Drahtlose Gaming-Mäuse im Test: Logitech G Pro Wireless gegen Razer Mamba Wireless

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Fabian Vecellio del Monego 123 Kommentare

Software

Auch wenn Nutzer für G Pro Wireless und Mamba Wireless unter Windows keine Treiber mehr benötigen, kann es sich dennoch lohnen, zusätzliche Software zu installieren. Logitech und Razer bieten beide ein eigenes Programm an, um Einstellungen der Maus, die Makrobelegung und die Beleuchtung nach eigenem Belieben zu konfigurieren; jeweils fünf Profile lassen sich erstellen. Während sich Logitechs Gaming-Software kompakt und pragmatisch gestaltet, wartet Konkurrent Razer Synapse 3 mit zusätzlichen Funktionen und Beleuchtungsmodi auf.

Logitech Gaming-Software

Das Programm bietet neben der obligatorischen Möglichkeit, Auflösung, Abtastrate und Tastenbelegung inklusive optionaler Zweitbelegung nach eigenen Wünschen anzupassen, auch die Option, individuelle Makro-Abfolgen aufzunehmen. Wem das zu viel Aufwand ist, der kann mit Logitechs Lightsync-Technologie auf vorgefertigte Konfigurationen für „über 300“ Spiele zurückgreifen, die beim Start des jeweiligen Programms angewendet werden. Besonders detailliert ist die Anzeige zum Akkustand: Logitech gibt eine auf Basis der aktuellen Einstellungen berechnete Laufzeit an und differenziert den Verbrauch einzelner Hardware.

Zusätzlich ist das Programm in der Lage, Tastendruck- und Tastendauer-Heatmaps zu erstellen. Die Anpassbarkeit der RGB-Beleuchtung fällt hingegen spartanisch aus. Eine Synchronisation mit weiteren Logitech-Geräten ist zwar möglich, für die G Pro Wireless existieren jedoch lediglich die drei Modi „Statisch“, „Atmend“ und „Farbzyklus“.

Razer Synapse 3

In der dritten Version bietet Razers Synapse-Software äußerst umfangreiche Individualisierungsmöglichkeiten und reihenweise weitere Funktionen – sofern Nutzer der Zwang zu einem Razer-Nutzerkonto nicht weiter stört. So findet man neben den erwarteten Sensor-Einstellungen und der vollständigen Programmierbarkeit inklusive optionaler Zweitbelegung ein Werkzeug zur Makro-Aufnahme und die Möglichkeit, die angelegten Profile in Razers Cloud zu sichern. Darüber hinaus existieren im Zuge der Razer-Chroma-Funktion zahlreiche Beleuchtungsvoreinstellungen wie beispielsweise „Statisch“, „Atmend“, „Welle“, „Kräuselnd“, „Reaktiv“ oder „Farbzyklus“ und die Option, eigene Beleuchtungsprofile zu erstellen.

Auch eine Synchronisation mit weiteren Razer-Produkten, Philips-Hue-Integration sowie Visualisierung unterstützter Spiele werden geboten. Die Anzahl letzterer fällt allerdings, wie der Blick in den Chroma-Workshop zeigt, nach wie vor mager aus. Solange jeder Hersteller eine eigene API einsetzt, wird sich daran auch vermutlich nichts ändern.

Programme möchten im Hintergrund laufen

Während sich die Logitech Gaming-Software mit maximal drei parallelen, im Windows Task-Manager aufgelisteten Prozessen begnügt, wartet Razer Synapse 3 mit bis zu acht gleichzeitig laufenden Programmen und Hintergrundprozessen auf. Dies liegt darin begründet, dass zwar beide Programme beim Schließen des Fensters nur in die Taskleiste minimiert werden, mit Razers Software aber noch zahlreiche zusätzlich benötigte Dienste installiert werden. Darüber hinaus starten die Programme bei Standardkonfiguration im Zuge des Windows-Starts, was sich allerdings in den Einstellungen deaktivieren lässt.

Ein Vorteil beider im Hintergrund laufenden Programme ist jedoch zweifelsohne die komfortable und temporäre Anzeige der gewählten Auflösung in der unteren rechten Ecke des Bildschirms, sobald die Einstellung geändert wird. Die Mamba Wireless benachrichtigt auf diesem Wege zusätzlich über Profilwechsel.

