergrößerung verloren gegangen wären. Ein ähnliches Lob verdient der Fünffach-Zoom, selbst vor dem Hintergrund, dass dieser nur bei guten Lichtbedingungen effektiv greift und nicht rein über die Optik arbeitet. Auch dieser sorgt für scharfe und detailreiche Aufnahmen, die durchaus gelingen können. Allerdings kämpfen dessen Fotos in der 100-Prozent-Ansicht mit einer leichten chromatischen Aberration.

Die Ultraweitwinkel-Kamera überzeugt mit immer noch relativ vielen Details und einer sehr präzisen Aufnahme ohne zu große oder störende Verzerrungen. Zwar können diese bei nahe vor der Kamera positionierten Gegenständen und Formen nicht ganz ausgeschlossen werden, doch das Ergebnis weiß trotzdem zu gefallen. DIe Farbwiedergabe ist natürlich, das Rauschen sehr zurückhaltend. Nicht ganz gleichmäßig ist die Schärfe, zudem neigen gleichmäßige Strukturen wie Bäume in der Ferne dazu, zu verschwimmen, wodurch Details verloren gehen.

Pixel-Binning funktioniert weiterhin

Der große Sensor soll zusammen mit dem Pixel-Binning aber vor allem bei schlechten Lichtbedingungen auftrumpfen. Das Mate 20 Pro sorgt wie das P20 Pro für erstaunlich helle Aufnahmen bei Nacht. Wenngleich auf den Testaufnahmen viele künstliche Lichtquellen verfügbar sind, kämpfen viele Smartphones unter diesen Bedingungen trotzdem mit Rauschen, vor allem am Himmel, sowie mit oft verwaschenen, unschärferen Kompositionen. Gleichzeitig überfordern die vielen hellen Lichtquellen die Kamera des Smartphones nicht, sofern sie nicht in unmittelbarer Nähe sind (siehe Vergleich Bild 20 und 21). Das Mate 20 Pro kann diese in vielen Fällen gut entkräften und akkurat ins Gesamtbild einbinden. Das Smartphone nimmt durch die vier Pixel, die zu einem zusammengefügt werden, viele Informationen auf und schafft es in aller Regel, diese zu einem ausgewogenen, klaren Bild zusammenzusetzen. Die Bilder bleiben auch bei Nacht scharf, bei ruhiger Hand vor allem wie bei Tag gleichmäßig verteilt, was sich an der Schrift auf Schildern und Tafeln erkennen lässt. Weiter entfernte Strukturen wie die Bäume auf Bild XYZ, verlieren an Farben und Konturen, aber bleiben trotzdem im Groben sichtbar und verschwimmen auch in der 100-Prozent-Ansicht nicht zur Unkenntlichkeit. Am klaren Nachthimmel schafft es das Mate 20 Pro, auch einzelne Sternenlichter sauber und für ein Smartphone in Sachen Leuchtkraft und Größe präzise einzufangen.

Wenig Rauschen, viel Klarheit

In besser ausgeleuchteten Bereichen gibt es zudem viele Details. Farben und Kontraste nehmen nicht in einem Maße ab, dass die Bilder unansehnlich werden. Die Szenerie ist jederzeit gut erkennbar. Nächtliches Rauschen ist auch beim Mate 20 Pro unvermeidbar, durch das Pixel-Binning fällt dieses allerdings durchweg moderat und vernachlässigbar aus. Gerade in der Totalen profitieren die Bilder hiervon. In der 100-Prozent-Ansicht am Monitor zeigen sich allerdings Schwächen, die an die Erkenntnisse unter durchwachsener Beleuchtung anknüpfen.

Huawei Mate 20 Pro im Test – Nachtaufnahmen

Je dunkler, desto mehr Ölgemälde

Vor allem zeigt sich der wahrgenommene Ölgemälde-Effekt in gleichmäßigen Strukturen, etwa im Wasser, deutlicher. Zum Teil wirken die Bilder auch überschärft. Rauschen nimmt sichtbar zu, durch die dagegen arbeitende Unterdrückung gehen Details verloren. In dunklen Bereichen – insbesondere in der Distanz – leidet die Dynamik. Der ölige Bildeindruck zeigt sich gerade bei Nacht in Gesichtern von Menschen, die verschwommen und detailarm wirken. Für bessere Nachtaufnahmen gibt es erneut den Nachtmodus. Dieser legt mehrere Frames zusammen und kreiert dadurch eine hellere, dynamischere und kontastreichere Aufnahme. In diesem Modus erkennt das Smartphone auch, ob es auf stabiler Unterlage oder frei gehalten wird, und passt die Zeit, in der Frames übereinander gelegt werden, automatisch an. Hier ist vor allem Ruhe gefragt, denn sonst verwaschen die Bilder. Zudem hat das Smartphone Probleme mit Bewegungen bei der Nutzung des Nachtmodus, dieser ist also weiterhin nur was für Objekte oder stillstehende Personen. Bei guter Außenbeleuchtung ist der Nachtmodus zudem nicht immer die bessere Wahl, da die Bilder zum Teil zu hell werden, wodurch Natürlichkeit und Atmosphäre verloren gehen.

