RGB-LED-Plattformen im Test: Aura, RGB Fusion, Mystic Light und iCUE im Vergleich 3/3

Christoph Käsbauer 118 Kommentare

Fazit

Die Einrichtung eines PCs mit RGB-Thema auf allen Plattformen ist Ende 2018 sehr gut möglich, kann den Anwender im Zweifelsfall aber vor Probleme stellen. Das liegt einerseits an der Inkompatibilität der Software-Plattformen, andererseits aber auch in inkompatibler Hardware oder Software- sowie Hardware-Konflikten im Einsatz. Der Wettstreit der Plattformen steht einheitlichen Standards hier eindeutig im Weg.

Gigabyte RGB Fusion

Gigabyte versieht RGB Fusion mit dem übersichtlichsten Layout und seine Mainboards standardmäßig mit vielen RGB-LEDs, deren Ansteuerung sehr einfach einzustellen ist. Dies ist in vielen Fällen bereits ausreichend für eine ordentliche Beleuchtung, was den Erwerb weiterer Hardware erspart. Wird weitere Peripherie hinzugefügt, muss sich diese allerdings auf wenige Standardmodi beschränken und die Ansteuerung der digital adressierbaren LEDs schöpft keinesfalls das mögliche Potential der Technik aus. Zudem ist es schade, dass hierbei ein anderer Weg bezüglich der Mainboard-Pins gegangen wird, auch wenn über kleine Adapter Abhilfe geschaffen werden kann. Die Tatsache, dass einfache Modi bereits im BIOS aktiviert werden können, ist praktisch, da beispielsweise Linux-Benutzer RGB Fusion sonst nicht nutzen können.

Asus Aura Sync

Asus besitzt im Unterschied zu Gigabyte mehr allgemeine Effekte, schöpft jedoch ebenfalls das Potential der individuell adressierbaren LEDs nicht aus. Die Struktur in Aura ist deutlich unterschiedlich – nicht schlechter, nur einem anderen Ansatz folgend. Die Steuerung der Hardware kann daher auch hier sehr einfach eingstellt werden. Die Option, einzelne Komponenten von der allgemeinen Verlinkung auszunehmen, ist allerdings wenig nützlich, da diese dann in ihre Standardprofile zurückwechseln und dabei das synchronisierte Bild stören. Die Individualisierbarkeit ist auch hier hoch, da gefühlt jede verfügbare LED mit einer anderen Farbe oder einem anderen Modus versehen werden kann.

MSI Mystic Light

Mystic Light platziert sich in Bezug aufs Layout zwischen Gigabyte und Asus. Einerseits verfügt die Software über die Abbildung des Mainboards inklusive anklickbarer LEDs, andererseits wird direkt daneben auch weiterhin eine Liste mit verstellbaren RGB-LEDs präsentiert. Die RAM-Kompatibilität ist eine sehr positive Eigenschaft und sehr gut von MSI umgesetzt. Die Integration von Corsair-Hardware ist ebenfalls sehr positiv zu werten, da eine Einbindung von Lüftern oder LED-Streifen so sehr einfach möglich ist. Sollen mehrere Komponenten verbaut werden, ist ein RGB-HUB notwendig.

System mit Corsair-Komponenten
System mit Corsair-Komponenten

Corsair iCUE

Corsairs Software ist übersichtlich und erschöpfend. Hier wird mit gutem Beispiel gezeigt, was durch einzeln adressierbare RGB-LEDs möglich ist. Neben sehr vielen systemübergreifenden Effekten kann jede einzelne LED im System mit genauen Vorgaben angesteuert werden. Verwirrend ist allerdings die Tatsache, dass der neue Effekt sich über die bereits eingestellten Effekte legt – hier sollte eventuell noch nachgebessert werden. Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die fehlende Integration von RGB-LEDs von Mainboard und etwa der Grafikkarte. Ansonsten gibt es kaum Sachen zu bemängeln. Die Hardware harmoniert perfekt mit der Software, die Kompatibilität ist ausgezeichnet und nicht von vorhanden RGB-Headern abhängig.

Das Problem: Das alles funktioniert nur mit Hardware von Corsair. Soll alles gebündelt an einem Ort in einer Software vorhanden sein, ist eine Bindung an Corsair-Produkte unumgänglich – und das Mainboard bleibt trotzdem außen vor.

Die perfekte Lösung, um RGB-LED-Komponenten in Software und Hardware zu vereinen, gibt es demnach nicht.

Dieser Artikel war interessant, hilfreich oder beides? Die Redaktion freut sich über jede Unterstützung in Form deaktivierter Werbeblocker oder eines Abonnements von ComputerBase Pro. Mehr zum Thema Anzeigen auf ComputerBase.