Mäuse von Corsair im Test: M65 RGB Elite, Ironclaw RGB & Harpoon RGB Wireless 3/4

Fabian Vecellio del Monego 33 Kommentare

Corsairs iCUE-Software

Auch wenn Nutzer für M65 RGB Elite, Ironclaw RGB und Harpoon RGB Wireless unter Windows keine Treiber mehr benötigen, kann es sich dennoch lohnen, zusätzliche Software zu installieren. Mit Corsair iCUE bietet der Hersteller ein eigenes Programm an, um die Einstellungen der Maus, die Makrobelegung und die Beleuchtung nach eigenem Belieben zu konfigurieren.

Eine Software für sämtliche Corsair-Produkte

Dabei handelt es sich um den Nachfolger der „Corsair Utility Engine“, in die das Monitoring-Programm Corsair Link integriert wurde. Infolgedessen ist das Programm keinesfalls produktspezifisch – nahezu sämtliche Corsair-Komponenten lassen sich per iCUE verwalten und hinsichtlich Einstellungen oder aber Beleuchtung synchronisieren. Das umfasst weitere Peripherie-Geräte wie Tastaturen, Headsets oder RGB-Mauspads und RGB-Headset-Ständer, aber beispielsweise auch Kompaktwasserkühlungen, Arbeitsspeicher, Lüfter und LED-Streifen.

Eine Eigenart der Software ist es indes, Konfigurationen für eine Produktklasse auf alle Geräte des Typs anzuwenden: Unterschiedlich beleuchtete oder mit verschiedenen Makros belegte Mäuse sind somit im Rahmen eines Profils nicht möglich. Im normalen Alltagsgebrauch kann diese Problematik in der Regel jedoch vernachlässigt werden.

Zahlreiche Konfigurationsmöglichkeiten für Makros

Corsairs iCUE bietet neben der obligatorischen Möglichkeit, Auflösung, Abtastrate und Tastenbelegung der Mäuse nach eigenen Wünschen anzupassen, auch die Option, individuelle Makro-Abfolgen aufzunehmen. Dank einer optionalen Zweitbelegung jeder Taste lässt sich die Anzahl der möglichen Makros erneut steigern. Dabei wird allerdings auf eine Umschaltfunktion, wie sie beispielsweise Logitech oder Razer bietet, verzichtet: Beim Klick auf die entsprechende Taste wird die erste zugewiesene Aktion ausgeführt, beim Loslassen derselben die zweite Aktion. Die praktische Anwendbarkeit der Zweitbelegung ist demnach stark eingeschränkt.

Zudem existiert die Möglichkeit, M65 RGB Elite und Ironclaw RGB einer Oberflächenkalibrierung zu unterziehen – für die Harpoon RGB Wireless bietet Corsair diese Option nicht. Präzisionsunterschiede zwischen unkalibriertem und kalibriertem Zustand konnten bei den beiden anderen Mäusen im Rahmen von Messungenauigkeiten und menschlicher Wahrnehmung nicht festgestellt werden, die Lift-off-Distance reduzierte sich jedoch teilweise um bis zu 1 mm.

Die Beleuchtung lässt sich umfassend anpassen

Äußerst umfassend fallen die Möglichkeiten zur individuellen Beleuchtung der Eingabegeräte auf: Anwender können aus einer Vielzahl an vordefinierten Modi wählen, darunter Statisch, Atmend, Regenbogen, Regenbogenwelle, Spiralregenbogen, Regen oder Reaktiv.

Darüber hinaus lässt sich die Temperatur von Prozessor, Mainboard oder Grafikkarte farblich visualisieren. Den ausgewählten Effekten werden anschließend Zonen zugewiesen, des Weiteren lässt sich ihre Priorität in einer Liste festlegen.

Zudem existiert die Möglichkeit, die Beleuchtung der Mäuse immersiv an das Spielgeschehen zu koppeln; bislang ist das jedoch nur in wenigen Titeln möglich. Corsair selbst wirbt mit der Integration in Ubisofts Open-World-Shooter Far Cry 5 (Test): Sämtliche Corsair-Komponenten stellen im Hauptmenü des Spiels farblich eine amerikanische Flagge dar. Ist der Spieler im Wald unterwegs, umgibt ihn grünes Licht. Fängt er Feuer, flackert die Peripherie orange. Zwar ist die Funktion durchaus opulent, konkrete Informationen zu zukünftig unterstützten Titeln fehlen aber gänzlich.

