Gaming-Headsets im Test: Asus, beyerdynamic, HyperX, HP, Razer, Sennheiser & Teufel

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Michael Schäfer 218 Kommentare

Sennheiser GSP 600

Das GSP 600 stellt mit einem UVP von 249 Euro die preisliche Spitze des Testfeldes dar und wirkt deutlich robuster und massiver als der im letzten Vergleichstest herangezogene kleinere Bruder GSP 350 (Test). Das Plus an Verarbeitungsqualität zeigt sich auch beim Tragen. Farbliche Akzente in Rot und Metall sorgen für eine Auflockerung des ansonsten schwarzen Headsets, über LED-Leuchten verfügt das GSP 600 nicht.

Sennheiser überzeugt mit dem GSP 600 auch dieses Mal
Sennheiser überzeugt mit dem GSP 600 auch dieses Mal

Der straffe Bügel sorgt für einen festen Sitz, der anfangs vielleicht unangenehme Anpressdruck kann über zwei Schieberegler in einem engen Maße angepasst werden – für Brillenträger eine willkommene Funktion. Die 1,5 cm dicken Ohrmuscheln selbst sind von Kunstleder umgeben, das Ohr kommt jedoch nur mit dem von Sennheiser bekannten samtigen Stoff in Berührung. Der ausreichende Drehwinkel ermöglicht zudem ein bequemes Tragen. Trotz des Gewichtes von 395 Gramm bleibt das GSP 600 auch bei heftigen Kopfbewegungen sicher sitzen.

Kaum direkte Bedienungsmöglichkeiten

Die Bedienelemente fallen auch beim aktuellen Sennheiser kleinlich aus. Lediglich ein Regler für die Lautstärke in Form eines Rades auf der rechten Ohrmuschel ist vorhanden. Gleiches gilt für die Halterung des Mikrofons auf der linken Seite, das beim Herunterklappen automatisch aktiviert wird. Über eine Möglichkeit zur Deaktivierung der Ausgabe verfügt das GSP 600 dagegen nicht.

Dem Sennheiser GSP 600 liegen zwei Kabel mit Klinkenstecker in 3,5 mm Dicke bei: Ein vierpoliger Stecker mit einer Länge von 1,5 m und ein Kabel mit jeweils zwei dreipoligen Steckern für Kopfhörer und Mikrofon mit einer Länge von 2,5 m. Beide Kabel sind mit einer schützenden Stoffummantelung umgeben, könnten für eine bessere Stabilität aber dicker sein.

Sennheiser GSP 600 mit großem Lautstärkeregler
Sennheiser GSP 600 mit großem Lautstärkeregler
Der Sitz lässt sich beim Sennheiser GSP 600 gut einstellen
Der Sitz lässt sich beim Sennheiser GSP 600 gut einstellen

Angenehmer Klang für Filme und Musik

Sennheiser gibt für das GSP 600 einen Frequenzgang von 10 bis 30.000 Hz an. Das Headset überzeugt mit einem angenehmen und ausgeglichenen Klangbild, wenngleich die Höhen – wie von Sennheiser gewohnt – manchmal zu sehr betont und der Bassbereich vernachlässigt wird. Durch seinen Klangcharakter eignet sich das GSP 600 aber auch für das Hören von Musik sowie für das Schauen von Filmen. Über eine zusätzliche Software für weitere Einstellungen verfügt das Headset nicht.

Starkes Mikrofon, dezente Geräuschunterdrückung

Mit 10 bis 18.000 Hz besitzt das Mikrofon des GSP 600 den größten Frequenzbereich im Testfeld – knapp vor dem Custom Game von beyerdynamic. Dies zeigt sich auch in der guten Sprachübertragung, bei der das Mikrofon für einen klaren und verzerrungsfreien Ton sorgt. Dabei verfügt der Schallfänger über einen hohen Aufnahmepegel.

Die permanent aktivierte Geräuschunterdrückung arbeitet sehr dezent, Artefakte sind kaum vernehmbar. Dies wirkt sich bei Störgeräuschen jedoch schnell ins Gegenteil aus, denn dann ist die Geräuschunterdrückung heillos überfordert und filtert kaum etwas heraus. Solange es ruhig bleibt, kann das GSP 600 seine Stärken in der Klangqualität ausspielen und eignet sich in kleinem Umfang sogar für Sprachaufnahmen und Vertonungen.

Sennheiser GSP 600 – Clean
Sennheiser GSP 600 – Störgeräusche, Reduktion Störgeräusche

Teufel Cage

Das Cage stellt das erste Gamer-Headset von Teufel dar. Das Erstlingswerk der Berliner Lautsprecherspezialisten kommt äußerlich recht dezent daher, lediglich ein breiter Lautstärkeregler, der microUSB-Anschluss sowie die Anschlüsse fürs Klinkekabel und Mikrofon sind vorhanden. Letztere sind etwas versteckt in der Aufhängung der Ohrmuschel angebracht, was aber wieder die Extravaganz des Herstellers unterstreicht . Die beiden Anschlüsse können zudem getauscht werden, so dass je nach Vorliebe das Kabel links oder rechts getragen wird. Die Ausrichtung geschieht automatisch, aus diesem Grund fehlen jegliche Seitenangaben beim Cage. Die Kabel selbst fallen trotz ihrer Stoffummantelung recht dünn aus. Das USB-Kabel ist mit 3 m recht lang, das Klinkekabel hätte mit 1,5 m dagegen länger sein können.

