High-End-CPUs im Test: 28 Kerne von Intel gegen 32 Kerne von AMD

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Volker Rißka 193 Kommentare

Test in Spielen: Auch mit Xeon und Threadripper geht das

Ob Spieletests bei CPUs dieser Art sinnvoll sind, sei dahingestellt, weshalb diese nur als kleiner Ausblick zu verstehen sind. Threadripper hatte zuletzt gezeigt, dass Spiele durchaus funktionieren können, und AMD bewirbt ihn deshalb auch für Kunden, die „arbeiten am Tag und zocken bei Nacht“. Und damit hat der Hersteller nicht unrecht, beide Modelle schlagen sich gut.

Intel Xeon als Gaming-Rechner
Intel Xeon als Gaming-Rechner

Die Spiele-Benchmarks nutzen die Asus GeForce RTX 2080 Ti Strix OC mit aktuellem Grafiktreiber GeForce 416.34 und schärferen Speicher-Timings von CL14-14-34-1T – zumindest bei Threadripper, beim Xeon-Mainboard ist dies nicht möglich. Parallel wurden im Zuge der zuletzt notwendigen Fehleranalyse auch alle Spiele-Benchmarks neu aufgesetzt und alle Werte neu ermittelt.

Spiele und Einstellungen für Benchmarks in Full HD
Titel Detailstufe Benchmark-Typ
Assassin's Creed: Origins Extreme High Savegame
Kingdom Come Deliverance Ultra hoch Savegame
Far Cry 5 Ultra Savegame
Total War Warhammer Ultra Kampagne
Project Cars 2 Ultra Freies Rennen (Spa)
Wolfenstein 2 Mein Leben! Savegame
Destiny 2 Höchste Savegame
Overwatch Ultra Mehrspieler-Match auf Dorado
Ghost Recon Wildlands Hoch Kampagne (Savegame)
Star Wars Battlefront 2 Ultra Kampagne (Savegame)

Die Entwicklung der letzten Monate respektive des gesamten letzten Jahres hat aber nicht nur AMD geholfen, wie bereits der kürzliche Test zu allen Threadripper 2000 festgestellt hat. Auch Intels Skylake-X und damit auch Skylake-SP kommt nun besser zurecht als noch zum Start. So rangieren am Ende der Zehn-Kerner Core i9-7900X als auch der 28-Kerner Xeon Platinum 8180 fast auf dem gleichen Niveau.

Der Blick auf die Einzeltests zeigt aber dennoch Unterschiede, allen voran beim Threadripper. Dieser ist mit 32 Kernen in einigen Spielen zwingend auf den Game Mode angewiesen, bei dem die Anzahl der Kerne geviertelt wird und er so faktisch einem Ryzen 7 2700X entspricht. Dann liegt auch die Leistung auf gleichem Niveau.

Der Xeon Platinum 8180 überrascht extrem positiv, denn mit Ausnahme von Warhammer, welches keiner CPU mit mehr als 16 Kernen liegt, rangiert das Modell stets vorne mit dabei. Entfernt man Warhammer aus dem Rating, rangiert der Xeon Platinum 8180 in 5-Prozent-Reichweite zum Intel Core i7-8700K.

Die Leistungsaufnahme ist im Normalfall fast gleich

Beide Testkandidaten verhalten sich auch bei der Untersuchung der Leistungsaufnahme wie erwartet. Im Leerlauf liegen sie auf gut ausgestatteten Mainboards mit viel Arbeitsspeicher nahezu gleich auf, gleiches gilt auch für Anwendungen mit wenig Last oder auch mehr.

Bei Prime95 mit AVX2 greift dann Intels bereits angesprochene Taktumgebung, die direkt für AVX2 ausgelegt ist, und deutlich geringere Frequenzen zur Verfügung stellt. Threadripper hingegen werden keine Fesseln angelegt, weshalb der Abstand nun deutlicher ist. Der Xeon W-3175X mit 50 Watt höherer TDP als der Xeon 8180 und mehr Taktspielraum wird jedoch in die gleiche Richtung wie der Threadripper gehen. Am Ende ist deshalb auch hier von einem Kampf auf Augenhöhe auszugehen.

