Apple iPhone Xr im Test: Günstiger und fast genauso gut

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Nicolas La Rocco 352 Kommentare

Fast wie eine Dual-Kamera

Man nehme die Dual-Kamera des iPhone Xs und entferne das Teleobjektiv und schon entsteht daraus die Kamera des iPhone Xr. Die einzelne Kamera des iPhone Xr ist eine Eins-zu-eins-Um­set­zung der Hauptkamera des iPhone Xs. Im Vergleich zum iPhone 8 bietet der neue Sensor 1,4 statt 1,22 Mikrometer große und zudem tiefere Pixel. Der Sensor mit erneut 12 Megapixel ist 32 Prozent größer als der des iPhone 8 oder iPhone X. Die Brennweite der f/1.8-Linse liegt bei 26 statt 28 mm Kleinbild-Äquivalent, sodass mit dem iPhone Xr bei gleichem Abstand zum Objekt etwas mehr Bildinformationen an den Rändern eingefangen werden, als mit den Apple-Smartphones des letzten Jahres.

Apple iPhone Xs Max im Test – Kamera

Wie genau Smart HDR und die sogenannte „Computal Photography“ des iPhone Xr funktionieren, hat ComputerBase im Kamera-Abschnitt des Tests zum iPhone Xs Max erklärt. Hier jedoch eine kurze Zusammenfassung: Das iPhone Xr nimmt bei geöffneter Kamera-App kontinuierlich Fotos auf und behält davon die letzten vier Aufnahmen im Buffer, damit beim Drücken des Auslösers sofort ein Bild auf dem Smartphone gespeichert werden kann. Zu diesen vier im Buffer gehaltenen Aufnahmen kommen noch vier sogenannte Interframes hinzu, die mit einer kürzeren Belichtungszeit Highlights und Details aus sehr hellen Bereichen des Motivs zum Vorschein bringen. Darüber hinaus wird dieser Bilderstapel durch eine überbelichtete Aufnahme ergänzt, die Highlights und Details aus dunklen Bildbereichen sichtbar macht. Von CPU, Bildsignal­prozessor und „Neural Engine“ werden daraufhin alle Aufnahmen analysiert und die jeweils besten Bereiche jedes Fotos zu einem finalen Foto zusammengefügt.

Die mit dem iPhone Xr geschossenen Fotos unterscheiden sich in keinster Weise von den Aufnahmen eines iPhone Xs. Apple liefert beim günstigeren Smartphone die gleichen sehr guten Ergebnisse wie bei dem 300 Euro teureren Modell. Einen ausführlichen Vergleich zwischen iPhone Xs Max, dessen Hauptkamera der des iPhone Xr entspricht, sowie iPhone 8 Plus, Samsung Galaxy Note 9 und Google Pixel 2 liefert der Test von Ende September. Größter Unterschied zwischen iPhone Xr und früheren Apple-Smartphones ist das durch Smart HDR stärkere Aufhellen von dunklen Bildbereichen. Dadurch holt Apple mehr Details aus der Ausnahme heraus, ohne dabei helle Bildbereiche aufzuhellen. Smart HDR verringert jedoch den Kontrast der Aufnahme, sodass die Fotos im Vergleich zu einem Pixel 2 oder auch dem neuen Pixel 3 weniger dramatisch aussehen, da dunkle Akzente weitestgehend fehlen.

Apple iPhone Xs Max im Test – Kamera (Direktvergleich)

Abseits des fehlenden Teleobjektivs und damit auch des Verzichts auf den zweifach optischen Zoom gibt es bei der Funktion Porträtlicht einen Unterschied zwischen iPhone Xr und iPhone Xs. Von den insgesamt fünf Effekten „Natürlich“, „Studio“, „Kontur“, „Bühne“ und „Bühne Mono“ funktionieren die letzten beiden nicht auf dem iPhone Xr, da sie für die Berechnung des Effekts die Parallaxe der zwei versetzten Objektive voraussetzen.

Darüber hinaus ist das Schießen von Porträtaufnahmen mit dem iPhone Xr ein grundsätzlich anderes Erlebnis als mit Apples Dual-Kamera-Smartphones. Diese wechseln für Porträtaufnahmen zum Teleobjektiv, das dem iPhone Xr fehlt. Das führt dazu, dass für den gleichen Bildausschnitt deutlich näher an eine Person herangetreten werden muss. Gleichzeitig ermöglicht das iPhone Xr damit aber auch Aufnahmen, die mit einem iPhone Xs nicht möglich wären: Porträtaufnahmen aus größerem Abstand.

Porträtmdodus iPhone Xr (l.) und iPhone Xs (m.) sowie Bühnenlicht Mono (r.)
Porträtmdodus iPhone Xr (l.) und iPhone Xs (m.) sowie Bühnenlicht Mono (r.)

Ein weiterer Unterschied zwischen beiden Smartphones ist neben der Brennweite die Blende des für den Porträtmodus genutzten Objektivs. Die Hauptkamera ist mit f/1.8 weiter geöffnet als das Teleobjektiv mit f/2.4. Das macht Aufnahmen auch bei schlechtem Licht mit niedrigerem ISO-Wert und weniger Rauschen möglich.

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