RGB-LED-Plattformen im Test: Aura, RGB Fusion, Mystic Light und iCUE im Vergleich 2/3

Christoph Käsbauer 118 Kommentare

Testergebnisse

ComputerBase hat die Erkenntnisse aus dem Test in zwei verschiedenen Formaten festgehalten. Einerseits in Bezug auf die Kompatibilität der einzelnen Komponenten in Textform, andererseits in Bezug auf die jeweilige Software selber im Videoformat.

Kompatibilitätsübersicht

Welche Komponente war im Test mit welcher Plattform kompatibel? Die nachfolgende Tabelle gibt darüber ausführlich Auskunft.

Sie macht zugleich auch klar, welcher Einflussfaktor dafür verantwortlich war, dass der Test sehr viel Zeit in Anspruch genommen hat: Das nach wie vor bestehende Kompatibilitätschaos. Doch nicht allein die Zusammenarbeit von Komponente A mit Komponente B ist ein Thema, auch konkurrieren oftmals verschiedene Komponenten um einen Anschluss oder zwei Software-Versionen um eine Komponente.

Komponente Anschluss Ansteuerbar durch
Lüfter 12V-G-R-B Mystic Light, Aura, RGB-Fusion
Lüfter 5V-X-Daten-Masse Mystic Light, Aura, (mit Adapter) RGB-Fusion
LED-Streifen 12V-G-R-B Mystic Light, Aura, RGB-Fusion
LED-Streifen 5V-X-Daten-Masse Mystic Light, Aura, (mit Adapter) RGB-Fusion
Lüfter 5V-Daten-Masse (mit Adapter) Mystic Light, (mit Adapter) Aura, RGB-Fusion
LED-Streifen 5V-Daten-Masse (mit Adapter) Mystic Light, (mit Adapter) Aura, RGB-Fusion
Corsair Lüfter Corsair Header Mystic Light
Corsair LED-Streifen Corsair Header Mystic Light
Corsair Controller USB 2.0 iCUE
Corsair Lüfter Corsair Controller iCUE
Corsair LED-Streifen Corsair Controller iCUE
Corsair H115i AiO USB 2.0 iCUE
G.Skill Trident Z RGB DIMM Mystic Light, Aura, RGB-Fusion
Corsair Vengeance RGB DIMM Mystic Light, Aura, RGB-Fusion, iCUE
Corsair Vengeance RGB Pro DIMM iCUE
Ballistix Tactical Tracer RGB DIMM Mystic Light, RGB-Fusion
Asus RX Vega 56 Strix PCIe Aura
Gigabyte Aorus RX 580 PCIe RGB-Fusion

Da im Test verschiedenste Komponenten in beliebiger Reihenfolge getestet wurden, ergab sich sehr schnell die Erkenntnis, dass eine sinnvolle Beleuchtung an zahlreichen Stellen scheitern kann. Teilweise gab es Software-Probleme, aber wiederholt harmonierten auch Bauteile nicht, da sie denselben Header benötigten und mit den verwendeten Controllern oder HUBs nicht kompatibel waren. Plötzlich blieben Arbeitsspeicher nach dem Zugriff über mehrere Steuerungsprogrammen dunkel und häufig war genau ein Bauteil verbaut, das dann eben gerade nicht auf die gleiche Weise ansteuerbar war. Vor allem Grafikkarten bleiben – außer bei Verwendung der Hersteller-Software – äußerst stur. Dazu müssen ständig die technischen Spezifikationen geprüft werden, um sicher zu gehen, dass die Hardware richtig angeschlossen, oder um nachzusehen, ob nicht doch ein Adapter oder Controller benötigt wird.

Denn sollen mehrere Komponenten des gleichen Typs angeschlossen werden, ist ein HUB/Controller notwendig, da auf den meisten Mainboards nur maximal zwei RGB-Header des gleichen Typs verbaut sind. Corsair geht einen anderen Weg und bleibt mit iCUE unabhängig von den vorhandenen Anschlüssen, da nur ein freier interner USB 2.0 Anschluss sowie ein SATA-Stromanschluss benötigt werden. Teilweise können jedoch auch Corsairs Produkte an das Mainboard angeschlossen werden, wie in diesem Fall an das Mainboard von MSI.

Da die gleichzeitige Verwendung verschiedener Software zur Ansteuerung eine zusätzliche Fehlerquelle darstellen kann (die Software kann sich gegenseitig blockieren), ist für die saubere Umsetzung einer geschmackvollen RGB-Beleuchtung im Zweifelsfall einiges an Planung notwendig. Folgende Checkliste ist zu empfehlen:

  • Überprüfen des Mainboards: Welche Header sind vorhanden?
  • Falls keine Header vorhanden sind, können HUBs/Controller genutzt werden, die nur USB 2.0 benötigen?
  • Alternativ: Falls zu wenige Header vorhanden sind, muss ein entsprechender HUB/Controller genutzt werden, die jeweilige Art der RGB-LEDs muss dabei unbedingt beachtet werden!
  • Alternativ: Falls genauso viele Header mit den entsprechenden Pins vorhanden sind wie benötigt werden, kann alles direkt angeschlossen werden.
  • Wie soll die Hardware angesteuert werden?

Besteht Klarheit über diese drei Punkte, ist bereits ein großer Schritt in der Einrichtung getan und der Zusammenstellung der Komponenten steht nichts mehr im Wege.

