Drahtlose Gaming-Mäuse im Test: Logitech G Pro Wireless gegen Razer Mamba Wireless

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Fabian Vecellio del Monego 123 Kommentare

Technisches Innenleben

Beide vorliegenden Mäuse verfügen über einen ARM-Prozessor und internen Speicher, um angelegte Profile autark speichern und anwenden zu können. Die Latenzen betragen bei einer maximalen Abtastrate von 1.000 Hertz eine Millisekunde – sowohl per Kabel als auch per Funk. Eine optionale Limitierung auf 500 Hertz bieten beide Mäuse, die G Pro Wireless unterstützt zudem Polling-Raten von 250 und 125 Hertz.

Sensorik

In der G Pro Wireless kommt mit dem Hero 16K Logitechs modernster Sensor zum Einsatz, der mit einer maximalen Auflösung von 16.000 Punkten pro Zoll arbeitet. Der Hersteller bewirbt den optischen Sensor mit der Präzision eines PixArt PMW-3366 oder PMW-3389, spricht aber von einer um den Faktor 10 gesteigerten Energieeffizienz. Der Hero 16K bietet zudem einen speziellen Tracking-Algorithmus, der über die gesamte dpi-Bandbreite auf Nachbearbeitungseffekte wie Zeigerbeschleunigung, Glättung oder andere Filter verzichten soll; der Sensor sei somit der derzeit beste auf dem Markt.

Diesen Superlativ beansprucht allerdings auch der in der Mamba Wireless verwendete und auf dem PixArt PMW-3389 basierende Razer 5G. Während die Auflösung des optischen Sensors ebenfalls bei 16.000 Punkten liegt, nennt Razer eine höhere maximale Geschwindigkeit und Beschleunigung, eine Nachbearbeitung entfalle ebenso. Angaben zur Lift-off-Distance bleiben indes beide Hersteller schuldig, Logitechs Sensor schneidet jedoch auf einer Mikrofaseroberfläche – näherungsweise getestet – bereits etwas niedriger ab.

Logitech Hero 16K Razer 5G / PixArt PMW-3389 PixArt PMW-3366 PixArt PMW-3360
Auflösung 100 – 16.000 dpi 200 – 12.000 dpi
Geschwindigkeit > 10,2 m/s 11,4 m/s 7,6 m/s 6,3 m/s
Beschleunigung > 392 m/s² 490 m/s² > 392 m/s² 490 m/s²
Lift-off-Distance ~1 mm ~1,3 mm
Glättung ~2 Punkte < 1.800 dpi: ~2 Punkte
> 1.900 dpi: ~32 Punkte
~2 Punkte < 2.000 dpi: ~2 Punkte
> 2.100 dpi: ~32 Punkte

Die Sensoreigenschaften im relevanten Auflösungsbereich fallen demnach sehr ähnlich aus, was hinsichtlich der Tatsache, dass es sich bei allen genannten Modellen um PixArt-PMW-3360-Derivate oder -Adaptionen handelt, nicht verwundert. Zwar deaktiviert Logitech bei Hero und PMW-3366 das Smoothing über den gesamten dpi-Bereich fast vollständig, während Razer gemäß des klassischen PMW-3360 bei höheren Auflösungen glättet, doch ist das im realen Gebrauch irrelevant.

Beide Sensoren sind erstklassig

Ein Unterschied zwischen Hero 16K und Razer 5G respektive PixArt PMW-3389 sowie PixArt PMW-336X lässt sich demnach innerhalb der Reichweite menschlicher Wahrnehmung nicht feststellen, alle genannten Sensoren arbeiten durchweg ausgezeichnet. Auch die Messungen bescheinigen Hero 16K und Razer 5G repetitiv exzellente Werte, etwaige Abweichungen liegen im Rahmen der Messungenauigkeiten. Einen pauschal besseren Sensor kann demnach gegenwärtig keine andere Maus vorweisen.

Von der Tatsache, dass sowohl Logitech als auch Razer ihre Produkte mit Auflösungen jenseits der 10.000 Punkte pro Zoll bewerben, sollten sich Anwender aber nicht blenden lassen: Falls die Mauseinstellungen des Betriebssystems nicht ad absurdum verstellt und ein Dutzend UHD-Monitore nebeneinander in Gebrauch sind, verliert sich bei solch hohen Empfindlichkeiten jeglicher Vorteil der akkuraten Sensoren. Zwar ist das technisch Gebotene durchaus beeindruckend, doch zugunsten der Präzision empfiehlt es sich, Auflösungen im unteren vier- oder oberen dreistelligen Bereich zu wählen.

Tests der Sensoren

Anschluss und Stromversorgung

Sowohl G Pro Wireless als auch Mamba Wireless besitzen einen proprietären Akku. Zwar geben die Hersteller keine konkreten Angaben zur Kapazität, nennen aber Laufzeiten. Razer bewirbt die Mamba pauschal mit 50 Stunden kabelloser Verwendung, Logitech differenziert zwischen aktivierter und deaktivierter Beleuchtung und nennt 48 respektive 60 Stunden. Darüber hinaus wird über die Software des Anbieters kommuniziert, dass sich eine Reduzierung der Abtastrate ebenfalls positiv auf die Laufzeit auswirkt: Bei einer Halbierung von 1.000 auf 500 Hertz steige sie um beträchtliche 20 Prozent.

Da beide Geräte über Energiesparsysteme verfügen, die den Sensor bei fehlender Bewegung und das System der Maus nach kurzer Zeit in den Ruhestand versetzen, gestalteten sich die Laufzeiten mitunter länger als offiziell angegeben: Bei alltäglicher Verwendung hielten beide Eingabegeräte mehrere Tage am Stück durch – auch wenn sie von morgens bis abends im Einsatz waren. Damit liegen die Modelle hinter einigen Konkurrenzprodukten, die teilweise mit mehreren hundert Stunden Benutzung auftrumpfen, zurück. Im Gegenzug sind sie leichter, leuchtender und mit besserer Technik versehen.

Verbindung per Funk oder Kabel

Verbunden werden die Mäuse entweder über die kleinen USB-A-auf-2,4-GHz-Funk-Adapter oder aber die mitgelieferten USB-A-auf-Mikro-USB-Ladekabel. Den Schritt auf USB-C sind beide Hersteller noch nicht gegangen.

Das Kabel der Mamba Wireless ist 30 Zentimeter länger und umwickelt, dadurch aber nicht steifer als das Gummikabel der G Pro Wireless. Der Mikro-USB-Anschluss des Logitech-Probanden ist allerdings mit einer sperrigen Verkleidung versehen, die eine anderweitige Verwendung des Kabels ausschließt. Im Lieferumfang beider Mäuse sind darüber hinaus Mikro-USB-auf-USB-A-Adapter enthalten, um die Funk-Adapter auch direkt über das Ladekabel verwenden zu können. Ein Unterschied bei der Signalverzögerung oder Präzision zwischen kabellosem und kabelgebundenem Betrieb existiert im Rahmen der menschlichen Wahrnehmung indes nicht.

Die Ladezeiten belaufen sich bei beiden Modellen auf rund zwei Stunden. Besitzer der G Pro Wireless können des Weiteren auf Logitechs für rund 90 Euro separat erhältliches Powerplay-Mauspad (Test) zurückgreifen, um die Maus im Betrieb drahtlos zu laden. Razer hingegen behält diese Funktion der 230 Euro teuren Mamba HyperFlux vor.

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