Apple iPad Pro (2018) im Test: Das beste Premium-Tablet bleibt genau das

 4/5
Nicolas La Rocco 319 Kommentare

Bestens für Multimedia geeignet

Abseits aller Bemühungen von Apple, das iPad Pro mehr zum Tablet für produktives Arbeiten zu machen, ist es nach wie vor ein sehr guter Multimedia-Begleiter für Filme, YouTube und Co. Das liegt zum einen an dem ausgezeichneten Display und zum anderen an den erneut sehr guten Lautsprechern. Beide iPad Pro kommen mit vier Lautsprechern in den seitlichen Rändern, die sich je nach Ausrichtung des Tablets mehr auf die Höhen und Mitten oder den Tieftonbereich konzentrieren. Die Lautsprecher sind ausgesprochen laut und liefern gemessen an der geringen Bautiefe des Tablets eine sehr gute Tonqualität selbst auf den höheren Stufen. Im Test wurde das Tablet mehrfach ersatzweise als eine Art externer Lautsprecher verwendet.

Für den Filmgenuss unterwegs sorgt ein ausdauernder Akku, der mit 29,45 Wh beinahe auf die 30,80 Wh des alten iPad Pro mit 10,5 Zoll kommt. Das liegt daran, dass Apple beim kleinen iPad Pro das Gehäuse nicht geschrumpft, sondern das Display maximiert hat. Mit knapp 13 Stunden Abspielzeit beim Streaming von 720p über YouTube erreicht das iPad Pro einen sehr guten Wert, der nur knapp vom Samsung Galaxy Tab S4 (Test) geschlagen wird. Sofern sich an die im Test verwendeten 200 cd/m² Helligkeit gehalten wird, übersteht das iPad Pro problemlos lange Flüge an die Westküste der USA.

14 Einträge
YouTube-Akkutest 200 cd/m²
Angaben in Stunden, Minuten
    • Samsung Galaxy Tab S4 (Android 8.1)
      12:59
    • Apple iPad Pro (2018) 11" (iOS 12.1)
      12:56
    • Apple iPad Pro (2016) 9,7" (iOS 9.3.1)
      12:20
    • Apple iPad Air 2 (iOS 8.3)
      11:56
    • Huawei MediaPad M5 (Android 8.0)
      11:50
    • Apple iPad mini 2 (iOS 9.1)
      11:29
    • Google Pixel C (Android 6.0.1)
      11:27
    • Apple iPad Pro (2017) 12,9" (iOS 10.3.2)
      11:15
    • Apple iPad Pro (2017) 10,5" (iOS 12.1)
      11:15
    • Dell Venue 8 7840 (Android 4.4.4)
      11:07
    • Huawei MediaPad X1 7.0 (Android 4.2.2)
      10:35
    • Google Nexus 9 (Android 6.0)
      10:15
    • Apple iPad (2018) (iOS 11.3)
      10:08
    • Sony Xperia Z4 Tablet (Android 5.0.2)
      8:58
    • Lenovo Yoga Tab 3 Pro (Android 5.1)
      8:30
    • Samsung Galaxy TabPro S (Windows 10)
      8:30
    • Apple iPad Pro (2015) 12,9" (iOS 9.1)
      7:56
    • Huawei MediaPad M2 10.0 (Android 5.1.1)
      7:36
    • Huawei MateBook m5 (Windows 10)
      7:28
    • Acer Aspire Switch Alpha 12 i5 (Windows 10)
      6:48
    • Lenovo ThinkPad X1 Tablet (Windows 10)
      6:47
    • Microsoft Surface 3 (Windows 8.1)
      6:37
    • Sony Xperia Z3 Tablet Compact (Android 4.4.4)
      6:26
    • Microsoft Surface Pro 3 i5 (Windows 8.1)
      6:02
    • Microsoft Surface Pro 4 i5 (Windows 10)
      6:00
    • Telekom Puls (Android 5.0)
      6:00
    • Nvidia Shield Tablet (Android 5.0.1)
      5:42
    • Microsoft Surface Pro 4 m3 (Windows 10)
      5:30
    • Acer Aspire Switch 10 (Windows 8.1)
      4:56
    • Microsoft Surface Book i7 (Tablet) (Windows 10)
      2:30

Leicht gedämpfte Erwartungen an die Akkulaufzeit sollten Interessenten für das iPad Pro mit 12,9 Zoll haben. Apple gibt zwar erneut für beide Modelle eine Laufzeit von bis zu zehn (WLAN) respektive neun (LTE) Stunden für das Surfen im Web mit WLAN sowie die Video- oder Musik­wiedergabe an, der Akku des großen Tablets ist allerdings von 41 auf 36,71 Wh gekürzt worden. Denn wie bereits erwähnt: Beim großen Modell ging es Apple darum, das Gehäuse zu verkleinern, während bei der kleinen Variante ein größerer Bildschirm im Fokus stand. Apples neuer 7-nm-Chip wechselt zwar bei einfachen Aufgaben wie dem Abspielen eines Films in einen sparsamen Modus, dennoch muss potenziell mit einer kürzeren Laufzeit als im letzten Jahr gerechnet werden.