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Programm läuft standardmäßig im Hintergrund weiter

Dabei beansprucht die Software maximal vier parallele, im Windows-Taskmanager aufgelistete Prozesse und wird beim Schließen standardmäßig in die Taskleiste minimiert. Darüber hinaus startet iCUE gemäß Standardeinstellungen im Zuge des Windows-Starts, was sich allerdings deaktivieren lässt. Grunsätzlich lässt sich die Software dank des internen Speichers von M65 RGB Elite und Ironclaw RGB ohne Verlust an Funktionen komplett beenden. Ein Vorteil des aktiven Programms ist jedoch zweifelsohne die komfortable Anzeige des Akkustands der kabellosen Harpoon RGB Wireless in der unteren rechten Ecke des Bildschirms.

Alltagserfahrungen

Die Inbetriebnahme aller drei Eingabegeräte verlief zügig und angenehm. Die Mäuse mussten lediglich per Kabel oder Funk mit dem Rechner verbunden und eingeschaltet werden, um zu funktionieren und gemäß dem Standardprofil in Regenbogenfarben zu leuchten. Theoretisch müssen sich Nutzer nach dem Einstecken des USB-Kabels oder -Funk-Adapters nicht weiter mit den Eingabegeräten auseinandersetzen, sofern sie sich mit den voreingestellten Sensorauflösungen abfinden.

Letztere beginnen bei M65 RGB Elite und Ironclaw RGB bei 1.500 Punkten pro Zoll und enden bereits bei 9.000 Punkten – also der Hälfte des beim PMW-3398 verfügbaren Rahmens. Während 1.500 Punkte bereits recht hoch sind und eine individuelle Anpassung implizieren, zeugt die Begrenzung auf 9.000 Punkte ab Werk erneut vom nicht vorhandenen Nutzen der hohen Auflösungen. Auch empfiehlt es sich gegebenenfalls, die zahlreichen Zusatztasten nach eigener Wahl mit Makros zu belegen. Ab Werk sind die linksseitigen Zusatztasten aller drei Mäuse mit der Vorwärts- und Rückwärts-Navigation belegt.

Umständlichkeiten bei internem Speicher und Gewichten

Als langwierig erwies sich die Migration bereits vorhandener iCUE-Profile auf den internen Speicher eines Produktes. M65 RGB Elite und Ironclaw RGB besitzen einen respektive drei feste „Hardware-Profile“, die bei Anschluss der Maus zusätzlich zu den bisher existenten Konfigurationen angezeigt werden. Innerhalb der iCUE-Software lassen sich bestehende, auf dem Rechner gespeicherte Profile nicht auf den internen Speicher der Mäuse kopieren oder verschieben; Umwege über die Export- und Import-Funktion sowie Windows' Datei-Explorer sind notwendig. Alternativ lassen sich die vorhandenen Profile manuell in jeglicher Eigenschaft einzeln kopieren – ein Aufwand, der hätte vermieden werden können.

Der Gewichtswechsel bei der M65 RGB Elite bedarf eines Schraubendrehers
Der Gewichtswechsel bei der M65 RGB Elite bedarf eines Schraubendrehers

Käufer der M65 RGB Elite profitieren durch eine mögliche Anpassung des Gewichts, die sich allerdings als unnötig aufwändig erweist: Ohne Werkzeug lassen sich die drei großen Schrauben, hinter denen sich die eigentlichen Gewichte befinden, kaum entfernen; die Verwendung eines Schraubendrehers ist nahezu unabdinglich.

Die Verarbeitungsqualität kann überzeugen

Hinsichtlich Verarbeitungsqualität entsprechen alle drei getesteten Produkte ihrem Preis – die Spaltmaße sind durchweg akkurat und eindrücken lassen sich die Gehäuse nirgends. Auch ein Knarzen bleibt bei normaler Verwendung aus. Erst bei höherem Kraftaufwand lässt sich die Oberseite der Ironclaw RGB temporär eindellen. Letztere gibt beim vertikalen Schütteln zudem ein leises Klappern von sich, das jedoch aller Wahrscheinlichkeit nach auf das Mausrad zurückzuführen ist.

Aufgefallen ist des Weiteren ein vorhandener horizontaler Spielraum der Primärtasten von M65 RGB Elite und Harpoon RGB Wireless. Soft-Touch-Beschichtungen besitzen überdies stets eine höhere Anfälligkeit für Abnutzungserscheinungen, die bislang jedoch weder bei M65 noch Ironclaw aufgetreten sind. Die glänzende Oberfläche der weißen M65 hingegen ist potentiell anfälliger für Kratzer.

Besorgniserregend ist keine dieser Beanstandungen, solange die Mäuse ordnungsgemäß verwendet werden. So zeigten sich in rund drei Wochen Alltagsgebrauch keine Mängel.

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