112 Einträge
Leistungsaufnahme mit GTX 1080Ti
Angaben in Watt (W)
  • Leerlauf:
    • Intel Core i7-8700T
      33
    • Intel Core i7-8700T (35 Watt LT)
      33
    • Intel Core i5-8500T
      33
    • Intel Core i3-8100
      34
    • Intel Pentium Gold G5400
      35
    • Intel Pentium G4560
      35
    • Intel Core i7-8086K LE
      37
    • Intel Core i7-8700K
      37
    • Intel Core i7-7700K
      38
    • Intel Core i5-8400
      39
    • Intel Core i7-9700K
      40
    • Intel Core i9-9900K
      41
    • Intel Core i9-9900K (95 Watt LT)
      41
    • AMD Athlon 200GE
      42
    • AMD Ryzen 5 1600X
      45
    • AMD Ryzen 7 2700
      47
    • AMD Ryzen 7 1700
      47
    • AMD Ryzen 5 2600
      47
    • AMD Ryzen 7 1800X
      47
    • AMD A10-7890K
      47
    • AMD A12-9800E
      48
    • AMD Ryzen 7 2700X
      49
    • AMD Ryzen 7 1700X
      49
    • AMD Ryzen 5 2600X
      49
    • AMD Ryzen 3 2200G
      49
    • AMD Ryzen 3 1200
      49
    • AMD Ryzen 5 2400G
      50
    • AMD Ryzen 5 1400
      50
    • Intel Core i7-7820X
      62
    • Intel Core i9-7900X
      64
    • AMD Ryzen TR 2950X
      65
    • AMD Ryzen TR 2920X
      66
    • Intel Xeon Platinum 8180
      74
    • AMD Ryzen TR 1920X
      76
    • AMD Ryzen TR 2990WX
      78
    • AMD Ryzen TR 2970WX
      79
    • AMD Ryzen TR 1950X
      82
  • leichte Anwendungslast (Cinebench 1-CPU):
    • Intel Core i5-8500T
      46
    • Intel Pentium G4560
      48
    • Intel Core i3-8100
      49
    • Intel Pentium Gold G5400
      49
    • AMD Athlon 200GE
      49
    • Intel Core i7-8700T
      50
    • Intel Core i7-8700T (35 Watt LT)
      51
    • Intel Core i5-8400
      57
    • AMD Ryzen 3 2200G
      61
    • Intel Core i7-7700K
      63
    • AMD Ryzen 5 2600
      67
    • AMD Ryzen 5 1400
      67
    • AMD Ryzen 5 2400G
      68
    • AMD Ryzen 3 1200
      68
    • Intel Core i7-9700K
      69
    • AMD Ryzen 7 2700
      70
    • AMD Ryzen 7 1700
      70
    • Intel Core i9-9900K
      71
    • Intel Core i9-9900K (95 Watt LT)
      71
    • AMD Ryzen 7 1800X
      73
    • AMD Ryzen 5 1600X
      73
    • Intel Core i7-8086K LE
      73
    • Intel Core i7-8700K
      73
    • AMD Ryzen 5 2600X
      78
    • AMD A12-9800E
      79
    • AMD Ryzen 7 1700X
      80
    • AMD Ryzen 7 2700X
      84
    • AMD A10-7890K
      91
    • Intel Core i9-7900X
      95
    • Intel Core i7-7820X
      95
    • AMD Ryzen TR 1950X
      98
    • AMD Ryzen TR 1920X
      102
    • AMD Ryzen TR 2950X
      104
    • AMD Ryzen TR 2920X
      104
    • Intel Xeon Platinum 8180
      131
    • AMD Ryzen TR 2990WX
      136
    • AMD Ryzen TR 2970WX
      137
  • hohe Anwendungslast (Cinebench x-CPU):
    • Intel Pentium G4560
      59
    • AMD Athlon 200GE
      60
    • Intel Pentium Gold G5400
      64
    • Intel Core i7-8700T (35 Watt LT)
      66
      Hinweis: Peak zu Beginn bei 117 Watt
    • Intel Core i3-8100
      70
    • Intel Core i5-8500T
      78
    • AMD Ryzen 3 1200
      83
    • AMD A12-9800E
      92
    • Intel Core i5-8400
      95
    • AMD Ryzen 5 1400
      96
    • AMD Ryzen 3 2200G
      100
    • Intel Core i7-7700K
      113
    • Intel Core i7-8700T
      117
    • AMD Ryzen 7 1700
      124
    • AMD Ryzen 5 2400G
      124
    • AMD Ryzen 7 2700
      125
    • AMD Ryzen 5 2600
      133
    • Intel Core i7-8086K LE
      134
    • AMD A10-7890K
      138
    • AMD Ryzen 5 1600X
      139
    • Intel Core i7-8700K
      139
    • Intel Core i9-9900K (95 Watt LT)
      142
    • Intel Core i7-9700K
      163
    • AMD Ryzen 7 1800X
      163
    • AMD Ryzen 7 1700X
      164
    • AMD Ryzen 5 2600X
      164
    • Intel Core i9-9900K
      184
    • Intel Core i7-7820X
      195
    • AMD Ryzen 7 2700X
      196
    • AMD Ryzen TR 1920X
      253
    • AMD Ryzen TR 2950X
      255
    • Intel Core i9-7900X
      256
    • AMD Ryzen TR 1950X
      257
    • AMD Ryzen TR 2920X
      264
    • Intel Xeon Platinum 8180
      356
    • AMD Ryzen TR 2970WX
      380
    • AMD Ryzen TR 2990WX
      391
  • Maximallast (Prime inkl. AVX2):
    • Intel Pentium G4560
      61
    • AMD Athlon 200GE
      61
    • Intel Core i7-8700T (35 Watt LT)
      63
      Hinweis: Peak zu Beginn bei 165 Watt
    • Intel Pentium Gold G5400
      65
    • Intel Core i3-8100
      87
    • AMD Ryzen 3 1200
      92
    • AMD A12-9800E
      93
    • AMD Ryzen 5 1400
      101
    • Intel Core i5-8500T
      104
    • AMD Ryzen 3 2200G
      110
    • AMD Ryzen 5 2400G
      130
    • AMD Ryzen 7 1700
      131
    • Intel Core i5-8400
      131
    • AMD Ryzen 7 2700
      133
    • Intel Core i9-9900K (95 Watt LT)
      144
    • AMD Ryzen 5 2600
      146
    • Intel Core i7-7700K
      146
    • AMD Ryzen 5 1600X
      151
    • Intel Core i7-8700T
      159
    • AMD A10-7890K
      160
    • AMD Ryzen 7 1800X
      177
    • AMD Ryzen 7 1700X
      178
    • AMD Ryzen 5 2600X
      180
    • Intel Core i7-8086K LE
      185
    • Intel Core i7-8700K
      188
    • AMD Ryzen 7 2700X
      210
    • Intel Core i7-7820X
      227
    • Intel Core i7-9700K
      251
    • Intel Core i9-7900X
      269
    • AMD Ryzen TR 1950X
      273
    • AMD Ryzen TR 1920X
      273
    • AMD Ryzen TR 2920X
      276
    • Intel Core i9-9900K
      287
    • AMD Ryzen TR 2950X
      319
    • Intel Xeon Platinum 8180
      356
      Hinweis: automatische Taktsenkung
    • AMD Ryzen TR 2970WX
      402
    • AMD Ryzen TR 2990WX
      455