Die Stärken des Mate 20 Pro bei Nacht entsprechen weitgehend denen des P20 Pro, denn die Bilder fallen gerade bei genügend Beleuchtung insgesamt sehr hell und lebendig aus, behalten eine Menge Details bei und sind gleichmäßig scharf. Aber auch die Nachteile bleiben gleich: Menschen werden zu stark weichgezeichnet, in gleichmäßigen Strukturen neigt das Smartphone zu Ölgemälde-Effekten als Folge der Rauschunterdrückung, zum Teil sind die Bilder überschärft. Für ein Smartphone bleibt das Mate 20 Pro wie auch das P20 Pro eine Referenz, die es auch mit neuen Topmodellen wie Apple iPhone Xs (Max) und Google Pixel 3 (XL) aufnehmen kann. Durch die Kombination aus Teleobjektiv, Ultraweitwinkel und dem großen Hauptsensor ist das Mate 20 Pro zudem eine der variabelsten Smartphone-Kameras auf dem Markt. Kombiniert mit der guten Aufnahmequalität ist die Kamera unter vielen Pluspunkten des Smartphones einer der größten.

Master AI und 40-MP-Modus für mehr Funktionen

Master AI und 40-MP-Modus erweitern die Möglichkeiten

Optional kann auch die „Master AI“ genannte Szenenerkennung aktiviert werden, die mithilfe der Dual-NPU Objekte und Szenen innerhalb der Kamera-App erkennen und die Parameter passend abstimmen soll. Im P20 Pro war diese zum Verkaufsstart noch standardmäßig eingestellt, mit einem späteren Update deaktivierte Huawei die Einstellung aber. In vielen Fällen schießt die AI übers Ziel hinaus, die Bilder werden zum Teil stark vignettiert, Farben zu sehr betont, was die Bilder unnatürlich macht. Auf Wunsch lassen sich Bilder auch in der vollen Auflösung von 40 Megapixel aufnehmen. Dies bietet sich aber nur bei Tageslicht an, da bei Nacht zu viel verloren geht, was das Mate 20 Pro mit dem Pixel-Binning herausholt.

Langläufer mit Speicherkarten-Dilemma

Die Anschlussausstattung des Mate 20 Pro wird dem Topmodell als Showcase für das technisch Mögliche bei Huawei gerecht – und geht zum Teil sogar etwas zu weit, doch dazu gleich mehr. Zuallererst ist das Mate 20 Pro so umfangreich ausgestattet wie noch kein Huawei-Smartphone zuvor. Es bietet LTE mit bis zu 1,4 Gbit/s im Download, WLAN-ac, Bluetooth 5.0 (LE) sowie mit A-GPS, GLONASS, BeiDou, QZSS und Galileo sämtliche aktuellen Ortungsdienste. Für GPS und QZSS stehen mit Unterstützung für die L1 und L5 sogar zwei Frequenzen zur Nutzung bereit, wodurch die Ortung auch in dicht bebauten Gegenden deutlich zuverlässiger sein soll. Ähnliches bieten ebenso das Xiaomi Mi 8 (Explorer Edition) und Mi 8 Pro.

Infrarotsender und versteckter zweiter Lautsprecher

Dank des Infrarotsenders kann das Smartphone zudem als Universalfernbedienung genutzt werden. Darüber hinaus verfügt das Mate 20 Pro über Stereo-Lautsprecher. Zur Wiedergabe kombiniert der Hersteller dabei den Ohrhörer sowie einen zweiten Lautsprecher am unteren Ende – anders als bei den meisten Herstellern ist dieser aber nicht über ein Gitter freigestanzt, sondern nutzt den Typ-C-Anschluss des Smartphones. Die Lautsprecher klingen klar und ausreichend laut, auch auf maximaler Lautstärke verzerren sie bei der Musikwiedergabe nicht. Im Vergleich zu einem Samsung Galaxy S9 klingen sie aber weniger voluminös und haben weniger Tiefen. Zudem sind die Lautsprecher des Samsung-Modells lauter. Trotzdem reicht der Klang des Mate 20 Pro für Videos oder Musik zwischendurch.

