Tolino Shine 3 im Test: Mit Kobo kommen die Verbesserungen

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Michael Schäfer 54 Kommentare

Rudimentäre Software zur Organisation

Tolino gab Nutzern bei seinen Readern bisher immer eine solide Software zur einfachen Organisation der eigenen Inhalte an die Hand. Hier macht auch der Shine 3 keine Ausnahme. Die Bibliothek bildet nach wie vor die zentrale Anlaufstelle bei der Auswahl von Büchern. Diese lassen sich wie gewohnt nach Titeln, Autoren oder Sammlungen filtern. Innerhalb der Anzeige können Inhalte zudem nach zuletzt gelesenen Büchern, nach Titeln oder nach Autoren sortiert werden. Ein Ausblenden der gelesenen Bücher ist nach wie vor genauso möglich wie deren Löschung.

Texteinstellungen beim Tolino Shine 3
Texteinstellungen beim Tolino Shine 3

Auch wenn die Software somit alle grundlegenden Werkzeuge beinhaltet, kommt diese jedoch nicht an die vielfältigen Möglichkeiten heran, welche unter anderem PocketBook seinen Anwendern bietet.

Einfach(es) Lesen

Wiesen die ersten Reader von Tolino noch sichtbare Probleme in Bezug auf das Ghosting auf, gehören diese mittlerweile endgültig der Vergangenheit an. Hier scheint die Zusammenarbeit mit Kobo Früchte zu tragen, denn bereits mit dem Epos war eine deutliche Verbesserung in diesem Bereich zu erkennen. Der Shine 3 geht hier noch einen Schritt weiter und weist keine sichtbaren Überbleibsel vorangegangener Seiten auf – solange die Invertierung, also die komplette Neuausrichtung aller Pixel beim Seitenwechsel, mit jeder neuen Seite vorgenommen wird. Aber auch wenn dies nicht der Fall ist, macht der neue Shine eine gute Figur. Zwar können nach mehreren Seitenwechseln Zeichen vorangegangener Seiten durchscheinen, doch diese Fehler bewegen sich auf dem Niveau der Konkurrenz.

Das Schriftbild ist dabei wie von E-Ink gewohnt scharf, das Schriftbild ist im Bezug auf homogene Abstände zwischen den Zeichen sehr gut. Der Seitenwechsel erfolgt aufgrund des 512 MB umfassenden Arbeitsspeichers schnell und flüssig.

GrößenvergleichTolino Shine 3 und Kindle Paperwhite
GrößenvergleichTolino Shine 3 und Kindle Paperwhite

Gewöhnliche Leseeinstellungen

Was die Leseeinstellungen angeht, kann der Shine 3 dagegen keine Akzente setzen: So werden dem Nutzer lediglich 9 Schriftgrößen und 8 verschiedene Fonts plus Verlagsschrift geboten. Immerhin beinhalten dies Sammlung die speziell für Menschen mit Leseschwäche gestaltete Schrift OpenDyslexic. Darüber hinaus lassen sich Zeilenabstand und Seitenrand in drei Abstufungen sowie die Ausrichtung einstellen. Ist der Verlagsstandard aktiviert, wird der Text so ausgegeben, wie es vom Verlag vorgesehen ist. Dies ist gerade bei aufwendig gestalteten E-Books mit verschiedenen Schriftarten von Vorteil.

Darüber hinaus bietet der Reader zudem eine Blätterfunktion für Linkshänder, bei welcher mit einem Tipp auf die linke Bildschirmhälfte vorgeblättert wird. Ein Lesen im Quermodus ist ebenfalls möglich, gleiches gilt für das Markieren oder Nachschlagen bestimmter Textzeilen sowie Übersetzungen, für welche 6 beziehungsweise 12 Wörterbücher bereitstehen.

Es wird müßig, die PDF-Darstellung zu kritisieren

Um es einfach kurz zu machen: Was Tolino als PDF-Funktion bietet ist schlichtweg eine Frechheit. Wenn diese Funktion vom Hersteller so stiefmütterlich behandelt wird, sollte er sie lieber gleich entfernen. Das würde ihm einige Peinlichkeiten ersparen.

Nach wie vor schlechte PDF-Funktion beim Tolino Shine 3
Nach wie vor schlechte PDF-Funktion beim Tolino Shine 3
Nach wie vor schlechte PDF-Funktion beim Tolino Shine 3
Nach wie vor schlechte PDF-Funktion beim Tolino Shine 3

Zwar stellt auch der Shine Dokumente im PDF-Format dar, welche quergelesen und vergrößert werden können – doch das war es aber auch schon mit den positiven Aspekten. Nach wie vor verfügt das System über keine Crop-Funktion, mit welcher überschüssige weiße Ränder abgeschnitten werden können, um dadurch die Darstellung zu vergrößern. So würde sich der Reader zumindest für die Darstellung bestimmter Comics empfehlen. Beim PDF-Reflow sind den Entwicklern bei Tolino seit nunmehr fünf Jahren Zeilenumbrüche und Absätze anscheinend völlig fremd. Es ist nach wie vor völlig unklar, wie solch eine fehlerbehaftete Funktion durch die Qualitätskontrolle gelangen kann.

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