Logitech G502 Hero im Test: Allround-Gaming-Maus mit neuem Sensor 2/3

Fabian Vecellio del Monego 92 Kommentare

Innenleben und Sensorik

Die G502 Hero verfügt über einen ARM-Prozessor und internen Speicher unspezifizierter Größe, um angelegte Profile autark speichern und anwenden zu können. Die Latenzen betragen bei einer maximalen Abtastrate von 1.000 Hertz eine Millisekunde. Auch eine Limitierung der Polling-Rate auf 500, 250 oder 125 Hertz ist möglich; die Latenzen steigen dementsprechend reziprok proportional.

Neuer Sensor mit gewohnter Präzision

Mit dem Hero 16K werkelt in der G502 Hero Logitechs modernster Sensor, der mit einer maximalen Auflösung von 16.000 Punkten pro Zoll arbeitet. Der Hersteller bewirbt den optischen Sensor mit der Präzision eines PixArt PMW-3366 – der in der G502 Proteus Spectrum zum Einsatz kommt –, spricht aber von einer um den Faktor 10 gesteigerten Energieeffizienz. Der Hero 16K bietet zudem einen eigenen Tracking-Algorithmus, der über die gesamte dpi-Bandbreite auf Nachbearbeitungseffekte wie Zeigerbeschleunigung, Glättung oder andere Filter verzichtet. Demzufolge handele es sich laut Logitech um den derzeit besten Sensor auf dem Markt; ein Superlativ, der gemeinhin PixArts PMW-3360 zugesprochen wird.

Logitech Hero 16K PixArt PMW-3366 PixArt PMW-3360
Auflösung 100 – 16.000 dpi 200 – 12.000 dpi
Geschwindigkeit > 10,2 m/s 7,6 m/s 6,3 m/s
Beschleunigung > 392 m/s² > 392 m/s² 490 m/s²
Lift-off-Distance ~1 mm ~1,3 mm
Glättung ~2 Punkte < 2.000 dpi: ~2 Punkte
> 2.100 dpi: ~32 Punkte

Hinsichtlich der Tatsache, dass es sich bei allen drei Sensoren um PixArt-PMW-3360-Derivate oder -Adaptionen handelt, verwundert es jedoch nicht, dass die Sensoreigenschaften aller aufgeführten Modelle im relevanten Auflösungsbereich sehr ähnlich ausfallen. Denn während der PMW-3366 eine der zahlreichen herstellerspezifischen Varianten des PMW-3360 darstellt, orientiert sich Logitechs Hero-Sensor als Nachfolger des Logitech Mercury an eben diesem. Zwar deaktiviert Logitech bei Hero und PMW-3366 das Smoothing fast vollständig, während PixArt beim klassischen PMW-3360 eine Glättung im oberen Auflösungsbereich vorsieht, das ist im realen Gebrauch jedoch irrelevant.

Unterschiede zwischen Hero 16K und der Referenz lassen sich im Rahmen menschlicher Wahrnehmung nicht feststellen; einen pauschal besseren Sensor kann folglich derzeit keine andere Maus vorweisen.

Fünfstellige Auflösungen sollten gemieden werden

Von der Tatsache, dass Logitech den Hero 16K mit unterstützten Auflösungen jenseits der 10.000 Punkte pro Zoll anpreist, sollten sich Anwender allerdings nach wie vor nicht blenden lassen: Bei solch hohen Empfindlichkeiten geht jeglicher Vorteil des akkuraten Sensors verloren. Zwar weiß das technisch Gebotene durchaus zu beeindrucken, zugunsten der Präzision empfiehlt es sich jedoch, Auflösungen im unteren vier- oder oberen dreistelligen Bereich zu wählen.

Sensortests G502 Hero

Logitech Gaming-Software

Auch wenn Nutzer der G502 Hero unter Windows zum Betrieb grundsätzlich keine Treiber benötigen, kann es sich dennoch lohnen, zusätzliche Software zu installieren. Logitech bietet mit der Logitech Gaming-Software ein eigenes Programm an, um die Maus zu konfigurieren. Zwar bewirbt Logitech das Testmodell mit insgesamt fünf erstellbaren und auf dem internen Speicher ablegbaren Profilen, tatsächlich erlaubt die kompakte Software jedoch nur drei Konfigurationen. ComputerBase bat Logitech diesbezüglich um eine Stellungnahme, die bislang jedoch nicht erfolgt ist.