Huawei Mate 20 Pro im Test
Huawei Mate 20 Pro im Test

USB Typ C für alles

Daten überträgt das Mate 20 Pro über USB Typ C nach 3.1 Gen1 – theoretisch. Das beigelegte Huawei-Kabel beherrscht nur USB 2.0, mit einem optionalen Kabel für den höherwertigen Standard lässt sich sehr wahrscheinlich beim Anschluss an den PC eine höhere Übertragungsrate ermöglichen. Doch der Typ-C-Anschluss dient beim Mate 20 Pro auch für Kopfhörer, einen analogen Klinkeneingang bietet es nicht – das Mate 20 ohne Pro hingegen schon. Stattdessen legt Huawei Kopfhörer für Typ C sowie einen Adapter für 3,5-mm-Klinke in den Karton.

Nano Memory Card schießt übers Ziel hinaus

Der Speicher des Mate 20 Pro beträgt 128 GB und ist erweiterbar – anders als bei jedem anderen aktuellen Smartphone mit dieser Funktion, abseits der Mate-20-Reihe, aber nicht per microSD. Stattdessen setzt Huawei auf ein eigenes Format namens „Nano Memory Card“. Dabei handelt es sich (noch) nicht um einen offiziellen Standard der SD Association, die Speicherkarten-Standards verabschiedet. Auch Huawei ist Teil dieses Zusammenschlusses, doch die NM Card als neuen Standard einzuführen erweist sich mangels Rückendeckung aktuell als schwer. Den Vorteil der NM Card sieht Huawei in der geringeren Größe. Gegenüber einer microSD-Karte ist diese 45 Prozent kleiner und passt in einen Nano-SIM-Schacht.

Anstelle eines extra angepassten Schachtes könne die Karte so zusammen mit der Nano-SIM in einen doppelschichtigen Schacht im Gerät untergebracht werden. Anbieten möchte Huawei die Karten in 64, 128 und 256 GB. Wer diese fertigt, ist unklar; Gerüchte sprechen von Toshiba. Zwar bringt die Größe durchaus Vorteile – ohne Partner oder vorherige Akzeptanz ein neues Speicherkartenformat einzuführen, ist aber etwas über das Ziel hinausgeschossen. So bleibt aktuell nur ein Vorteil: der Speicher des Mate 20 Pro ist grundsätzlich erweiterbar. Das war er beim Vorgänger nicht.

Die NM Card im Vergleich zu einer Nano-SIM und einer microSD

Der Akku wächst, die Laufzeiten auch

4.000 mAh waren lange Zeit der Richtwert bei Huaweis Topmodellen, mit dem Mate 20 Pro hat sich dieser sogar um 200 mAh erhöht. Doch nicht nur die Nennladung des Akkus ist neu, das Mehr an Kapazität soll zudem noch schneller geladen werden. Das neue SuperCharge-Netzteil im Lieferumfang lädt das Smartphone mit bis zu 40 Watt auf, dabei verspricht Huawei 70 Prozent in einer halben Stunde.

Im Test kann Huawei seine Ankündigung bestätigen, nach einer halben Stunde stehen 72 Prozent bereit. Die meisten anderen Schnelladetechniken peilen in dieser Zeit die Hälfte der Ladung an. Nach rund 45 Minuten waren 90 Prozent erreicht. Die letzte Meile dauert hingegen etwas länger, wahrscheinlich um den Akku nicht zu stark zu beanspruchen. Ein kompletter Ladevorgang beansprucht 67 Minuten. Darüber hinaus kann das Mate 20 Pro auch drahtlos geladen werden, das war vorher trotz Glasrückseite nicht so. Mit bis zu 15 Watt wird auch schnelles Laden über Qi unterstützt. Zusätzlich kann das Mate 20 Pro andere Qi-fähige Geräte durch Auflegen auf die Rückseite aufladen. Dies ist grundsätzlich spannend, verhindert aber jegliche Nutzung in dieser Zeit und ist auch nicht die schnellste Methode. Um das Smartphone auch nur kurz zu benutzen, muss für eine komfortable Bedienung das zu ladende Gerät entfernt werden. Insgesamt ist das Feature aktuell eher ein Gimmick.

Die Akkulaufzeit weiß wie bei vorherigen Mate-Modellen zu überzeugen. Der Akku hält im Alltag mit mehreren E-Mail-Konten, sozialen Netzwerken, Messengern und Musik problemlos einen Tag. Oft ist auch ein zweiter Tag drin, wenn auf Spiele verzichtet wird. Die zuverlässigen Werte übertragen sich ebenso auf die Laufzeitmessungen. Im YouTube-Test stehen am Ende fast 14 Stunden auf der Uhr, auch im PCMark ist der Wert von knapp 10 Stunden sehr solide.

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