Ersteindruck: Konkurrenz im absoluten High-End-Bereich

Zweifelsfrei hat Intel zum Jahresende das Potential, in den meisten Bereichen die Leistungskrone im Desktop zurückzuholen – aber nicht in allen. Die entscheidende Frage ist jedoch, was das genau kosten wird. Das es nicht günstig wird, steht heute ebenfalls schon fest, denn Intel kann regulären Xeon-Käufern, die 28 Kerne erst ab 8.700 US-Dollar erhalten, nicht vollends vor den Kopf stoßen. Und da auch der neue 18-Kerner bei Intel 1.800 US-Dollar kostet, ist für 28 Kerne vermutlich mindestens vom Doppelten auszugehen. Der Threadripper von AMD ist mit seinen 32 Kernen dazu vergleichsweise sehr günstig zu bekommen, aber keinesfalls ein Schnäppchen für Jedermann. Es ist genau so ein Produkt-Aushängeschild wie der kommende Prozessor von Intel, zu dem der kleine Mitbewerber diesen erst genötigt hat. Und dafür geht der größte Respekt an AMD.

Vier AMD Ryzen Threadripper 2000 im Test
Vier AMD Ryzen Threadripper 2000 im Test

Überrascht hat die 28-Kern-Plattform von Intel aber mit einem völlig problemlosen Betrieb, sei es in klassischen Windows-Anwendungen über alle Spiele in Zusammenarbeit mit einer diskreten Grafikkarte als auch unter der Ausnutzung der Besonderheiten wie dem Sechs-Kanal-Speicherinterface. Da braucht es keinen Kompatibilitätsmodus wie bei AMDs High-End-Boliden, die ihrer Zeit zum Teil voraus sind respektive andere Wege gehen, womit das Software-Ökosystem auch Ende 2018 nicht immer umgehen kann. Vor diesem Hintergrund sind auch bei den HEDT/Workstation-Ablegern von Intel dann keine Probleme zu erwarten.

Intel Xeon als Gaming-Rechner
Intel Xeon als Gaming-Rechner

Konkurrenz belebt das Geschäft. In den letzten zwei Jahren ist im High-End-Bereich der Prozessoren (im Desktop) so viel passiert wie in der letzten Dekade zusammen. AMDs Rückkehr hat bei Intel im vergangenen Jahr zu einigen Schnellschüssen geführt, in diesem Jahr macht der Hersteller dort weiter und setzt noch einen drauf. AMD hingegen verfolgt sein lange geplantes Konzept und setzt es um und kann Intel in einigen Segmenten mehr als nur ärgern. Da AMD zurückgekommen ist, um zu bleiben, wird die Konkurrenz-Situation auch die kommenden Jahre beibehalten und spannende Produkte hervorbringen.

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