Eindrücke Corsair iCUE

Corsair stellt keine Mainboards her und kann damit auch nicht wie Asus, Gigabyte oder MSI die zentrale RGB-LED-Plattform im Rechner stellen. Und die Chancen darauf, dass einer der Hersteller seine Platine zur Integration in iCUE freigibt, sind winzig. Zum Start von Corsair iCUE hat sich Corsair wohl auch deshalb dafür entschieden, gar keine Produkte von Drittanbietern zu unterstützen. Corsair-iCUE-Komponenten sind deshalb zwar durchaus auch mit Plattformen der Mainboard-Hersteller (siehe MSI) kompatibel, Corsair iCUE selbst steuert aber nur Corsair iCUE an. Was bei der Kompatibilität von Nachteil ist, hat auf die Software selber aber offensichtlich positive Auswirkungen.

Corsairs iCUE ist eine durchweg gelungene Software zur Erstellung von Leuchtprofilen und zur Ansteuerung der RGB-Hardware. iCUE ging aus einer Kombination der früheren Programme CUE und Corsair Link hervor. CUE war dabei das Programm zur Ansteuerung von RGB-Hardware, Corsair Link zuständig für die überwachung der verbauten (Corsair-)Komponenten. Die Verschmelzung zu iCUE wirkt sehr gelungen. Es ist nun möglich, in einem Programm sowohl seine Komponenten zu überwachen und zu kontrollieren als auch deren Beleuchtung einzustellen. Da hierbei Software und Hardware aus einer Hand kommen, gibt es keinerlei Kompatibilitätsprobleme.

Alles verhält sich, wie gewünscht. Die absolut synchrone Darstellung der Effekte innerhalb der Software vermittelt ein sehr angenehmes Gefühl der Kontrolle, nur sehr selten lassen Lichteffekte einen kurzen Moment auf sich warten.

Eindrücke Gigabyte RGB Fusion

Auch Gigabytes RGB Fusion ist eine sehr übersichtliche und leicht bedienbare Software. Die meisten Effekte funktionieren zuverlässig und die individuelle Ansteuerung ist logisch und klar ersichtlich aufgebaut. Teilweise kommt es allerdings bei der Ansteuerung des Arbeitsspeichers zu leichten Verzögerungen, die vor allem bei synchronen Effekten das Bild trüben.

Von RGB Fusion wurde zuverlässig fast jeder getestete RAM erkannt, allerdings mussten die Software und alle zugehörigen Dateien zuvor einmal komplett entfernt werden. Erkannt wurden G.Skill Trident Z RGB, Corsair Vengeance RGB und Crucial Ballistix Tactical Tracer RGB. Probleme bei der Erkennung gab es lediglich bei Corsairs Vengeance Pro RGB.

Um RGB Fusion nutzen zu können, muss zuvor das APP-Center von Gigabyte installiert werden. Ohne die Software zu installieren bleibt die nützliche Option, die RGB-Hardware mit sehr einfachen Effekten (statische Farbe, Farbzyklus, Pulsieren) direkt im BIOS anzusteuern.

Eindrücke Asus Aura Sync

Bei Asus Aura wird kompatible Hardware im oberen Bereich der UI verlinkt und dann gemeinsam angesteuert. Eine individuelle Anpassung ist über ein Dropdown-Menü möglich, wenn auch weniger intuitiv als bei Corsair und Gigabyte. Die Effekte funktionieren zuverlässig, wobei auch hier der RAM bei manchen Effekten leicht hinterherhinkt.

Bezüglich der Erkennung von Arbeitsspeicher ergibt sich ein ähnliches Bild wie bei Gigabyte: Es wurde fast jeder getestete RAM erkannt, allerdings mussten auch hier die Software und alle zugehörigen Dateien komplett entfernt werden. Erkannt wurden G.Skill Trident Z RGB, Corsair Vengeance RGB und Crucial Ballistix Tactical Tracer RGB. Momentan ist Corsairs Vengeance Pro RGB nicht zu Aura kompatibel und wurde auch nicht erkannt.

Aura kann nicht direkt im BIOS angesteuert werden, lediglich die Option, Aura an- oder abzuschalten, ist vorhanden.

Eindrücke MSI Mystic Light

MSIs Mystic Light erscheint anfangs etwas komplex, ist aber ebenfalls sehr einfach zu bedienen. Die Ansteuerung der einzelnen Mainboard-RGB-LEDs ist durch das Schaubild sehr intuitiv gelöst, die Auswahl ist hierbei noch etwas präziser als bei dem Mainboard-Schema in RGB Fusion. Die geringe Anzahl an möglichen Effekten für adressierbare LEDs enttäuscht allerdings.

Die Möglichkeit, Corsairs-iCUE-Hardware anzuschließen, ist hingegen erfreulich. Allerdings können hier entweder nur ein Lüfterverbund oder verkettete LED-Streifen angeschlossen werden, nicht etwa der RGB-Controller Lightning Node Pro. Trotzdem ist nur bei MSI der Verzicht auf die Installation von iCUE möglich, wenn nur ein LED-Streifen angeschlossen und direkt aus Mystic Light angesteuert werden soll.

Aufgefallen ist die hervorragende Kompatibilität zum getesteten RAM: Bis auf Corsairs Vengeance Pro RGB wurde jeder Riegel direkt erkannt und war ansteuerbar – ohne Neuinstallation. Das war ausschließlich bei Mystic Light der Fall, die Software verkraftete mehrere aufeinanderfolgende Wechsel problemlos. Im BIOS gibt es keine Option zur Ansteuerung.

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