Face ID und neue Kamera-Features

Die größte Veränderung bei den Kameras findet auf der Vorderseite durch die Integration von „Face ID“ statt. Ohne Home-Button ist dies neben der Eingabe einer PIN die einzige Möglichkeit, das iPad Pro zu entsperren. Anders als noch beim iPhone funktioniert „Face ID“ auf dem Tablet bei jeglicher Ausrichtung auf alle vier Seiten gedreht. Wird die Kamera dabei einmal aus Versehen von den Fingern verdeckt, signalisiert iOS diesen Umstand auf dem Display mit einem Pfeil, sodass darauf reagiert werden kann.

„Face ID“ auf dem iPad Pro entspricht nicht einfach nur den Komponenten für „Face ID“ auf dem Smartphone, die in das Tablet transplantiert wurden, wie Apple gegenüber ComputerBase erklärte. Die verbauten Komponenten sollen für das Tablet neu entwickelt worden sein, um eben zum Beispiel die unterschiedlichen Ausrichtungen des Gerätes zu beherrschen. Vermutlich deckt Apple mit dem neuen Face-ID-System einen breiteren Winkel ab, bestätigen wollte das Unternehmen diesen Verdacht aber nicht.

Unabhängig davon funktioniert „Face ID“ so reibungslos wie auf anderen Geräteklassen von Apple. „Lift to Wake“ gibt es beim iPad Pro allerdings nicht, sodass vor der Nutzung von „Face ID“ das Display über kurzes Antippen („Tap to Wake“) oder den An-/Ausschalter aktiviert werden muss.

Die neue Hauptkamera hat Smart HDR und 4K60-Video, aber keinen OIS mehr
Die neue Hauptkamera hat Smart HDR und 4K60-Video, aber keinen OIS mehr

Neu für die Frontkamera sind der Porträtmodus und das über die NPU berechnete Porträtlicht, mit dessen Hilfe sich verschiedene Beleuchtungseffekte anwenden lassen. Dazu zählt das vollständige vom iPhone bekannte Sortiment aus „Natürliches Licht“, „Studiolicht“, „Konturenlicht“, „Bühnenlicht“ und „Bühnenlicht Mono“. Auch die Tiefenunschärfe lässt sich mit Werten zwischen f/1.4 und f/16 wie beim iPhone als künstlerischer Effekt einsetzen.

Ebenfalls mit an Bord sind Apples Animoji und Memoji. Dabei handelt es sich um animierte Emoji, die mit Hilfe des Face-ID-Kamerasystems in Szene gesetzt werden. Animoji sind die vorgefertigten Charaktere von Apple, während Memoji eigens angelegte Figuren sind, die den Anwender selbst originalgetreu widerspiegeln sollen.

Apples „Smart HDR“ für eine bessere Ausleuchtung von Fotos und Videos mit stark unterschiedlich hellen und dunklen Bildbereichen hat es ebenfalls auf das Tablet geschafft. Der über NPU und ISP berechnete Effekt fügt mehrere Belichtungsstufen zu einer Aufnahme zusammen und bringt so mehr Details zum Vorschein.

„Smart HDR“ steht auf der vorderen und rückseitigen Kamera zur Auswahl, der Porträtmodus allerdings lediglich auf der Selfie-Kamera. Obwohl Apple beim iPhone Xr mit ebenfalls nur einer Kamera einen Porträtmodus bietet, hat sich das Unternehmen beim Tablet gegen die Integration dieser Technologie entschieden. Auch an anderer Stelle scheint für Apple die hintere Kamera nicht mehr so wichtig wie noch im letzten Jahr zu sein.

Hatte es mit der Einführung des letztjährigen iPad Pro noch den Eindruck gemacht, Apple wolle die Kameras von iPad und iPhone auf dasselbe Niveau bringen, fehlt nun zum Beispiel wieder der optische Bildstabilisator. Dieser habe laut Apple schlichtweg nicht mehr in das dünne Gehäuse gepasst. Deshalb gibt es vereinzelt Situationen, in denen der OIS zu besseren Ergebnissen führt, erklärte Apple auf Nachfrage. Es gibt aber auch Verbesserungen an der Hauptkamera, etwa die Option auf 4K-Videoaufnahmen mit 60 statt 30 FPS.

Schnelleres LTE und eSIM

Nach der Umstellung für iPhone Xs und Xs Max gibt es in den iPad Pro schnelleres LTE Advanced Pro mit einem Downlink von bis zu 1 Gbit/s. Neu ist zudem die Unterstützung des aktuellen Bluetooth-Standards 5.0 sowie des europäischen Satellitennavigationssystems Galileo und des japanischen Quasi-Zenit-Satelliten-Systems (QZSS).

Die LTE-Varianten hat Apple zudem auf die eSIM wie im iPhone Xs (Max) und iPhone Xr umgestellt. Mit der letzten Modellgeneration hatte es noch die eigene Lösung der integrierten „Apple SIM“ gegeben, die als Alternative zur physischen Nano-SIM-Karte verwendet werden konnte. Eine Nano-SIM-Karte lässt sich auch bei den neuen iPad Pro wieder anstelle der neuen eSIM nutzen.

Dual-SIM-Support wie bei den neuen iPhones gibt es auf den Tablets nicht. Die iPad Pro sind aber ohnehin lediglich für die Datennutzung via LTE ausgelegt, das Telefonieren ist nur über FaceTime oder vergleichbare VoIP-Dienste möglich.

Auf der nächsten Seite: Fazit