OnePlus 6T im Test: Sehr viel Smartphone zum immer noch fairen Preis

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Nicolas La Rocco 344 Kommentare

Bekannte Snapdragon-845-Leistung

Leistungstechnisch gibt es keine Überraschungen beim OnePlus 6T, da die in 10 nm gefertigte Basis in Form des Qualcomm Snapdragon 845 bereits vom OnePlus 6 bekannt ist. Das Leistungsniveau ist nach wie vor hoch, wenngleich neuere 7-nm-Chips wie der Kirin 980 des Mate 20 Pro und auch Apples A-Chips schneller sind. Bei Qualcomm dürfte Anfang Dezember mit dem Snapdragon 8150 das neue SoC-Flaggschiff für Smartphones des kommenden Jahres vorgestellt werden. Das OnePlus 6T hat insofern das gleiche Problem wie das Google Pixel 3 (XL), als dass es spät und kurz vor der Vorstellung eines neuen Qualcomm-Chips auf den Markt kommt.

Eine Anpassung für eine höhere Leistung gibt es mit „Smart Boost“ dennoch. Dahinter verbirgt sich ein Software-Mechanismus, der die Daten häufig verwendeter Apps im Arbeitsspeicher behält, was zu 5 bis 20 Prozent kürzeren Ladezeiten führen soll.

Hervorzuheben ist das neue Basismodell des OnePlus 6T. Beim OnePlus 6 war dieses noch mit 6 GB RAM und 64 GB Speicher bestückt, beim OnePlus 6T sind es 6 GB RAM und 128 GB Speicher. Das mittlere Testgerät der Redaktion bietet 8 GB und 128 GB Speicher, darüber gibt es noch eine Variante mit 8 GB RAM und 256 GB Speicher.

OxygenOS auf Android-Pie-Basis

Das OnePlus 6T läuft mit OxygenOS 9 auf Basis von Android 9 Pie. OnePlus übernimmt neue Features des Betriebssystems wie den intelligenten Akku oder die mitlernende Helligkeitsregulierung und setzt darauf eigene Features wie eine angepasste Gestensteuerung. Diese ist konsequenter als Googles eigene Umsetzung, da auf On-Screen-Tasten vollständig verzichtet wird. So entsteht keine Mischbedienung aus Gesten und manchmal auftauchenden Tasten und das große Display wird besser ausgenutzt.

Die Gestensteuerung von OxygenOS 9 erinnert stellenweise an die von Apple mit der für iOS auf dem iPhone X eingeführte Version. Zurück zum Homescreen gelangen Anwender stets über einen Wisch vom unteren Bildschirmrand nach oben, die gleiche Geste mit einem Halt in der Displaymitte führt zur Übersicht der aktuell geöffneten Anwendungen. Eine Zurück-Taste gibt es anders als bei Googles Gestensteuerung nicht mehr, der Befehl ist jedoch über kurzes Wischen vom linken oder rechten unteren Displayrand nach oben erreichbar.

2 Jahre Update-Garantie

Seit Ende Juni dieses Jahres gibt es einen garantierten Software-Support für OnePlus-Smartphones. Für zwei Jahre nach Veröffentlichung eines neuen Modells gibt es Updates auf neue Android-Hauptversionen sowie in dieser Zeit alle zwei Monate Sicherheitsupdates. Im Anschluss werden für ein weiteres Jahr alle zwei Monate Sicherheitsupdates verteilt. Das OnePlus 6T müsste demnach in den kommenden zwei Jahren Android Q und R erhalten.

12 Prozent größerer Akku

Abseits des Displays mit integriertem Fingerabdrucksensor ist der Akku des OnePlus 6T das Bauteil mit der größten Veränderung. Statt einer Nennladung von 3.300 mAh kommt dieser nun auf 3.700 mAh – ein Plus von etwas mehr als 12 Prozent. Es ist der größte Sprung seit der Umstellung vom OnePlus 3 mit 3.000 mAh auf das OnePlus 3T mit 3.400 mAh. Seit dem OnePlus 5 stagnierte die Nennladung des Akkus bei 3.300 mAh.

Im Vergleich zum mit Android 8.1 getesteten OnePlus 6 läuft das OnePlus 6T im YouTube-Streaming-Test mit kalibrierten 200 cd/m² gut vier Stunden länger – das ist gut ein Drittel mehr bei zwölf Prozent größerem Akku. Aufgrund der unterschiedlichen Betriebssysteme sind die Werte nicht direkt miteinander vergleichbar. Das OnePlus 6T zählt mit diesem Ergebnis zu den am längsten laufenden Smartphones. Das Gerät positioniert sich zwischen dem Samsung Galaxy Note 9 und dem LG X Power.

Im PCMark gibt es mit einem Plus von 84 Minuten ebenfalls eine klare Verbesserung.

Alltagserfahrungen mit dem Akku des OnePlus 6T konnten zugegebenermaßen bisher nur eingeschränkt gesammelt werden, da zwischen dem Erhalt des Testgeräts unter NDA und dem heutigen Fall des Embargos nur wenige Tage lagen. Festhalten lässt sich jedoch, dass das OnePlus 6T bisher ein zuverlässiger Alltagsbegleiter ist, bei dem es nicht zu Engpässen beim Akku kam. Eine Laufzeit von einem langen Tag ist in jedem Fall realistisch, sofern nicht mehrere Stunden am Stück gespielt werden.

Dem OnePlus 6T liegt erneut ein 20-Watt-Schnellladegerät (ehemals Dash Charge) bei, kabelloses Aufladen wird trotz der Rückseite aus Glas weiterhin nicht unterstützt.

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