Das Cage von Teufel bietet ebenfalls ein gutes Preis-Leistungsverhältnis
Das Cage von Teufel bietet ebenfalls ein gutes Preis-Leistungsverhältnis

Fokus auf mobile Nutzung

Teufel hat das Cage laut eigenen Angaben auch für den mobilen Gebrauch konzipiert. Daher lässt sich das Headset sowohl per USB- als auch per Klinkeverbindung betreiben. Im Gegensatz zu den Lösungen anderer Hersteller kann das Cage zudem über beide Eingänge gleichzeitig mit Audiomaterial versorgt werden. Es ist somit also möglich, den Ton eines Spieles per USB mit der Musik des Smartphones zu untermalen. Das Mikrofon des Cage ist zudem abnehmbar.

Die Verarbeitung des aus Kunststoff und Aluminium hergestellten Headsets lässt kaum Wünsche offen, das Cage ist trotz seines geringen Gewichtes von 320 Gramm stabil gefertigt. Lediglich die offen liegenden Kabel zwischen Bügel und Ohrmuscheln trüben das Gesamtbild etwas. Der Anpressdruck ist angenehm und nicht zu stark und lässt das Headset auch bei plötzlichen Bewegungen sicher auf dem Kopf sitzen. Die Größenverstellung lässt sich manuell ausrichten, auch das ergibt ein Plus an Stabilität.

Die Ohrmuscheln sind mit einer Kunstlederpolsterung überzogen, die sich gut an die jeweiligen Ohren anpassen. Dadurch ist das Headset auch über Stunden angenehm zu tragen.

In die Halterung eingearbeitete Anschlüsse beim Teufel Cage
In die Halterung eingearbeitete Anschlüsse beim Teufel Cage

Guter Klang mit kleinen Abstrichen

Klanglich sorgen die beiden 40 mm großen Treiber für eine ausgewogene, je nach Quelle aber auch höhenlastige Ausgabe. Der integrierte C-Media-Audiochip verarbeitet bei der Nutzung per USB Quellmaterial mit bis zu 96 kHz und 24 Bit. Wird das Klinkekabel genutzt, muss das Quellgerät diese Aufgabe übernehmen. Nutzer, die ein eher neutrales Klangbild bevorzugen, können mit dem Cage ihr Headset gefunden haben. Ist aber ein gutes Bassfundament gefragt, muss das Produkt passen. Daher kann die Aussage seitens Teufel von einem „extrem weiten Frequenzbereich für abgrundtiefe Bässe“ nur bedingt als bare Münze genommen werden – denn selbst direkt per Klinkenstecker an eine Stereoanlage angeschlossen, kann das Headset es nicht mit einem mittlerweile über 25 Jahre alten HD 560 Ovation II von Sennheiser aufnehmen.

Die funktionsreiche Software kann hier nur wenig ausbessern, sobald die Bassverstärkung oder der Equalizer hinzugeschaltet wird, ist schnell ein deutliches „Pumpen“ in der Ausgabe zu vernehmen.

Zwei Mikrofone für geringere Störungen

Im Gegensatz zum Rest des Testfeldes verbaut Teufel zwei Mikrofone im vorliegenden Headset, über deren genauere Spezifikationen sich der Hersteller jedoch ausschweigt. Eine der Kapseln befindet sich wie gewohnt am gut positionierbaren Mikrofonarm, eine weitere außen an der Hörmuschel. Durch den aufgrund der Positionen hervorgerufenen Laufzeitversatz sollen störende Echos oder Umgebungsgeräusche wirkungsvoll verhindert werden.

Generell besitzt das Cage eines der besseren Mikrofone im Testfeld, auch wenn es sich knapp Sennheiser und beyerdynamic geschlagen geben muss. Bei der reinen Kommunikation kann das Cage aber seine Stärken ausspielen: Stimmen lassen sich durch den ausgewogenen Frequenzbereich gut verstehen, die Software-basierte Unterdrückung der Umgebungsgeräusche leistet gute Arbeit. Artefakte sind zwar immer noch zu hören, halten sich aber in Grenzen. Die vier als „Magic Voice“ verfügbaren Effekte zur Stimmverfremdung (Monster, Zeichentrick, Männlich, Weiblich) sind dabei eher als Gimmick zu verstehen.

Teufel Cage – Clean
Teufel Cage – Clean, Reduktion Störgeräusche
Teufel Cage – Störgeräusche
Teufel Cage – Störgeräusche, Reduktion Störgeräusche
Teufel Cage – Magic Voice - Monster
Teufel Cage – Magic Voice - Zeichentrick
Teufel Cage – Magic Voice - Männlich
Teufel Cage – Magic Voice - Weiblich

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