Das Programm bietet neben der obligatorischen Möglichkeit, Auflösung, Abtastrate und Tastenbelegung nach eigenen Wünschen anzupassen, auch die Option, individuelle Makro-Abfolgen aufzunehmen. Dank einer optionalen Zweitbelegung, für die eine beliebige Zusatztaste als Umschalter gewählt werden muss, lässt sich die Anzahl der möglichen Makros erneut steigern; lediglich die Primärtaster lassen keine doppelte Belegung zu. Wem das zu viel Aufwand ist, der kann mit Logitechs Lightsync-Technologie auf vorgefertigte Konfigurationen für „über 300“ Spiele zurückgreifen, die beim Start des jeweiligen Programms angewendet werden.

Zusätzlich ist das Programm in der Lage, Tastendruck- und Tastendauer-Heatmaps zu erstellen. Die Anpassbarkeit der für eine Zone konfigurierbaren RGB-Beleuchtung fällt hingegen spartanisch aus. Eine Synchronisation mit weiteren Logitech-Geräten ist zwar möglich, für die G502 Hero existieren jedoch lediglich die drei Modi „Statisch“, „Atmend“ und „Farbzyklus“.

Programm läuft standardmäßig im Hintergrund weiter

Dabei beansprucht die Software maximal drei parallele, im Windows-Taskmanager aufgelistete Prozesse und wird beim Schließen standardmäßig in die Taskleiste minimiert. Darüber hinaus startet die „Logitech Gaming-Software“ im Zuge des Windows-Starts, was sich allerdings in den Einstellungen deaktivieren lässt. Ein Vorteil dessen ist jedoch zweifelsohne die komfortable und temporäre Anzeige der gewählten Auflösung in der unteren rechten Ecke des Bildschirms, sobald die Einstellung geändert wird. Auch über Profilwechsel wird auf diesem Weg berichtet.

Alltagserfahrungen

Die Inbetriebnahme des Eingabegeräts verlief zügig und angenehm; auch das Einsetzen und Wechseln der Gewichte gingen leicht von der Hand, wenngleich der hinterste Befestigungsspalt recht eng und die Entnahme eines Gewichts aus dieser Position mit bloßen Fingern schlecht möglich ist. Theoretisch müssen sich Nutzer nach dem Einstecken des USB-Kabels nicht weiter mit der G502 Hero auseinandersetzen, sich dann aber auch mit der standardmäßig aktivierten RGB-Schleife und hohen Auflösungsvoreinstellungen abfinden. Die Anpassung beider Sachverhalte verlief nach Installation der „Logitech Gaming-Software“ schnell und einfach.

Auch empfiehlt es sich, die zahlreichen Zusatztasten nach eigener Wahl mit Makros zu belegen. Gerade die ab Werk deaktivierte Möglichkeit, eine beliebige Zusatztaste zum Umschalten der anderen zu konfigurieren, bietet definitiv einen Mehrwert. Selbst bei beendeter Software kann die Belegung vollständig abgerufen werden. Auch die Beleuchtungseinstellungen und sonstigen Profilkonfigurationen bleiben dank des internen Speichers erhalten.

Verarbeitung gut, Materialien potentiell anfällig

Hinsichtlich der Verarbeitungsqualität entspricht die G502 Hero größtenteils ihrem Preis. Das stabil anmutende Gehäuse besitzt überwiegend akkurate Spaltmaße und lässt sich ohne starken Kraftaufwand nirgends eindrücken. Auch ein Knarzen bleibt bei normaler Verwendung aus. Beim Schütteln klackert lediglich das Mausrad; falls es freigestellt ist, deutlich hörbar. Kritisch muss jedoch die Wahl der Oberflächenmaterialien betrachtet werden: Die glänzenden Stellen sind hinsichtlich Kratzern überaus empfindlich und gummiert beschichtete Flächen neigen häufig zu ungleichmäßiger Abnutzung, die bei der G502 Hero bislang aber nicht festgestellt worden konnte.

Wirklich besorgniserregend ist demnach keine dieser Beanstandungen, solange die Maus ordnungsgemäß verwendet wird. So zeigten sich in rund zwei Wochen Alltagsgebrauch bis auf wenige Kratzer keine Mängel.

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