Alltagserfahrungen

Die Inbetriebnahme beider Modelle verlief zügig und angenehm, die Mäuse mussten lediglich per Kabel oder Funk mit dem Rechner verbunden und eingeschaltet werden, um zu funktionieren und gemäß dem Standardprofil in Regenbogenfarben zu leuchten. Mit installierter Software ließ sich dieses Schauspiel ebenso wie die absurd hohen Auflösungsvoreinstellungen rasch beheben. Auch die Einstellung individueller Makros funktionierte mit beiden Modellen hervorragend.

Anschließend müssen sich Nutzer also theoretisch nicht weiter mit Maus oder Software beschäftigen. Auch ein Ausschalten der Geräte über Abwesenheit ist dank der Energiesparfunktionen grundsätzlich überflüssig, wenn geringe Verluste der Laufzeit in Kauf genommen werden. Diese fällt bei beiden Mäusen gut aus, wenngleich Logitechs Modell im Alltagsgebrauch deutlich länger durchhält – trotz des geringeren Gewichts. Während die Wiederinbetriebnahme einer in den Energiesparmodus gewechselten G Pro Wireless in rund einer Sekunde vonstatten geht, genehmigt sich Razers Modell nach dem Aufwachen einige Sekunden Verzögerung und braucht bedeutend länger um das gewählte Profil aufzurufen.

Laufende Software ist bei der Mamba Pflicht

Letzteres schafft die Mamba Wireless indes häufig gar nicht: Obwohl ein Profil mit statischer Beleuchtung in den Speicher des Eingabegeräts geladen und sowohl per Profilschalter als auch Software-seitig ausgewählt ist, präsentiert die Maus regelmäßig ihre RGB-Fähigkeiten in Dauerschleife und überrascht den Nutzer mit temporär verstellten Beleuchtungsmodi und Zusatztasten. Auf Rückfrage bestätigte Razer, dass die Beleuchtungseinstellungen in der Tat gar nicht auf dem internen Speicher der Mamba gesichert werden können, das gleiche gilt für aufwändigere Makro-Kombinationen. Nur die Auflösungsprofile bleiben glücklicherweise aktiv – meistens.

Zwar ist auch Logitechs Software nicht perfekt, beispielsweise gibt das Programm des Öfteren beim Aufladen der Maus einen permanenten Akkustand von 52 Prozent an, doch der Sinn eines in das Eingabegerät integrierten Speichers verliert sich bei der Mamba Wireless zumindest derzeit komplett: Nicht nur, dass die im Speicher gesicherten Konfigurationen ohne acht parallele Hintergrundprozesse nicht abgerufen werden können, tatsächlich gespeichert werden die Profile auch nicht.

Das ist schade, denn prinzipiell ist Razer Synapse 3 der Logitech Gaming-Software hinsichtlich des Funktionsumfangs überlegen, zwingt Nutzer aber, das dauerhaft laufende Programm und Fehler zu akzeptieren. Ob die fehlende Funktionalität des Speichers in Zukunft behoben wird, ist offen.

Verarbeitung ist gut bis sehr gut

Hinsichtlich der Verarbeitungsqualität entsprechen die zwei getesteten Produkte größtenteils ihrem Preis – die Spaltmaße sind durchweg akkurat und eindrücken lassen sich die Gehäuse nirgends. Auch ein Knarzen bleibt bei normaler Verwendung aus. Erst bei höherem Kraftaufwand lässt sich die Unterseite der G Pro temporär eindellen. Die Mamba ist durch die weniger filigrane Bauweise diesbezüglich besser gefeit, gibt beim Schütteln aber ein leises Geräusch von sich.

Aufgefallen sind des Weiteren der hohe horizontale Spielraum der Mamba-Primärtasten und die hohe seitliche Beweglichkeit der Zusatztasten. Logitechs Modell lässt hier weniger Spielraum, ist aber aufgrund der glatteren Beschichtung anfälliger für Kratzer. Auf sehr hohem Niveau lässt sich darüber hinaus kritisieren, dass die Oberfläche über den drei LEDs zur Auflösungsindikation nicht ganz eben ist.

Besorgniserregend ist keine dieser Beanstandungen, solange die Mäuse ordnungsgemäß verwendet werden. So zeigten sich in rund drei Wochen Alltagsgebrauch keine Mängel.

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